Erkrankungen der Nebenschilddrüsen. Ursachen & Symptome

Unterfunktion der Nebenschilddrüse

Häufigste Ursache ist eine Operation an der Schilddrüse, bei der die kleinen Anhängsel mit entfernt wurden. Die Langzeitfolgen unbehandelter Nebenschilddrüsen-Unterfunktion sind ernst: starke Muskelkrämpfe am gesamten Körper oder auch Bauchkrämpfe. Die Augen können ebenfalls betroffen sein, Teile des Gehirns und der Herzmuskel können „verkalken“. Die Therapie ist schwierig: Das Problem ist die kurzfristige Wirkung des Parathormons, das innerhalb weniger Minuten vom Körper wieder abgebaut wird.

Überfunktion der Nebenschilddrüse

Viel häufiger als die Unterfunktion ist die Überfunktion der Nebenschilddrüse, der Hyperparathyreoidismus (HPT). Ursache ist in vier von fünf Fällen eine – meist gutartige – Zellwucherung (Adenom), die zu vermehrter Ausschüttung von Parathormon führt. Die klassischen Beschwerden von HPT werden als „Stein-, Bein- und Magenpein“ zusammengefasst: Ist der Parathormonspiegel im Blut zu hoch, gelangt zu viel Kalzium ins Blut. In Niere und Galle bilden sich Steine, die Kalziumabgabe schwächt die Knochen (Osteoporose) und die Magenschleimhaut schmerzt, weil der erhöhte Parathormonspiegel zu erhöhter Säurebildung im Magen führt.

"Das Hormon der Traurigkeit"

Wer häufig müde ist, kann an einer  Überfunktion der Nebenschilddrüsen leiden

Wer häufig müde ist, kann an einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen leiden

Dank der diagnostischen Möglichkeiten sind neue Symptome dazugekommen, die man der Neben- schilddrüsenüberfunktion zuordnen kann: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Knochen- und Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen, Sodbrennen und Bluthochdruck. Auch Depressionen können ihren Ursprung in der vermehrten Parathormonproduktion haben, weshalb es gerne das Hormon der Traurigkeit genannt wird. Das Nebenschilddrüsenhomon ist in der Lage, das Wachstum der Herzmuskelzellen zu beeinflussen. Dennoch wird die Krankheit dem Experten zufolge nur bei einem von zehn Betroffenen diagnostiziert: Die unspezifischen Symptome werden häufig nicht mit einer Erkrankung der Nebenschilddrüse in Zusammenhang gebracht. Und gerade in der Anfangsphase spüren die Betroffenen auch keinerlei Beschwerden – lediglich der erhöhte Kalziumspiegel im Blut deutet auf die Krankheit hin.

Fachliche Betreuung

Kußmann

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Jochen Kußmann