Schilddrüsenvergrößerung (Struma, Kropf). Definition
Wann ist eine Schilddrüse vergrößert?
Die Schilddrüse befindet sich auf der Vorderseite des Halses unter dem Kehlkopf und neben der Luftröhre- und Speiseröhre. Eine normal große Schilddrüse ist schmetterlingsförmig und besteht aus zwei Lappen, die miteinander verbunden sind. Häufig findet man daher auch die französische Bezeichnung „Papillon“ für Schmetterling. An der Rückseite befinden sich die Nebenschilddrüsen.
Im Durchschnitt hat die Schilddrüse ein normales Volumen von bis zu 18 ml. Von einer Vergrößerung der Schilddrüse spricht man, wenn das Gesamtvolumen der Schilddrüse 25 ml bei Männern, bzw. 18 ml bei Frauen übersteigt. Diese Vergrößerung kann entweder sichtbar sein oder aber auch erst durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Eine Struma ist demzufolge ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Die Vergrößerung kann sowohl gleichmäßig das gesamte Gewebe (Struma diffusa) betreffen oder punktuell von einzelnen oder mehreren Knoten in der Schilddrüse (Struma nodosa) ausgehen. Neben der reinen Zunahme an Größe oder knotigen Veränderung kommt es häufig auch zu begleitenden Funktionsstörungen.
Was versteht man unter einem „warmen“ bzw. „kalten Knoten?
In den einzelnen Knoten der Schilddrüse wird das aufgenommene Jod unterschiedlich stark zu Hormonen verarbeitet. Mit Hilfe der so genannten Szintigrafie, ein bildgebendes Untersuchungsverfahren, bei der schwach radioaktives Jod in die Venen verabreicht wird, wird diese Fähigkeit zur Bildung von den Hormonen Thyroxin und Trijodthyroxin sichtbar gemacht.
Stoffwechselaktive Bereiche, in denen besonders viel Jod verarbeitet wird – und damit viel zu Hormone produziert werden -, werden als „heiße Knoten“ bezeichnet. In der Regel sind dies gutartige Veränderungen (Adenome). Wenn sie jedoch nicht mehr dem übergeordneten Regelkreislauf gehorchen und zu viel Schilddrüsenhormon produzieren, müssen auch diese gutartigen Veränderungen entfernt werden. Denn, kann die Hormonproduktion nicht gedrosselt werden, entsteht daraus eine Überfunktion der Schilddrüse. In „warmen Knoten“ werden ungefähr gleichviel Hormone produziert wie das restliche Schilddrüsengewebe.
Bereiche in der Schilddrüse hingegen, in denen kein Jod aufgenommen wird und demzufolge nahezu kein Schilddrüsenhormon produziert wird, bezeichnet man als „kalten Knoten“. Hier besteht der Verdacht auf das Vorliegen bösartiger Zellen.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Prof. Dr. med. Boris Bätge