Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Ursachen
Wie kommt es zur Arteriosklerose?
Die Ursachen der Arteriosklerose sind vielfältig und nur teilweise bekannt. Zur Entstehung der Arteriosklerose gibt es jedoch drei verschiedene Theorien. Am bekanntesten ist die „response to injury“-Theorie, die davon ausgeht, dass primär eine Schädigung der Gefäßwand vorliegt. Was passiert dabei konkret?
„response to injury“-Theorie
Die Endothelschicht (Intima) wird an ihrer Oberfläche an bestimmten Stellen leicht geschädigt. Ursache hierfür können mechanische Verletzungen sein (z. B. durch äußere Einwirkung wie Biegung oder Dehnung), biochemische Einflüsse (z. B. Viren) oder die Pulswelle bei hohem Blutdruck. Um den Schaden zu reparieren, heften sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der Verletzungsstelle an und es bilden sich kleine Gerinnsel (Mikrothromben). Die geschädigten Stellen werden in der Folge von neuen Endothelzellen überwachsen. Durch die Aufnahme von Lipidproteinen (Blutfetten) können die eingewanderten Muskelzellen wachsen und sich in das Gefäß hinein vergrößern. Die Arterienwand kann dann so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sich nach außen wölbt. Unter Umständen können solche Gefäßwandwucherungen auch aufbrechen, wodurch der Mechanismus erneut in Gang gesetzt wird.
Weitere Theorien sind:
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Die „Inkrustationstheorie“: Sie geht von einer Infiltration der Gefäßwände durch Blutfette (Lipide) aus.
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Die „Klon-Wachstums-Theorie“: Sie beruht auf der Ähnlichkeit von Tumorzellen und den glatten Muskelzellen der Mittelschicht (Media), d. h. es kommt zu einem tumorähnlichen Wachstum und einer Umwandlung dieser Zellen.
Unterschiedliche Formen der Arteriosklerose
Weiterhin unklar ist, wieso die Form der arteriosklerotischen Veränderungen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich sein kann. So können sich beispielsweise Kalkeinlagerungen („harte“ Plaque) oder eher fettreiche Einlagerungen bilden. Beide Arterioskleroseformen haben jedoch gemeinsam, dass durch die Gefäßverengung der Blutfluss behindert ist und es kann auch vorkommen, dass das betroffene Gefäß verschlossen wird. Dabei lösen sich weiche Plaqueteilchen ab und werden vom Blutstrom mitgetragen. Wenn sie in einem kleineren Gefäß stecken bleiben und es vollständig verschließen, spricht man von einer Embolie, die eine akute Gesundheitsgefahr darstellt, das das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird und abstirbt, wie z. B. eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall, wenn Hirngefäße verstopft sind. Zu einem Herzinfarkt kann es kommen, wenn die Herzkranzgefäße (Koronararterien) betroffen sind.
Welche Stellen des Blutkreislaufs sind am häufigsten von der Arteriosklerose betroffen?
Typischerweise treten die durch die Arteriosklerose bedingten Verengungen an Gefäßverzweigungen auf. Häufige Stellen sind: Verzweigung der Halsarterie (Karotis-Stenose), der Aorta und in der Leiste die Gabelung der Oberschenkelarterien (Femoralis-Gabel).
Abhängig davon, welche Stellen der Gefäße von der Arteriosklerose betroffen sind, äußert sie sich in verschiedenen Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. So unterscheidet man:
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Koronare Herzkrankheit (KHK), wenn die Herzkranzgefäße beteiligt sind: Herzinfarkt
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Zerebrale Durchblutungsstörungen (Zerebralsklerose), wenn die Gefäße betroffen sind, die das Gehirn mit Blut versorgen: Schlaganfall
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Bauchaortenaneurysma (Aussackung der Bauchschlagader), die aufreißen und zu einer lebensgefährlichen inneren Blutung führen kann
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Nierenversagen und arterieller Bluthochdruck, wenn die Nierenarterien betroffen sind
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Durchblutungsstörungen der Beine, arterielle Verschlusskrankheit (AVK bzw. pAVK), Raucherbein, wenn die Beinarterien betroffen sind.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Ralf Hamann