Panikstörung, Agoraphobie.

Angst ist ein Gefühl, das unser Überleben sichert. Ohne Angst würden wir Risiken eingehen, die unsere Gesundheit und unser Leben gefährden. Angst kann aber auch krankhaft werden. Bei einer Panikstörung leiden Betroffene wiederholt unter Panikattacken. Die Panikattacken treten plötzlich auf und sind so intensiv, dass die Betroffenen zuallererst eine körperliche Erkrankung dahinter vermuten.

 

Panikattacken sind einschneidende Erlebnisse.

Panikattacken sind aufgrund ihrer Bedrohlichkeit einschneidende Erlebnisse im Leben eines Menschen. Die Beschwerden während des Angstanfalles legen die Vermutung nahe, dass etwas Gefährliches oder sogar „Lebensbedrohliches“ im Körper vorgehe und dass nur rasche Hilfe Linderung bringen würde. Eine Panikattacke dauert in den meisten fällen 10 - 30 Minuten. Sie kann aber auch nur 2 - 3 Minuten oder mehrere Stunden anhalten.  

 

Panikstörung (Agoraphobie). Informationen von A-Z

Information. Was ist eine Panikstörung?

Die Panikstörung ist gekennzeichnet durch das Auftreten von plötzlichen und unerwarteten Panikattacken, bei denen körperliche Symptome, Katastrophengedanken und ein massives Angstgefühl miteinander einhergehen. Der Name der Erkrankung leitet sich vom griechischen Gott Pan ab, der den persischen Kriegern erschienen sein und diese in die Flucht geschlagen haben soll – sie seien in „panischer Angst“ geflohen. Die Symptomatik und das Auftreten "aus heiterem Himmel" lassen sowohl Betroffene als auch Ärzte zuerst eine organische Erkrankung als Ursache für die Beschwerden vermuten, meist im Sinne eines bevorstehenden Kreislaufkollaps, einer Herzerkrankung oder eines Schlaganfalles. Die Intensität der Beschwerden und die daraus resultierenden Krankheitsbefürchtungen führen die Patienten daher nicht selten zuerst in eine Notaufnahme, wobei beim Eintreffen im Krankenhaus jedoch in der Mehrzahl der Fälle die Panikattacke bereits abgeklungen ist.

 

Merkmale der krankhaften Angst.

Krankhafte Angst ist gekennzeichnet durch:

  • eine der Situation unangemessene Angstreaktion
  • die Angstreaktionen dauert an obwohl die Gefahr längst vorbei ist
  • der Mensch hat keine Möglichkeit der Erklärung, Verminderung oder Bewältigung der Angst
  • die Lebensqualität ist beeinträchtigt
 

Wie häufig ist eine Panikstörung?

Eine isolierte Panikattacke erleiden ca. 15 % aller Menschen einmal in ihrem Leben, ca. 3,5 – 5 % der Bevölkerung erkranken an einer manifesten Panikstörung. Dies bedeutet, dass etwa 20 – 30% aller Menschen, die einmal eine Panikattacke erleiden, auch eine Panikstörung entwickeln. Häufig beginnt die Erkankung zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

 

Agoraphobie als Folge einer Panikstörung

Als Folge der Panikstörung kann sich eine Agoraphobie entwickeln (agora = griech. Marktplatz) – die Betroffenen vermeiden Orte und Situationen, an denen es schwer wäre, Hilfe zu bekommen oder der Situation zu entfliehen. Von einer Agoraphobie spricht man allerdings auch dann, wenn die Betroffenen die Situationen zwar aufsuchen, aber nur unter größter Anspannung durchstehen.

Typisch angstauslösend sind z. B. öffentliche Plätze, Menschenmengen, das Anstellen in einer Warteschlange, Reisen mit Bus, Zug oder Auto sowie allein außer Haus sein.

 

Symptome. Häufige Anzeichen von Panikstörungen

Herzrasen, Atembeschwerden, Angst zu sterben...

Eine Panikattacke ist normalerweise ein einmaliges Ereignis. Sie beginnt aprubt, hat innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreicht und dauert ein paar Minuten nach. Bei einer Panikstörung dagegen kommt es zu immer wiederkehrenden Panikattacken, die spontan und unerwartet auftreten. Die Dauer ist dann unterschiedlich. Sie reichen von wenigen Minuten bis über mehrere Stunden. Sie können nicht auf gefährliche Situationen oder Umstände bezogen werden und haben auch keine körperliche oder psychische Störung als Ursache.

Die typischen körperlichen Symptome während einer Panikattacke sind:

  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Herzrasen
  • Schweißausbruch
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Atembeschwerde
  • Beklemmungsgefühl
  • Schmerzen in der Brust
  • Hitzegühle oder Kälteschauer
  • Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle

Psychische Symptome

  • Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden
  • Angst zu sterben
  • Entfremdungsgefühl gegenüber der eigenen Person
  • Katastrophengedanken
  • intensive Angstgefühle
 

Agoraphobie. Meidung von Orten oder Situationen

Um künftigen Panikattacken vorzubeugen, beginnen die Betroffenen alle Situationen, welche die gefürchteten Körperbeschwerden auslösen könnten, zu meiden. Dies betrifft sowohl körperliche Anstrengungen als auch Orte und Situationen, an denen eine derartige Attacke besonders peinlich (z. B. im Theater oder im Kaufhaus) oder besonders gefährlich wäre, da „Sofort“-Hilfe nicht verfügbar ist (z.B. in einem Flugzeug). Als Folge dieser Vermeidungsstrategien entwickeln die Betroffenen eine Angst vor bestimmten Situationen, eine sogenannte Agoraphobie. Die Agoraphobie kann teilweise so stark sein, dass sich die Betroffenen nur in Begleitung oder gar nicht mehr trauen, die Wohnung zu verlassen. Die Betroffenen fühlen sich hilflos den Panikattacken ausgesetzt und ihre einzige Strategie ist, die bedrohlichen Situationen zu meiden. Häufig nehmen die Betroffenen auch Beruhigungsmittel ein oder trinken sich mit Alkohol Mut an.

 

Ursachen. Wie entstehen Panikstörungen?

Die erste Panikattacke trifft die Betroffenen „wie aus heiterem Himmel“, d.h. sie können sich diese überhaupt nicht erklären. Bei genauem Nachfragen ergibt sich jedoch, dass in der Zeit vor der ersten Panikattacke eine hohe Belastung durch so genannte Stressoren vorhanden war. Dies können entweder „Life-events“ sein oder Alltagsstress.

 

Life-Events. Einfluß von Lebensereignissen.

Unter Life-events verstehen wir einschneidende Lebensereignisse, die aber durchaus auch positiven Charakter haben können (wie z.B. Eheschließung, Geburt eines Kindes, Umzug) und nicht immer negativ besetzt sein müssen (Todesfall in der Familie, Trennung vom Partner). Häufiger sind es jedoch die „Kleinigkeiten des Alltags“, die zu einer vermehrten Stressbelastung führen.

 

Entwicklung von ersten Panikattacken.

Wenn nun die Warnsignale (z. B. vermehrte Unruhe, Schlafstörungen, erhöhte Anspannung, Herzklopfen, Schwindel) nicht wahrgenommen werden und nicht gegengesteuert wird, kann es bei entsprechend „veranlagten“ Menschen zum Auftreten der ersten Panikattacke kommen. „Veranlagung“ heißt in diesem Zusammenhang, dass es bereits in der Kindheit oder Jugend emotional belastende Ereignisse gegeben hat, deren Erinnerung bei Stress getriggert wird. Dazu zählen beispielsweise eigene schwere Erkrankungen oder schwere Erkrankungen nahe stehender Menschen. Durch den Stress und die damit verbundenen Körpersymptome werden nun Erinnerungen wach und es kommt zur Koppelung von aktuellen Körperbeschwerden (z. B. Herzklopfen, Schwindelgefühl) mit diesen unangenehmen Ereignissen. Dadurch werden Ängste wieder aktualisiert und münden in die Panikattacke.

 

Flugangst (Aviophobie)

Der Anblick von Jumbojets treibt vielen Menschen den Angstschweiß auf die Stirn und verhindert einen entspannten Start in den Urlaub. Doch die Panik ist beherrschbar.

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Seltene & ungewöhnliche Phobien

Es gibt unzählige Arten von Angst. Auch so seltene Phobien vor Knöpfen oder Tauben.

Einsame Angst

 

Diagnostik & Therapie

Die Verhaltenstherapie ist die erfolgreichste Therapie bei einer Panikstörung.

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Panikstörung & Laufsport

Ausdauersport ist effektiv bei der Therapie einer Panikstörung und wird auch zur Prävention empfohlen.

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Angst beim Autofahren

Autofahrer stehen unter besonderer Anspannung. Manche so sehr, dass sie Angst vor oder beim Autofahren entwickeln.

Panik hinterm Steuer