COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem. Diagnostik
Krankengeschichte und körperliche Untersuchung.
Durch Abhören der Lunge kann der Arzt bei einer COPD Atemgeräusche hören.
Die Patienten suchen häufig zuerst wegen chronischem Husten, Auswurf oder wegen Atemnot den Arzt auf. Der Arzt wird den Patienten über die Beschwerden befragen (Anamnese). Auch die Vorgeschichte ist von Interesse, z.B. die Risikofaktoren wie Rauchen und berufliche Belastungen.
Dann folgt die körperliche Untersuchung. Bei geringer Ausprägung der COPD-Erkrankung kann der körperliche Untersuchungsbefund unauffällig sein. Bei mittelschwerer Erkrankung kann der Arzt durch Abhören der Lunge mit dem Stethoskop gegebenenfalls Atemgeräusche wie Giemen, Pfeifen oder Brummen hören. Bei einer schweren Erkrankung findet man aufgrund der chronischen Lungenüberblähung gegebenenfalls ein abgeschwächtes pfeifendes Atemgeräusch, eine fassförmige Brustform und eine Einziehung im Bereich der Flanken während der Einatmung.
Zusätzlich können Zeichen der Sekretansammlung beim Versuch des Anhustens und bläulich verfärbte Lippen oder Finger bei Sauerstoffmangel auftreten. Weiterhin kann die COPD zu einem Gewichtsverlust führen, zu Wassereinlagerung in den Beinen sowie zu Konzentrationsschwäche und Müdigkeit.
Lungenfunktion bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
Bei Verdacht auf COPD wird eine Lungenfunktion durchgeführt.
Auf jeden Fall wird eine Lungenfunktion durchgeführt. Durch diese Untersuchung sind bei einem COPD-Patienten insbesondere der Grad der Verengung der Atemwege und die Lungenüberblähung abzuschätzen.
Bei der Erstuntersuchung wird man diese Untersuchung nach Gabe eines Medikaments, das inhaliert wird und die Bronchien erweitert, wiederholen. Danach wird erneut eine Lungenfunktion durchgeführt, um zu prüfen, ob und wie viel sich die Lungenfunktion hierauf verbessern kann. Diese Untersuchung ist insbesondere wichtig, um die Erkrankung von einem Asthma bronchiale zu unterscheiden, bei dem sich die Lungenfunktion in früheren Krankheitsstadien noch deutlich nach Gabe des bronchienerweiternden Mittels bessern kann.
Die Lungenfunktion dient auch zur Einteilung in die Schweregrade und sollte bei den lungenfachärztlichen Untersuchungen dazu dienen, den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren.
Blutgasanalyse bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
Weiterhin sollte eine Blutgasanalyse, zunächst in Ruhe, durchgeführt werden. Bei der COPD kann es vor allem bei fortschreitender Erkrankung oder in Kombination mit einem Lungenemphysem zu einem Sauerstoffmangel kommen. Bei sehr schwerer Ausprägung kann auch durch eine Überlastung der Atemmuskulatur Kohlendioxid schlechter abgeatmet werden. Diese beiden Werte kann man mit der Blutgasanalyse bestimmen.
Eine weitere wichtige Untersuchung, um festzustellen, ob eine Gasaustauschstörung, z.B. beim Lungenemphysem, vorliegt, ist die Messung der Diffusionskapazität (Untersuchung der Fähigkeit der Lunge zur Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft).
Belastungsuntersuchungen bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
Bei COPD hilft ein Belastungstest die optimale Therapie zu finden.
Bei einigen Patienten tritt ein Sauerstoffmangel erst unter Belastung auf. Zu diesem Zweck werden Belastungsuntersuchungen wie ein 6-Minuten-Gehtest oder auch eine Ergometrie mit Blutgasen durchgeführt. Diese Untersuchungen dienen auch dazu, die Belastbarkeit des Patienten abzuschätzen und Therapieeffekte von Medikamenten zu beurteilen. Die Belastungstests führen die pneumologischen Experten auch zur Auswahl eines individuell abgestuften Trainingsprogramms, z.B. im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthaltes, durch.
Röntgenuntersuchung der Lunge bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
ZUr Erstuntersuchung des Patienten gehört auch eine Röntgenuntersuchung der Lunge, wenn der Verdacht auf ein Lungenemphysem besteht oder wenn ein Lungenkrebs ausgeschlossen werden soll. Weiterhin führen Experten eine Röntgenaufnahme bei akuten Verschlechterungsschüben durch, wenn der Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht.
Computertomographie bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
Eine hochauflösende Computertomographie (CT) der Lunge wird durchgeführt, wenn die Verteilung eines Lungenemphysems beurteilt und dessen Ausdehnung erfasst werden soll. Dies ist insbesondere vor operativen Eingriffen wie einer Lungenvolumenreduktion oder vor einer Operation von großen Lungenblasen wichtig.
Herzultraschall bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
Bei Verdacht auf eine Rechtsherzbelastung kann eine Echokardiographie (Herzultraschall) sinnvoll sein, um die Druckverhältnisse im Lungenkreislauf abzuschätzen.
Laboruntersuchungen bei COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) / Lungenemphysem.
In der Labordiagnostik ist insbesondere bei jüngeren Patienten (unter 50 Jahre) sowie bei COPD-Patienten, die nicht geraucht haben, eine Diagnostik bezüglich eines Alpha1-Proteaseinhibitormangels empfehlenswert. Bei akuten Verschlechterungsschüben ist eine Bestimmung der Entzündungswerte im Blut (Blutbild, C-reaktives Protein) sinnvoll.