Multiples Myelom (Plasmozytom)

Was ist ein multiples Myelom?

Zu Grunde liegt eine monoklonale (mit identischer genetischer und molekularer Struktur) Vermehrung von Plasmazellen (B-Zellen, die Antikörper bilden), die sich entweder im Knochenmark vermehren und ansammeln, oder auch an Knochen, Muskeln oder anderen Stellen abgegrenzte Tumore (=extramedullärer Fall) bilden.

Die Vorform des multiplen Myelom

Es existiert eine Vorform des multiplen Myeloms, die wesentlich häufiger ist als das multiple Myelom selbst und die noch keinen Krankheitswert besitzt. Es handelt sich hierbei um die sog. Monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz (MGUS). Diese Vorform wird häufig im Rahmen von Routineuntersuchungen zufällig festgestellt, anhand einer Verschiebung der Bluteiweiße mit einem auffälligen Muster in der Serumeiweißelektrophorese. Ob und wann eine solche Vorform tatsächlich in ein Multiples Myelom übergeht, kann nur schwer vorhergesagt werden. Risikofaktoren, wie eine auffällige Verschiebung der freien Leichtketten im Serum oder ein besonders stark erhöhtes M-Protein im Serum oder auch spezielle Subtypen des krankhaften Eiweißmoleküls (nicht-IgG) sprechen dafür, dass ein solcher Übergang eher früher als später erfolgt. Eine Behandlung des MGUS erfolgt nicht.

Wann liegt ein multiples Myelom vor?

Ein multiples Myelom liegt dann vor, wenn folgende Kriterien gegeben sind:

  • Eine Vermehrung von Plasmazellen (>10 %) im Knochenmark, die teilweise auch atypisch sind.
  • Nachweis eines monoklonalen M-Proteins im Serum und/oder Urin
  • Röntgenologisch fassbare Defekte (Osteolysen) an den Knochen bishin zu Knochenbrüchen.

Solitäre Plasmozytome sind abgrenzbare Tumore, die in der Gewebeuntersuchung aus krankhaften Plasmazellen bestehen.

Fachliche Betreuung

Straka

Der Beitrag wird betreut durch

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Straka