Herzinfarkt. Therapie & Diagnostik

Beim Herzinfarkt ist eine schnelle Behandlung erforderlich.

Bei einem Herzinfarkt ist schnelle Hilfe entscheidend. Innerhalb der ersten Stunde, der sogenannten "golden hour", stehen die Aussichten gut, dass der Gefäßverschluss durch eine Herzkatheterbehandlung erfolgreich therapiert werden kann. Daher sollte bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort reagiert und der Rettungsdienst alamiert werden.

Da die Gefahr des Herzstillstands durch Kammerflimmern in der ersten Stunde am größten ist, sollten Ersthelfer rasch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen.

 

Herzinfarkt. Diagnostik, Therapie & Rehabilitation

Diagnostik. So wird ein Herzinfarkt festgestellt

Mit dem EKG lässt sich die Herzstromkurve messen.

Mit dem EKG lässt sich die Herzstromkurve messen.

Die Diagnose erfolgt bei einem Herzinfarkt zunächst auf Grundlage der vorliegenden Beschwerden. Doch gerade bei Frauen können, die typischen Anzeichen fehlen.

Ein sicheres und am weitesten verbreitetes Hilfsmittel zur Diagnosestellung ist das Elektrokardiogramm (EKG), mit dem sich die Herzstromkurve messen lässt. Ärzte können mit dieser Methode feststellen, ob die linke Herzkammer vergrößert ist oder sich der Herzmuskel verdickt hat. Auch Hinweise auf einen zurückliegenden Herzinfarkt liefert das EKG. Sind die Beschwerden unklar, wird neben dem Ruhe-EKG auch ein Belastungs-EKG durchgeführt, um zu prüfen, inwieweit die körperliche Belastbarkeit des Patienten eingeschränkt ist. Auch die koronare Herzkrankheit lässt sich so diagnostizieren.

 

Zuverlässigkeit der EKG-Diagnose liegt zwischen 45-70%.

Nicht alle Herz-Patienten können mit dieser Methode richtig beurteilt werden. Deshalb werden bei Frauen mit einem auffälligen Belastungs-EKG  weiterführende Diagnose-Maßnahmen vorgenommen. Eine Möglichkeit ist die Stress-Echokardiographie, bei der eine Ultraschall-Untersuchung am Herzen gemacht wird, während sich der Patient körperlich betätigt. Dabei lassen sich Bewegungsstörungen und -ausfälle der betroffenen Herzanteile erkennen. Die andere Möglichkeit ist die  Myokardszintigraphie, ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren, das je nach Durchführung Informationen über die Durchblutungs-Verhältnisse, Vitalität und Funktion des Herzmuskels liefert. Um eine exakte Diagnosestellung zu erhalten, kommen auch Verfahren wie die computertomographische Angiographie oder die Kernspintomographie des Herzens (Kardio-MR) zum Einsatz. Hochspezialisierte dreidimensionale Ultraschalluntersuchungen ermöglichen die genaue Bestimmung von Gefäßerkrankungen.

 

Ein kleiner Infarkt lässt sich frühzeitig im Blut feststellen.

Mit einem Bluttest im Krankenhaus oder bereits in der Arztpraxis lässt sich der Herzinfarkt frühzeitig auch bei kleinen Infarkten sicher diagnostizieren. Dabei wird durch den Einsatz immer genauerer Testverfahren der Troponinwert bestimmt. Kardiale Troponine sind herzspezifische Eiweiße, die bei der Schädigung von Herzmuskelzellen in das Blut freigesetzt werden, wo es gemessen werden kann.

 

Therapie. So wird ein Herzinfarkt behandelt

Erste Notfallversorgung bei Verdacht auf Herzinfarkt.

Erstes Ziel jeder Therapie ist, die Sauerstoffversorgung des Herzens wiederherzustellen bzw. zu verbessern und den Kreislauf zu stabilisieren. Notwendig ist daher, dass Patienten sofort medikamentös behandelt werden. Als Medikamente werden zum Beispiel Schmerzmittel, „Plättchenhemmer“ zur möglichst raschen Verbesserung der Durchblutung sowie gefäßerweiternde Medikamente eingesetzt. Blutgerinnselauflösende Medikamente sind dagegen nur in einzelnen Fällen  erforderlich.

 

Herzinfarkt-Patienten müssen umgehend in eine geeignete Klinik mit 24h Herzkatheterbereitschaft.

Herzkatheter können Herzkranzgefäße über eine digitale Röntgenanlage mit Röntgenkontrastmittel sichtbar machen.

Herzkatheter können Herzkranzgefäße über eine digitale Röntgenanlage mit Röntgenkontrastmittel sichtbar machen.

Herzinfarkt-Patienten müssen umgehend in eine geeignete Klinik mit 24-stündiger Herzkatheterbereitschaft transportiert werden. Dort werden spezielle Herzkatheter über die Schlagadern in die Leiste oder den Arm eingeführt und können so die Herzkranzgefäße über eine digitale Röntgenanlage mit Röntgenkontrastmittel sichtbar machen. Mit dieser Methode lassen sich hochgradige Engstellen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße feststellen. Ob und wann die Herzkatheter-Behandlung durchgeführt wird hängt davon ab, ob es sich um einen „großen“ oder „kleinen“ Herzinfarkt handelt.

  • Beim „großen“ Herzinfarkt sollte die Herzkatheter-Behandlung möglichst unverzüglich, das heißt innerhalb von 90 bis 120 Minuten erfolgen.
  • Der Einsatz des Herzkatheters beim „kleinen“ Herzinfarkt oder instabilen Brustschmerzen hängt von den Beschwerden und möglichen Risikofaktoren ab. Ein notwendiger Eingriff erfolgt dann innerhalb von 48 Stunden.
 

Unsere Herzspezialisten finden die beste Behandlungsstrategie.

Mit Hilfe des Herzkatheters ist es möglich, nach der Wiedereröffnung eines Gefäßes auch Stents (Gefäßstützen) zu implantieren, die das verschlossene Gefäß erweitern und offen halten und so zu einer Normalisierung des Blutflusses führen. In seltenen Fällen – zum Beispiel bei sehr schwerem Befall aller drei Herzkranzgefäße oder des linken Hauptgefäßes (Hauptstamm) – wird statt einer Herzkatheterbehandlung eine Bypassoperation durchgeführt. Über die im Einzelfall beste Behandlungsstrategie entscheiden die Herzspezialisten. Ziel ist immer einen dauerhaften Schaden am Herzmuskel zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten.

 

Rehabilitation. Wieder fit für den Alltag werden

Besonders wichtig ist, dass Patienten nach einem Herzinfarkt ihre verordneten Medikamente, vor allem die blutverdünnenden Plättchenhemmer, auch tatsächlich einnehmen.

Besonders wichtig ist, dass Patienten nach einem Herzinfarkt ihre verordneten Medikamente, vor allem die blutverdünnenden Plättchenhemmer, auch tatsächlich einnehmen.

Wichtig für die weitere Behandlung ist immer, die medikamentöse Therapie zu optimieren und Risiken für weitere Herzinfarkte zu minimieren. Dazu gehört, dass Risikoerkrankungen für Herzkreislauferkrankungen wie Diabetes oder zu hohe Cholesterinwerte rechtzeitig erkannt und zukünftige Herzinfarkte besser behandelt werden. Die Ärzte überprüfen die Verträglichkeit der Medikamente gemeinsam mit dem Hausarzt und passen gegebenenfalls die Medikation an. Besonders wichtig ist, dass Patienten nach einem Herzinfarkt ihre verordneten Medikamente, vor allem die blutverdünnenden Plättchenhemmer, auch tatsächlich einnehmen, um lebensbedrohliche Folgen wie erneute Herzinfarkte zu verhindern.

 

Nach einem Herzinfarkt muss der Lebensstil umgestellt werden.

Darüber hinaus ist eine Umstellung des Lebensstils für viele Patienten nach dem Herzinfarkt sehr wichtig. Dazu gehört zum Beispiel, mit dem Rauchen aufzuhören. Für den weiteren Verlauf der Therapie spielen auch mehr körperliche Bewegung und eine gesunde abwechslungsreiche Ernährung eine große Rolle. Weil alle diese Maßnahmen nicht während eines kurzen Aufenthaltes in der Klinik berücksichtigt werden können, wird in der Regel allen Patienten nach einem Herzinfarkt eine Anschlussheilbehandlung (Reha) in einer entsprechenden Spezialklinik oder ambulant empfohlen.

 

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Alltag. Tipps & Ratgeber

Wer sein Herz schont und Risiken vermeidet, hat schon viel gewonnen: Tipps zur Gesundheitsstärkung.

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Diese unserer Kliniken sind auf die Behandlung von Herzinfarkt (Myokardinfarkt) spezialisiert.

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