Medikamentöse Therapie von COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.

Medikamentöse Therapie bei einer leichten COPD.

Bei einer leichten COPD wird man Ihnen neben den vorbeugenden Maßnahmen ein kurzwirksames Mittel, das die Bronchien erweitert, verordnen, das bei Bedarf inhaliert wird. Den Bronchienerweiterer sollten Sie immer bei sich tragen.

Medikamentöse Therapie bei einer mittelschweren COPD.

Bei einer mittelschweren Erkrankung wird man bei Ihnen eine Dauertherapie mit einem langwirksamen Bronchienerweiterer einleiten. Es gibt hier zum Inhalieren zwei verschiedene Wirkstoffgruppen:

  • Wirkstoffgruppe 1: Das eine sind so genannte Anticholinergika wie z.B. Spiriva, das einmal am Tag angewendet wird.
  • Wirkstoffgruppe 2: Weiterhin gibt es so genannte langwirksame Betamimetika, die je nach Wirkstoff ein- bis zweimal am Tag inhaliert werden sollen.

Wirkungsweise der beiden COPD-Medikamente.

Diese beiden Medikamente bewirken, dass sich die Atemwege weniger verengen und mindern auch die Überblähung. Eine Kombination der beiden bronchienerweiternden Medikamente aus den verschiedenen Wirkstoffgruppen führte im Vergleich zur Einnahme nur eines Medikamentes zu einer zusätzlichen Verbesserung der Lungenfunktion.

An Nebenwirkungen kann bei den Anticholinergika (z.B. Spiriva) Mundtrockenheit auftreten, sehr selten auch Harnverhalt, eine Verschlechterung des Augendrucks und Herzrhythmusstörungen. Bei Einnahme der Betasympathomimetika ist die häufigste unerwünschte Nebenwirkung, dass Herzrhythmusstörungen auftreten -vor allem beim unkontrollierten Gebrauch kurzwirksamer Bronchienerweiterer.

Thophyllin-Einnahme oft begleitet von unerwünschten Effekten.

Ein Bronchienerweiterer, der als Tablette eingenommen wird, ist Theophyllin. Ungefähr die Hälfte der Patienten mit einer COPD profitiert von einer Therapie mit Theophyllin. Unter Theophyllin treten häufig unerwünschte Effekte wie Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen etc. auf. Die therapeutische Breite ist gering und es gibt viele Einflussfaktoren, die die Wirkung von Theophyllin beeinflussen können. So steigern z.B. einige Antibiotika aber auch Erkrankungen wie Leberkrankheiten und Herzinsuffizienz, die Effekte von Theophyllin (auch im negativen Sinne). Andere Faktoren wie Tabakrauchen vermindern die Wirksamkeit von Theophyllin. Bei einem Patienten, der schon länger Theophyllin einnimmt, kann z.B. ein Auslassversuch in einer stabilen Krankheitsphase ausprobiert werden. Sollte es dann nicht zu einer Verschlechterung der Beschwerden kommen, kann auf eine ständige Theophyllintherapie ggf. verzichtet werden.

Inhalation von Cortison

Bei höheren Schweregraden und gehäuften akuten Verschlechterungsschüben wird zusätzlich Cortison zur Inhalation eingesetzt. Dieses kann entweder als einzelnes Spray eingesetzt werden oder aber auch als Kombinationspräparat mit einem langwirksamen Bronchienerweiterer. Bei Patienten, die eine Therapie mit inhalativem Cortison erhalten, konnte festgestellt werden, dass Verschlechterungsschübe weniger oft auftreten. Eine relevante Nebenwirkung ist das Auftreten eines Mundpilzes (Mundsoor). Daher sollte das cortisonhaltige Spray vor den Mahlzeiten angewendet werden oder es sollte nach Anwendung der Mund gründlich ausgespült werden. Am wichtigsten bei der Anwendung von Inhalationen ist die richtige Anwendung. Scheuen Sie sich daher nicht, Ihren Arzt auch wiederholt nach der richtigen Bedienung zu fragen und dieses auch zu üben.

Cortison in Tablettenform.

Bei einer Verschlechterung der COPD wird auch Cortison in Tablettenform eingesetzt

Bei einer Verschlechterung der COPD wird auch Cortison in Tablettenform eingesetzt

Bei einem akuten Verschlechterungsschub der COPD werden nicht nur die inhalativen Medikamente erhöht, sondern gegebenenfalls wird auch Cortison in Tablettenform eingesetzt. Eine Verschlechterung zeichnet sich durch eine Verschlechterung der Belastbarkeit, durch zunehmende Atemnot und Veränderung des Auswurfs aus. Hier beginnt man mit einer recht hohen Dosis von 20 – 40 mg pro Tag. Das Cortison sollte für zehn bis 14 Tage eingesetzt und danach abgesetzt werden. Eine Langzeittherapie mit Cortisontabletten wird aufgrund der schwerwiegenden unerwünschten Nebenwirkungen bei Langzeittherapie nicht empfohlen. Eine Langzeitanwendung sollte nur in sehr niedriger Dosierung durchgeführt werden, wenn positive Effekte eindeutig vorliegen. Bei einer Kurzzeitanwendung sind keine relevanten Nebenwirkungen zu erwarten.

Weitere Medikamente in der Behandlung von COPD und Lungenemphysem sind:

  • Antibiotika : Antibiotika werden bei einem akuten Verschlechterungsschub eingesetzt, wenn ein Hinweis auf einen bakteriellen Infekt mit eitriger Verfärbung des Auswurfs vorliegt. Das Antibiotikum wird immer mit den Cortisontabletten kombiniert. Wichtig ist, dass Sie sich bei einem akuten Verschlechterungsschub frühzeitig mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen, um eine Therapie einzuleiten.
  • Schleimlösende Mittel: Schleimlöser wie ACC oder Ambroxol können nicht generell empfohlen werden, weil bisher kein objektiver Nutzen festgestellt werden konnte. Der Einsatz dieser Medikamente richtet sich nach dem subjektiven Therapieerfolg.
  • Alpha 1-Proteaseinhibitor: Bei Patienten mit einem Lungenemphysem aufgrund eines Alpha 1-Proteaseinhibitormangels kann dieser Eiweißstoff durch wöchentliche intravenöse Gaben ersetzt werden. Die Wirkung ist begrenzt und kommt auch nicht für alle Patienten mit einem Alpha 1-Proteaseinhibitormangel in Betracht. Es hat sich unter der Therapie gezeigt, dass sich die Entwicklung des Lungenemphysems und die zunehmende Verengung der Bronchien verlangsamen. Bei Patienten mit schon einer sehr ausgeprägten Erkrankung hat die Therapie mit Alpha 1-Proteaseinhibitor jedoch nicht zu einer Verbesserung geführt und kann daher nicht empfohlen werden.

Fachliche Betreuung

Kenn

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Klaus Kenn


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