Nierensteine

Nierensteine. Häufigste Erkrankung des Harntraktes

Nierensteine sind eine der häufigsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntraktes.

Nierensteine sind eine der häufigsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntraktes.

Nierensteine sind kein Produkt der modernen Gesellschaft. Anzeichen dafür, dass auch die alten Ägypter an Nierensteinen litten, wurden von Wissenschaftlern in einer 7000 Jahre alten Mumie gefunden. Nierensteine sind auch eine der häufigsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntraktes. So wird ungefähr jeder zehnte Bürger der USA einmal im Leben von Harnsteinen betroffen sein, Männer öfter als Frauen. Viele Nierensteine passieren den Körper, ohne dass sie das Eingreifen eines Mediziners benötigen. Steine, die bleibende Symptome und Komplikationen verursachen, können auf verschiedene Arten behandelt werden - meistens ohne einen größeren chirurgischen Eingriff. Durch Fortschritte in der Forschung wurde in letzter Zeit ein besseres Verständnis für die Faktoren entwickelt, die eine Steinbildung unterstützen.

Was ist der Harntrakt?

Der Harntrakt besteht aus Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre

Der Harntrakt besteht aus Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre

Der Harntrakt oder das Harnsystem besteht aus den Nieren, den Harnleitern (Ureteren), der Blase und der Harnröhre (Urethra). Die Nieren sind zwei bohnenförmige Organe, die in der Lendengegend beiderseits der Wirbelsäule hinter der Bauchhöhle liegen. Die Nieren sind wichtige Ausscheidungsorgane, die Stoffwechselprodukte ausscheiden und den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers regeln. In den Nebennieren, welche oben an den Nieren sitzen, werden wichtige Stoffwechselhormone produziert. Die Harnleiter, auch Ureter genannt, leiten den Urin aus den Nierenkelchen in die Harnblase ab. Die Harnblase ist eine elastische Kammer, die sich über Muskeln zusammenziehen kann, um den Harn durch die Harnröhre (Urethra) zu entleeren.

Was ist ein Nierenstein?

Nierensteine können in der Niere, im Harnleiter und der Harnblase auftreten.

Nierensteine können in der Niere, im Harnleiter und der Harnblase auftreten.

Nierensteine sind harte Steine, die sich aus kristallinen Stoffen des Urins in der Niere bilden. Normalerweise wird das auskristallisieren dieser Stoffe durch chemische Gegenspieler im Urin verhindert, was aber nicht bei jedem Menschen immer perfekt funktioniert. Die meisten dieser kleinen Kristalle verlassen den Körper, ohne überhaupt bemerkt zu werden. Kristalle, die zurückbleiben, können jedoch als Kristallisationskeim wirken und zum Nierenstein werden. Nierensteine können unterschiedlichster chemischer Zusammensetzung sein. Die häufigsten Steinarten enthalten Calcium in Verbindung mit Oxalate oder Phosphat. Diese Stoffe sind ein normaler Teil unserer täglichen Ernährung und kommen in unserem Körper häufig vor (Knochen, usw.).

Weitere Nierensteine

Struvit oder Infektsteine sind weniger häufig, sie werden oft durch einen Harnwegsinfekt verursacht. Selten gibt es Harnsäure- oder Cystinsteine. Urolithiasis ist der medizinische Begriff für Steine im Harntrakt, Begriffe wie Harnsteinleiden oder Nephrolithiasis werden aber auch häufig verwendet. Wird ein Nierenstein in den Harnleiter geschwemmt und verbleibt dort, so wird als Ortsangabe auch von einem Harnleiterstein (Ureterolithiasis) gesprochen. Gallensteine und Nierensteine stehen in keiner Verbindung, sie bilden sich in unterschiedlichen Regionen des Körpers. Personen die an Gallensteinen leiden, haben nicht unbedingt auch ein höheres Risiko, Nierensteine zu bekommen.

Fachliche Betreuung

Schimmelpenning

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Hendrik Schimmelpenning