Multiples Myelom (Plasmozytom)
Eine Krebserkrankung, die häufig ältere Menschen trifft
Meist sind ältere Menschen vom Multiplen Myelom betroffen.
Das Multiple Myelom oder Plasmozytom wurde erstmals 1845 beschrieben. Das Multiple Myelom ist die zweithäufigste hämatologische Neoplasie (= Neubildung von Gewebe, also auch Tumoren) und macht etwa 10 % aller hämatologischen Tumoren aus. Es ist eine Erkrankung der älteren Menschen mit einem Altersdurchschnitt, der bei 65 - 70 Jahren liegt. Die Häufigkeit in Deutschland beträgt etwa 4-5 pro 100.000 im Jahr.
Schwierige Diagnose des Multiplen Myeloms (Plasmozytom)
Die Erkrankung wird häufig zufällig oder verzögert diagnostiziert, da die Beschwerden der Patienten häufig nicht sehr charakteristisch sind. Beim multiplen Myelom verdrängen krankhafte Plasmazellen die normale Blutbildung im Knochenmark. Das Krankheitsbild ist komplex und mit Schädigungen am Knochen, an der Niere und anderen Organen verbunden. Durch Beeinträchtigung des Immunsystems besteht eine Abwehrschwäche, die zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führt. Durch Ablagerung krankhafter Proteine können auch Nervenschädigungen auftreten. Das Multiple Myelom muss derzeit noch als unheilbare Krebserkrankung gelten. Allerdings zeigen neue Erhebungen, dass möglicherweise doch zum jetzigen Zeitpunkt etwa 10 % der Patienten durch den Einsatz moderner Therapien geheilt werden können. Dabei handelt es sich insbesondere um Patienten, bei denen in den Tumorzellen keine ungünstigen zytogenetischen Veränderungen nachgewiesen werden können.
Neue Fortschritte in der Therapie des Multiplen Myeloms (Plasmozytom)
In den letzten 15 Jahren sind herausragende Therapiefortschritte erzielt worden, zunächst durch den Einsatz von Hochdosis Chemotherapien mit autologer Blutstammzelltransplantation und in den letzten Jahren auch durch den Einsatz von Substanzen mit neuartigen Wirkungsprofilen (immunmodulatorische Substanzen), die alleine in Kombination mit Cortisonpräparaten oder auch in Kombination konventioneller Chemotherapie gegeben werden können. Die Therapieoptimierung schreitet durch die Erkenntnisse aus großen klinischen Studien kontinuierlich voran.
Wenn Blutzellen außer Rand und Band sind
Die Folgen einer Über- oder Unterproduktion bestimmter Zellen können gravierend sein.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Priv.-Doz. Dr. med. Christian Straka