Asthma bronchiale. Therapien

Medikamentöse Therapien bei Asthma bronchiale.

Medikamente: Die Basis jeder Asthma-Therapie.

Medikamente: Die Basis jeder Asthma-Therapie.

Die Asthma-Therapie basiert zunächst immer auf einer medikamentösen Therapie. Dabei gibt es zwei verschiedene Gruppen von Medikamenten, die in Frage kommen: Die Basis der Asthmatherapie bilden entzündungshemmende Medikamente (so genannte Controler), allen voran das Cortison. Ohne diese Medikamente ist es nicht möglich, eine Asthmakontrolle zu erreichen. Zum zweiten kommen atemwegserweiternde Substanzen, so genannte Reliever, zum Einsatz. Diese Medikamente wirken rasch und führen dazu, dass sich die Verkrampfung der Atemwege auflöst. Heute gibt es Kombinationspräparate, die langwirksame, atemwegserweiternde sowie anti-entzündliche Medikamente gleichzeitig beinhalten. Viele Patienten sind somit mit einem einzigen Medikament gut zu behandeln. Leider rauchen immer noch etwa 30 Prozent aller Asthmatiker, obwohl sie von ihrer Erkrankung in Kenntnis gesetzt wurden. Studien haben jedoch gezeigt, dass das fortgesetzte Rauchen die Erfolgschancen einer medikamentösen Asthma-Therapie erheblich mindert oder gar vereitelt. Rauchen verschlechtert ohne Frage die Asthma-Prognose!

Atemtherapie als wichtiger Baustein der Asthma-Therapie.

Die richtigen Atemtechniken können Sie bei Atem-Physiotherapeuten erlernen.

Die richtigen Atemtechniken können Sie bei Atem-Physiotherapeuten erlernen.

Neben der medikamentösen Therapie kommen bei der Asthma-Therapie den richtigen Verhaltensweisen und den Atemtechniken eine große Bedeutung zu. Bei der Atemtherapie können Sie als Patient erlernen, das Ausmaß der Atemnot-Anfälle einzuschränken, indem Sie Atemtechniken und atemerleichternde Stellungen anwenden. Wichtig ist aber auch, sich in den kritischen Situationen besonnen zu verhalten. Dies fällt Ihnen leichter, wenn Sie sich in Schulungen die richtigen Maßnahmen angeeignet haben.

Therapie akuter Asthma-Verschlechterungen.

Die infektbedingte Verschlechterung der Erkrankung (Exazerbation) ist für jeden Asthmatiker eine gefürchtete Problemsituation. Einige Asthmaverläufe sind fast ausschließlich von Infekten geprägt, die aus einem leichtgradigen Asthma innerhalb kurzer Zeit ein schwergradiges werden lassen können. Um zu verhindern, dass die Symptome sich verschlimmern, sollte man rechtzeitig zu erkennen, wenn die asthmatische Entzündung zunimmt. Daraufhin ist unmittelbar die antientzündliche Therapie mit Cortison-Präparaten zu intensivieren. Das führt zu einer schnellstmöglichen Besserung. Für den Arzt und für Sie als Patient stellt die Asthma-Exazerbation eine große therapeutische Herausforderung dar, wobei neben der ärztlichen Kunst vor allem auch Ihre Eigenkompetenz als Patient gefragt ist. Letztere muss frühzeitig vermittelt werden, damit Sie, soweit möglich, zum eigenen „Infektmanager“ werden können.

Gibt es ein Frühwarnsystem?

Infektbedingte Verschlechterungen der Asthma-Erkrankung werden primär fast ausschließlich von Virusinfekten ausgelöst. Nur selten verursachen initial bakterielle Infekte eine solche Exazerbation. Bei aufmerksamer Beobachtung können Sie die Symptome, die auf eine Exazerbation hindeuten, meist schon früh erkennen. Erste Anzeichen einer infektbedingten Asthmaverschlechterung können sein:

  • allgemeine Erkältungssymptome 
  • zunehmender Husten mit gelbem Auswurf (Sputum)
  • gesteigerte Bedarfsmedikation mit kürzerer und reduzierter Wirksamkeit der atemwegserweiternden Sprays (so genannte Betamimetika)
  • vermehrte Atemnot, vor allem bei Belastung.

Typisch ist der Beginn einer Infekt-Exazerbation als klassische Erkältung, die – wie die Betroffenen es oft beschreiben – in der Nase beginnt und dann im Verlauf nach unten "abrutscht".

Therapie bei Asthma-Exazerbationen: Maßnahmen, um Symptome zu mindern.

Zunächst sind Maßnahmen anzuraten, die die Symptome behandeln: Mittel zur Abschwellung der Nasenschleimhaut, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gegebenenfalls in Kombination mit Sekretlösern, sowie eine Verringerung körperlicher Belastung.

Therapie bei Exazerbationen: Cortison-Therapie gezielt intensivieren.

Die zentrale Maßnahme stellt die Intensivierung der Therapie mit Cortison dar. Exakte Dosierungsrichtlinien existieren nicht. Bei leichten Infekten reicht oft eine Verdopplung oder Verdreifachung der vorherigen Behandlung mit inhalativem Cortisonspray oder -pulver. Die Dosissteigerung der Sympathomimetika (Reliever) nimmt der Asthmatiker meist eigenständig, entsprechend dem erhöhten Bedarf, vor. Dabei ist unbedingt die erlaubte Höchstdosis zu beachten. Bei sehr heftigen Verschlechterungen des Asthmas ist eine kurzeitige Gabe von z.B. 2 x 20 mg Decortin pro Tag erforderlich. Danach kommt es in der Regel binnen zwei bis drei Tagen zu einer deutlichen Besserung mit Aufhellung und Abnahme des Auswurfs. Eine Reduktion des Cortisons ist immer dann möglich, wenn die vorherige Dosisverringerung zu keiner neuerlichen Verschlechterung der Symptome geführt hat. Meist ist eine geschluckte Cortisontherapie über fünf bis sieben Tage ausreichend. Das Ausschleichen des Cortisons müssen Sie mit dem Arzt abstimmen.

Therapie bei Exazerbationen: Antibiotika-Therapie meist nicht angesagt.

Bei einer akuten infektbedingten Verschlechterung des Asthmas verfärbt sich der Auswurf oft intensiv gelb. Dies kommt durch eine zunehmende bronchiale Freisetzung von besonderen weißen Blutkörperchen („Asthmaentzündungszellen“) zustande. Diese so genannten eosinophilen Zellen lassen sich nicht nur im Sputum, sondern auch im Blutbild nachweisen. Der Anstieg eilt wie beim Allergeneinfluss auch beim drohenden Infekt oft den spürbaren Veränderungen voraus. Patienten meinen meist: gelbes Sputum = Eiter, also Notwendigkeit zur Antibiotika-Therapie. Dies ist in der Regel falsch. Selten sind von vorn herein Antibiotika notwendig.

Peak-Flow-Messung, um Verschlechterungen rechtzeitig erkennen zu können.

Neben den oben genannten klinischen Frühsymptomen kann der exakt erfasste Peak-Flow (PF)-Verlauf oft frühzeitig Veränderungen erkennbar machen. Die Peakflow-Messung ist eine Methode, um die Atembehinderung der vornehmlich großen Atemwege zu untersuchen. Peak-Flow-Messwerte weisen sogar oft vor den klinischen Anzeichen auf eine Verschlechterung hin: Neben einer höheren Schwankungsbreite der Messwerte mit deutlichem Morgentief (morning dip) zeigt sich meist ein größer werdender Abstand zwischen den Werten vor und nach Inhalation von Medikamenten. Zuletzt weist dann ein Absinken des gesamten Peak-Flow-Niveaus auf die Infektbedrohung hin.

Per Peak-Flow-Analyse zur maßgeschneiderten Infektstrategie.

Der Peak-Flow-Verlauf kann für die Entwicklung einer maßgeschneiderten Infektstrategie genutzt werden. Wer nachträglich den Peak-Flow-Verlauf und die zu den einzelnen Zeitpunkten ergriffenen Maßnahmen rückblickend analysiert, kann aus dieser "Manöverkritik" lernen, es beim nächsten Infekt besser zu machen. Selten ist der erste Anlauf schon genau passend. Dadurch werden Sie mehr und mehr zum eigenen „Infektmanager“ und können auch eigenständig frühzeitig die notwendigen Maßnahmen einleiten.

Wieder Kontrolle über das Asthma erreichen.

Sie als Patient sollten kompetent mit Ihrer Krankheit umgehen können und Ihr Asthma möglichst gut unter Kontrolle behalten. Dazu ist es notwendig, dass Sie im Rahmen von Schulungen individuelle Verhaltensweisen zum Infekt-Management erarbeiten, die Sie dann selbst in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt umsetzen müssen. Wichtig ist es, nach Beendigung der infektbedingten Verschlechterungen, dass Sie die Therapie-Intensivierungen wieder zurücknehmen und auf die Basisbehandlung übergehen.

Rehabilitation bei Asthma bronchiale.

Da das Asthma eine chronische Erkrankung darstellt, die den Betreffenden meist das ganze Leben über begleiten wird, kommt der Schulung und Motivation der Betroffenen eine außerordentlich große Bedeutung zu. Ein Asthmatiker muss die Grundzüge, Ursachen, Symptome sowie auch die Behandlungsmaßnahmen der vorliegenden Erkrankung kennen. Ein Rehabilitations-Aufenthalt in einer auf Asthma-Schulungen spezialisierten Klinik kann Ihnen als Patient helfen, sich die die notwendige Kompetenz anzueignen. Neben der optimalen medikamentösen Therapie, die während eines Rehabilitations-Aufenthalts überprüft und verfeinert wird, spielt auch die Atemtherapie eine große Rolle: Wer die richtigen Atemtechniken kennt, kann Asthma-Anfälle viel besser in den Griff bekommen. Erfahrene Atem-Physiotherapeuten weisen Sie als Patienten in einer Rehabilitations-Klinik in alle für Sie wichtigen Techniken ein. Insbesondere ist es wichtig, dass Sie alle Maßnahmen zur Behandlung einer so genannten Exazerbation, also einer Infektverschlechterung, frühzeitig einsetzen können. Machen Sie sich zu Ihrem eigenen „Asthmamanager“, der sein Asthma kontrollieren kann. Wenn dies gelingt und Sie jeweils auf gleicher Höhe mit Ihrem Asthma agieren, so sind in der Regel der Verlauf und vor allem Ihre Lebensqualität erheblich verbessert.

Fachliche Betreuung

Kenn

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Klaus Kenn