Asthma bronchiale. Ursachen & Symptome

Wie entsteht Asthma bronchiale?

Man unterscheidet prinzipiell zwei unterschiedliche Formen des Asthma bronchiale:

  • allergisches (extrinsisches) Asthma
  • nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma

Allergisches, extrinsisches Asthma.

Diese Form des Asthma bronchiale tritt familiär gehäuft auf und kann sich schon in der Kindheit zeigen. Wenn im elterlichen Haus geraucht wird oder ein Kind übermäßigen Kontakt zu Allergenen, z.B. mit Haustieren, hat, erhöht dies das Risiko an allergischem Asthma zu erkranken. Es gibt jedoch neue Hinweise, dass eine Konfrontation mit potentiellen Allergenen in einem ländlichen Milieu (wie Bauernhof) in der frühesten Kindheit sogar einen eher schützenden Effekt vor Asthma haben kann. Es kommt also auf den Zeitpunkt der Auseinandersetzung des Immunsystems mit den Allergenen an. Auswirkung der allergischen Reaktion Die allergische Reaktion selbst wird durch so genannte Immunglobuline vom Typ E (IgE) vermittelt. Nach Allergenkontakt kommt es zunächst innerhalb von wenigen Minuten zu einer Sofortreaktion, die sich durch Husten und Atemnot kennzeichnet. Nach Abklingen dieser ersten Symptome kann es verzögert sechs bis zwölf Stunden später zu einer so genannten Spätreaktion kommen, die die Betroffenen oft gar nicht mehr mit den Allergenkontakten in Verbindung bringen. Häufig sind verschiedene Allergene für das Auftreten des Asthmas mitverantwortlich. Von daher von großer Bedeutung, das Spektrum der auslösenden Allgergen exakt aufzuarbeiten. Sind die bedeutsamen Allergeneinflüsse bekannt, sollten diese so weit wie möglich vermieden werden.

Nicht-allergisches, intrinsisches Asthma.

Die zweite Form des Asthma bronchiale tritt in der Regel erst im 3. und 4. Lebensjahrzehnt auf. Vorausgehend ist meist ein schwerer viraler Atemwegsinfekt. Typischerweise geht er von lang anhaltenden Husten irgendwann in einen ersten Atemnotanfall über, der dann das Asthma erkennbar macht. Das intrinsische Asthma ist tendenziell das gravierendere und schwieriger zu behandelnde Asthma.

Umwelteinflüsse beeinflussen das gehäufte Auftreten von Asthma.

Im Vergleich zu früher besitzen wir ein deutlich breiteres Nahrungsmittelangebot, das auch potentielle Allergene, die früher in Deutschland gar nicht vorhanden waren, beinhaltet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit der Allergisierung. Ebenso wie durch eine enorm gestiegene Reisetätigkeit, die uns innerhalb kürzester Zeit in völlig neue und unserem Immunsystem unbekannte Allergeneinflüsse führt. Darüber hinaus wird die Aggressivität der Allergene durch Umwelteinflüsse weiter gesteigert. Nicht zuletzt kommt auch dem Phänomen, dass unser Immunsystem aufgrund unserer hohen hygienischen Standards keine eigentliche Aufgabe mehr hat, große Bedeutung zu. Über sehr komplizierte Mechanismen kann sich dann die Neigung entwickeln, auf Allergene überschießend zu reagieren.

Begleitende Phänomene, die bei Asthma bronchiale auftreten:

Asthma äußert sich in vielfältigen Formen Diese Zusatzphänomene können begleitend auftreten :

  • Bronchiale Hyperreagibilität: Asthma-Patienten reagieren oft überempfindlich auf physikalische Reize wie Abgase, Rauch, Lacke, Parfüm oder Kälte. Diese irritativen Reize können Husten oder Atemnot oder auch beides gleichzeitig auslösen.
  • Anstrengungs-Asthma: Die häufigste weitere Erscheinungsform ist das Anstrengungs-Asthma, eine durch körperliche Belastung auslösbare Form der Atemnot. Sie macht sich dadurch bemerkbar, dass nicht während, sondern erst nach Ende einer kurzen Belastung eine Atemeinschränkung auftritt. Bei Kindern geschieht dies typischerweise nach drei bis fünf Minuten, bei Erwachsenen fünf bis acht Minuten nach der körperlichen Anstrengung. Bei fortgesetzter Belastung, z.B. Joggen im Wald, kann das Anstrengungsasthma als eine anfängliche Atemeinschränkung erlebt werden, die sich im weiteren Verlauf des Joggens verliert. Die Amerikaner nennen dies das "running through-Phänomen", d.h. man läuft durch eine Problemphase hindurch, die sich von selbst wieder auflöst.
  • Nächtliches Asthma: Falls das Asthma nur unzureichend behandelt wird, tritt auch das Phänomen des nächtlichen Asthmas auf. Dieses kommt zustande, da in der Nacht die körpereigene Cortisonproduktion am niedrigsten und zudem unser vegetatives Nervensystem auf Ruhe eingestellt ist. Beide Faktoren führen dazu, dass Asthma begünstigt nachts auftreten kann.
  • Schmerzmittel-Asthma: Darüber hinaus finden sich Phänomene wie Schmerzmittel-Asthma. Hierbei können Aspirin oder Aspirin-ähnliche Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) bei hierfür empfindlichen Menschen massive Atemnotzustände hervorrufen. Diese treten typischerweise innerhalb der ersten Stunde nach Einnahme des Medikamentes auf. Meist ist dieses Aspirin- oder Schmerzmittel-Asthma von einer ausgeprägten Bildung von Nasenpolypen begleitet. Dies wiederum führt zu einer Einschränkung oder gar einem Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, was die Lebensqualität der Betroffenen sehr mindern kann.
  • Asthma aufgrund von Alkoholintoleranz: Zudem leiden einige Asthmatiker an einer Alkoholintoleranz, d.h. der Genuss von einem Glas Wein oder Sekt, mitunter auch Bier, führen zum Auftreten von Atembeschwerden.

Welche Beschwerden können bei Asthma bronchiale auftreten?

Das Asthma bronchiale ist gekennzeichnet durch relativ rasch auftretende Atemnotanfälle. Diesen gehen häufig negative Einflüsse durch Einatmen von irritativen Stoffen oder Allergen voraus. Teilweise findet sich auch ein trockener Reizhusten als alleiniges Asthmasymptom. Bei stärkeren Atemnotzuständen kann die Luftnot auch von Unruhe und Angst bis hin zur Panik begleitet sein.

Fachliche Betreuung

Kenn

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Klaus Kenn