Multiples Myelom (Plasmozytom). Ursachen und Symptome.
Ursache des multiplem Myelom ist nicht bekannt
Die Ursache von multiplem Myelom oder Plasmozytom ist unbekannt. Häufungen innerhalb von Familien gibt es nur sehr selten. Radioaktive Strahlungen und chemische Gifte können wohl einen Beitrag zur Entstehung liefern, trotzdem lässt sich bei den meisten Patienten eine derartige Exposition nicht nachweisen.
Genetische Veränderungen der Zellen
Bei der Entwicklung der B-Zellen hin zu den antikörperproduzierenden Plasmazellen werden Entwicklungsstadien durchlaufen, die natürlicherweise zu Genumlagerungen führen. Bei diesen Prozessen können in einzelnen Zellen genetische Störungen vorkommen die zur Entartung der Zellen führen. Bei der Zellteilung geben diese genetisch gestörten Zellen die genetischen Veränderungen an ihre Tochterzellen weiter (= Monoklonalität). Dementsprechend haben alle Zellen des multiplen Myeloms oder Plasmozytoms die gleichen krankhaften genetischen Veränderungen, die mit entsprechenden Methoden nachgewiesen werden können. Im langjährigen Verlauf der Erkrankung können diese Zellen weitere genetische Veränderungen zusätzlich erhalten, die mit einer erhöhten Aggressivität der Tumorerkrankung verbunden sind.
Multiples Myelom (Plasmozytom). Die Symptome
Da die Symptome häufig unspezifisch sind, wird das multiple Myelom oder Plasmozytom häufig zufällig oder verzögert diagnostiziert. Folgende Symptome sind dabei typisch und häufig:
- Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Luftnot bei stärkerer körperlicher Belastung:
diesen Beschwerden liegt eine Blutarmut (Anämie) zugrunde. Speziell liegt ein Mangel an Erythrozyten, den Sauerstoffträgern im Blut, vor. Diese Blutarmut entsteht durch Verdrängung der normalen Blutbildung im Knochenmark durch die sich ausbreitenden krankhaften Plasmazellen.
- Knochenschmerzen oder Knochenbrüche ohne adäquate Ursache:
Durch das Auftreten von Knochendefekten insbesondere in den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, aber auch an den langen Röhrenknochen von Armen und Beinen, entstehen Schmerzen, die häufig über längere Zeit orthopädisch behandelt werden, ohne dass die Ursache bekannt ist und ohne dass sich ein Therapieerfolg einstellt. Haben diese Knochendefekte den Knochen sehr stark an mechanisch stark belasteten Stellen ausgedünnt, so kann es plötzlich ohne erkennbare Ursache zu Knochenbrüchen kommen. Im Röntgenbild wird dann häufig die eigentliche Ursache des Knochenbruchs erkannt und die richtige Diagnose stellt.
- Infektanfälligkeit:
Das multiple Myelom unterdrückt die normale Immunabwehr, so dass viele Patienten an einer verstärkten Infektanfälligkeit leiden. Dies betrifft insbesondere Infekte der Atemwege bis hin zu Lungenentzündungen (Pneumonien).
- Nierenfunktionsstörungen:
Die Niere kann durch Ablagerungen der krankhaften M-Proteine oder auch durch Harnwegsinfekte geschädigt werden, sodass die Nierenfunktion gestört ist. Dies zeigt sich häufig an den sog. Retentionsparametern der Niere bei Blutuntersuchungen. Bei manchen Patienten wird sehr viel nierengängiges M-Protein gebildet, sodass der Urin sich in seiner Zusammensetzung verändert und teilweise auffällig wird. Wenn die Ausscheidungsfunktion der Niere stärker eingeschränkt ist, kann es zu Wassereinlagerungen z.B. in den Beinen (Beinödeme) oder auch in der Lunge (Lungenödem) kommen.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Priv.-Doz. Dr. med. Christian Straka