Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf). Ursachen & Symptome

Welche Beschwerden können auftreten?

Eine leichte bis mäßige Schilddrüsenvergrößerung verursacht zunächst noch keine Beschwerden, mit zunehmender Größe kann sie aber bereits sichtbar sein. Symptome einer Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion liegen meist nicht vor. Alarmsymptome sind Fremdkörpergefühl im Hals, Schluckstörungen und neu aufgetretene, bleibende Heiserkeit. In diesen Fällen sollte umgehend eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Wie kommt es zu einer Schilddrüsenvergrößerung?

Von den vielfältigen Ursachen für Schilddrüsenvergrößerungen ist die häufigste der ernährungsbedingte Mangel an Jod, welches zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Steht nicht genügend Jod zur Verfügung, reagiert die Schilddrüse darauf mit einer Vergrößerung. Dies geschieht sowohl durch ein Größenwachstum der einzelnen Schilddrüsenzellen als auch durch eine Vermehrung derselben. Eine Schilddrüsenvergrößerung kann aber auch Ausdruck einer anderen zugrunde liegenden Schilddrüsenerkrankung, wie zum Beispiel Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis), Schilddrüsenknoten oder sogar Krebs (eher selten) sein. Daher sollte stets zu Beginn eine Abklärung bei einem Arzt mit Erfahrung in Schilddrüsenkrankheiten erfolgen.

Weitere Ursachen für eine Schilddrüsenvergrößerung können sein:

  •  Morbus Basedow:
    Bei dieser Autoimmunerkrankung wird die Schilddrüse zur vermehrten Hormonproduktion angeregt
  • Bestimmte Medikamente wie Thyreostatika (Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion) oder Lithium (Medikament gegen Manisch-Depressive Erkrankung), die verhindern, dass Jod in der Schilddrüse aufgenommen wird
  • Zysten in der Schilddrüse

Wie viel Jod soll man zu sich nehmen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 200 Mikrogramm Jod für Jugendliche und Erwachsen. Schwangere und stillende Frauen haben mit 260 Mikrogramm pro Tag einen erhöhten Jodbedarf. Bei Kindern unter sechs Jahren liegt der Bedarf zwischen 100 und 120 Mikrogramm pro Tag; Schulkinder benötigen zwischen 140 und 200 Mikrogramm pro Tag. Um den Jodgehalt zu decken, ist es ratsam, mindestens einmal, besser jedoch zweimal pro Woche, jodhaltige Lebensmittel zu essen.

Welche Nahrungsmittel sind jodhaltig?

Da der Jodgehalt pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel vom Jodgehalt des Bodens abhängt, tragen die Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Milch, Getreide oder Kartoffel nur wenig zur Jodversorgung bei. Hingegen ist reichlich Jod enthalten in Meeresfischen (Kabeljau, Seelachs) oder Meeresfrüchten wie Muscheln sowie in Hummer oder Garnelen. Auch jodiertes Speisesalz oder mit Jod angereicherte Lebensmittel (z. B. Brot, Wurstwaren) sind geeignet.

Fachliche Betreuung

Bätge

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Boris Bätge