Asthma bronchiale. Diagnostik
Wie wird Asthma bronchiale festgestellt?
Die Lungenfunktionsmessung sichert die Asthma-Diagnose ab.
Die wichtigste diagnostische Maßnahme ist die gezielte Anamnese, also das Gespräch mit dem Patienten. Die anschließende Gerätediagnostik sichert dann meist nur noch die Diagnose ab. Hierzu wird eine Lungenfunktion durchgeführt, bei der die Menge der ein- und ausgeatmeten Luft gemessen werden kann. Beim Asthma kann typischerweise nach noch normaler Einatmung die Luft nicht mehr komplett ausgeatmet werden. Dies führt zu dem charakteristischen pfeifenden, giemenden Ausatemgeräusch des Asthmatikers.
Spezielle Gerätediagnostik bei Asthma bronchiale.
Mit der so genannten Spirometrie wird die Menge der ein- und ausgeatmeten Luft genau erfasst. Bei einer noch komplizierteren Methode, der Bodyplethysmographie, kann zusätzlich der Widerstand in den Atemwegen sowie die Menge der im Brustkorb gefangenen Luft gemessen werden. Auch beim Gesunden ist nach Ausatmung noch eine Restmenge Luft in der Lunge (Residualvolumen) vorhanden. Diese kann beim Asthmatiker, insbesondere beim Atemnotanfall, deutlich erhöht sein, so dass ein Gefühl von Überblähung spürbar werden kann.
Laboruntersuchungen bei Asthma bronchiale.
Labor-Untersuchungen bei Asthma: Entzündungszellen und Antikörper nachweisbar.
Im Blut können so genannte Asthma-Entzündungszellen (eosinophile Zellen) nachgewiesen werden. Bei allergischen Patienten finden sich ein erhöhtes IgE (Immunglobuline vom Typ E) sowie spezifische Antikörper gegen die relevanten Allergene. Das Röntgen zeigt meist keine charakteristischen Befunde. Allerdings können der Brustkorb sowie der Rippenverlauf bei langjährigem, insbesondere frühkindlichem Asthma typisch verändert sein.
Die Einteilung in Schweregrade ist überholt.
Bis vor einigen Jahren wurde das Asthma noch in verschiedene Schweregrade (intermittierend, leichtgradig, mittelgradig und schwergradig) eingeteilt. Diese Graduierung wurde zwischenzeitlich aufgegeben, da das Asthma, insbesondere im Rahmen von Allergenkontakten oder Infekten, sehr schnell von einer leichtgradigen in eine schwergradige Form überwechseln kann.
Heute wird zwischen kontrolliertem und unkontrolliertem Asthma unterschieden.
Viel bedeutsamer ist es heute, das Asthma als eine kontrollierte oder unkontrollierte Erkrankung zu beschreiben. Die Gefährdung beim Asthma bronchiale liegt nicht unbedingt nur in dem Ausmaß der Lungenfunktionseinschränkung, sondern in der Variabilität der Symptome. So kann ein Patient mit eingeschränkter Lungenfunktion, aber guten Therapie-Effekten und stabilem Verlauf als kontrolliert bezeichnet werden. Andererseits kann ein Asthmatiker, der zwischenzeitlich völlig normale Lungenfunktionen hat, aber immer wieder zu schwergradigen Verschlechterungen neigt, als unkontrolliert gelten. Im Rahmen der durchzuführenden Diagnostik sind andere Ursachen für anfallsartige Atemnot unbedingt auszuschließen. Nur bei richtiger Diagnosestellung kann die vorliegende Symptomatik durch eine entsprechende Asthma-Therapie effektiv behandelt werden.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. Klaus Kenn