Schilddrüsen-Krebs.
Schilddrüsenkrebs ist schwer zu erkennen, da er keinerlei Frühsymptome aufweist.
Die Schilddrüse befindet sich auf der Vorderseite des Halses unter dem Kehlkopf und neben der Luftröhre- und Speiseröhre. Eine normal große Schilddrüse ist schmetterlingsförmig und besteht aus zwei Lappen, die miteinander verbunden sind. An der Rückseite befinden sich die Nebenschilddrüsen. Bösartige Neubildungen in der Schilddrüse sind selten. In Deutschland liegt die Zahl neu entdeckter Schilddrüsen-Karzinome bei etwa 30 pro 1 Mio. Einwohner pro Jahr.
Schilddrüsenkrebs – was ist das?
Mehr als 90% der Schilddrüsen-Krebserkrankungen gehen von den eigentlichen Schilddrüsen-Zellen (Thyreozyten) aus, die für die Produktion des Schilddrüsenhormons zuständig sind. Diese Schilddrüsenkarzinome tragen die Namen papilläres bzw. follikuläres Schilddrüsenkarzinom. Diese beiden Tumorarten werden unter dem Begriff gut differenzierte Schilddrüsen-Karzinome zusammengefasst – ein Hinweis auch auf die relative Gutartigkeit dieser Krebsarten. Etwa 2% der Schilddrüsen-Krebserkrankungen zeichnen sich durch einen sehr schlechten Differenzierungsgrad aus, die so genannten anaplastischen Schilddrüsenkarzinome. Diese sehr seltenen Krebsformen haben ein ausgesprochen aggressives Wachstum. Neben den Thyreozyten finden sich über die gesamte Drüse verteilt so genannte C-Zellen. In diesen C-Zellen wird das Calcitonin gebildet, das in den Calzium und Phosphat-Stoffwechsel eingreift. Die von diesen Zellen ausgehenden bösartigen Neubildungen werden C-Zell-Karzinome (medulläre Karzinome) genannt. Darüber hinaus finden sich selten Absiedlungen anderer Tumoren in der Schilddrüse (Metastasen), Neubildungen ausgehend vom lymphatischen System (Lymphome) so wie sehr seltene andere Tumore (z. B. Sarkome).
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Prof. Dr. med. Jochen Kußmann