Arteriosklerose (Arterienverkalkung).

Wenn sich Ablagerungen an den Gefäßwänden bilden.

Bei Arteriosklerose verkalken die Arterien. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Bei Arteriosklerose verkalken die Arterien. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Unter Arteriosklerose, auch Atherosklerose oder arterielle Verschlusskrankheit (umgangssprachlich „Arterienverkalkung“), versteht man chronisch fortschreitende Veränderungen an der Blutgefäßwand, die über Jahre hinweg entstehen. Es bilden sich Ablagerungen an den Innenwänden der vorher elastischen und flexiblen Blutgefäße, deren Wände sich im Lauf der Zeit verhärten und verdicken und somit ihre Elastizität verlieren. Ihr Durchmesser verringert sich dadurch, der Blutstrom wird beeinträchtigt und Durchblutungsstörungen sowie – im schlimmsten Fall – ein Gefäßverschluss sind die Folge. Die Arteriosklerose zählt mit zu den häufigsten Erkrankungen in den Industrieländern und ist eine Ursache für viele Folgeerkrankungen. Die bekanntesten sind Schlaganfall oder Herzinfarkt.

 

Betroffen sind häufig ältere Personen.

Die Bezeichnung „Verkalkung“ ist im Grunde genommen irreführend, denn es handelt sich eigentlich um einen natürlichen Alterungsprozess. Die Arteriosklerose tritt hauptsächlich bei älteren Menschen auf, betroffen sind vorwiegend Männer ab 40 Jahren und Frauen nach den Wechseljahren. Doch bereits im Jugendalter beginnen sich arteriosklerotische Schäden in Form von Fettansammlungen in Gefäßen zu bilden. Prinzipielle können alle Blutgefäße im menschlichen Körper betroffen sein. Am meisten gefährdet sind jedoch Verzweigungen von Gefäßen, weil hier durch die Pulswelle besonders starke Belastungen und Verwirbelungen des Blutes auftreten.

 

Arteriosklerose. Informationen von A-Z

Information. Was versteht man unter Arteriosklerose?

Der Aufbau einer gesunden Arterie.

Der Aufbau einer gesunden Arterie.

Arterien bestehen aus 3 Schichten, damit sie sich bestens an ihre Aufgaben anpassen können:

 

Die Folgen der Veränderungen.

Mit Arteriosklerose bezeichnet man die Veränderung der Innenschicht durch Ablagerungen von Fettbestandteilen (Lipiden), komplexen Kohlehydraten (Zucker) und Kalk. Diese und andere Stoffe werden unter dem Begriff Plaques zusammengefasst. Diese Veränderungen können auch die Mittelschicht betreffen. Mit der Zeit verengen und „verkalken“ sich die betroffenen Blutgefäße durch diese Ablagerungen, und sie verlieren ihre Elastizität. Je stärker die Gefäße verengt werden, desto weniger Blut (und damit auch Sauerstoff und Nährstoffe) kann zu den verschiedenen Organen gelangen, die von dieser Arterie versorgt werden. Der Verschluss einer Arterie bedeutet die komplette Unterbrechung der Blutversorgung und damit Sauerstoffmangel eines Organs.

 

Symptome. Häufige Anzeichen von Arteriosklerose

Eine Arteriosklerose entwickelt sich über Jahre hinweg schleichend und verursacht anfänglich praktisch so gut wie keine Beschwerden. Klinische Bedeutung bekommt die Arteriosklerose erst mit dem Auftreten von Folgeerscheinungen, die entstehen, wenn die Verengung der Gefäße soweit fortgeschritten ist, dass es zu einer mangelhaften Blutversorgung der betroffenen Organe kommt.

 

Ernste Warnsymptome sind:

  • Herzrhythmusstörungen, Herzschmerzen, Brustenge (Angina pectoris), Herzinfarkt
  • Gedächtnisschwäche im Alter, Vergesslichkeit, Demenz
  • Sehstörungen, Schwindel, Ohnmacht, Schlaganfall

Bei dem erwähnten Schlaganfall gibt es leider wenige Warnsignale vorher. Jedoch können "Fleckensehen" der Augen, vorübergehende Sprachstörungen oder kurzandauernde Taubheitsgefühle in den Armen oder Beinen ernste Hinweise sein.

 

Durchblutungsstörungen der Beine.

Betroffene müssen bei Durchblutungsstörungen der Beine häufig stehen bleiben

Betroffene müssen bei Durchblutungsstörungen der Beine häufig stehen bleiben

Bei einer Durchblutungsstörung der Beine treten charakteristische Beschwerden auf. Diese äußern sich hauptsächlich in Belastungssituationen, in der die Beinmuskulatur vermehrt Blut benötigt, so beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten. Ist die Belastung zu groß, erhält der Muskel zu wenig Sauerstoff und es treten sog. durchblutungsbedingte (ischämische) Muskelschmerzen auf. Bei erkrankten Personen äußern sich Durchblutungsstörungen der Oberschenkelhalsarterien bereits schon unter geringer Belastung, z. B. beim Bergauf-Gehen oder beim schnellen Gehen. Die Betroffenen müssen häufig Stehen bleiben, um die Sauerstoffversorgung der Beine zu gewährleisten. Erst danach kann ist ein schmerzfreies Gehen wieder möglich. Dies hat zu dem Namen Schaufenster-Krankheit = Claudicatio intermittens geführt.

 

Durchblutungsstörungen sind nicht immer die Ursache von Schmerzen.

Liegen hingegen Abnutzungserscheinungen der Gelenke (Arthrose) oder ein Muskelschaden (z. B. Muskelzerrung, Muskelriss, Bänderzerrung) vor, sind die Schmerzen anfangs am stärksten und nicht erst unter Belastung. Man spricht daher vom „Anlaufschmerz“; nach längerer Bewegung verbessern sich die Beschwerden. Der Arzt erkennt aus der Krankheitsgeschichte (Anamnese) der betroffenen Person, ob eine durchblutungsbedingte oder ob eine Abnutzungserscheinung der Gelenke Erkrankung vorliegt.

 

Es werden vier Stadien unterschieden:

  • Stadium I:  Die Verengung der Beinarterien ist ein schleichender Prozess und verläuft anfangs meist schmerzfrei. Betroffene geben in diesem Stadium allenfalls eine frühe Ermüdbarkeit der Muskulatur (zum Beispiel der Waden) oder eine Temperaturdifferenz der Füße an. Ein Warnzeichen für Gefäßveränderungen der Schlagadern, z.B. des Beckens sind bei Männern Erektionsstörungen.
  • Stadium II: Patienten im Stadium II der Krankheit leiden unter durchblutungsbedingten Schmerzen in den Waden oder Oberschenkeln beim Treppensteigen, Bergaufgehen oder sonstiger stärkerer Belastung. Durchblutungsstörung des Gehirns machen sich dadurch bemerkbar, das Patienten vorübergehend unfähig sind zu sprechen oder es zu einer kurzzeitigen Lähmung einer Hand, eines Beines oder auch einer Körperhälfte kommt. Auch ein vorübergehendes „Flecken sehen“ oder eine kurzfristige Blindheit auf einem Auge kann durch eine solche Durchblutungsstörung des Gehirns ausgelöst werden. Diese Symptome sind äußerst ernst zu nehmende Warnsymptome eines drohenden Schlaganfalls.
    • Stadium II a: schmerzfreie Gehstrecke über 200 Meter
    • Stadium II b: schmerzfreie Gehstrecke unter 200 Meter
    • Stadium II c (kompliziertes Stadium): Ulcus oder Nekrose, die Kriterien der kritischen Ischämie sind nicht erfüllt
  • Stadium III: Im Stadium III ist die Durchblutung aufgrund der Gefäßveränderungen so stark eingeschränkt, dass die Betroffenen auch im Bett liegend nachts über Schmerzen in der Muskulatur klagen. Die Patienten müssen die Beine aus dem Bett hängen lassen, um schmerzlos zu werden. Ist die Durchblutung bereits in diesem Maße eingeschränkt, droht der Verlust der Extremität. Weitere Anzeichen: Cutis marmorata ("marmorierte" Haut), Temperaturdifferenz, systolischer Knöchelarteriendruck < 50 mmHg
  • Stadium IV: Zu absterbendem Gewebe und zusätzlichen Geschwüren an Beinen kommt es im Stadium IV. Bezogen auf das Gehirn können entsprechende Hirnfunktionen nicht mehr wiedererlangt werden. Systolischer Knöchelarteriendruck < 50 mmHg
 

Ursachen. Wie entsteht eine Arteriosklerose?

Wie kommt es zur Arteriosklerose?

Die Ursachen der Arteriosklerose sind vielfältig und nur teilweise bekannt. Zur Entstehung der Arteriosklerose gibt es jedoch drei verschiedene Theorien. Am bekanntesten ist die „response to injury“-Theorie, die davon ausgeht, dass primär eine Schädigung der Gefäßwand vorliegt. Was passiert dabei konkret?

 

„response to injury“-Theorie.

Die Endothelschicht (Intima) wird an ihrer Oberfläche an bestimmten Stellen leicht geschädigt. Ursache hierfür können mechanische Verletzungen sein (z. B. durch äußere Einwirkung wie Biegung oder Dehnung), biochemische Einflüsse (z. B. Viren) oder die Pulswelle bei hohem Blutdruck. Um den Schaden zu reparieren, heften sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der Verletzungsstelle an und es bilden sich kleine Gerinnsel (Mikrothromben). Die geschädigten Stellen werden in der Folge von neuen Endothelzellen überwachsen. Durch die Aufnahme von Lipidproteinen (Blutfetten) können die eingewanderten Muskelzellen wachsen und sich in das Gefäß hinein vergrößern. Die Arterienwand kann dann so in Mitleidenschaft gezogen werden, dass sich nach außen wölbt. Unter Umständen können solche Gefäßwandwucherungen auch aufbrechen, wodurch der Mechanismus erneut in Gang gesetzt wird.

 

Weitere Theorien sind:


 

Unterschiedliche Formen der Arteriosklerose.

Weiterhin unklar ist, wieso die Form der arteriosklerotischen Veränderungen bei verschiedenen Menschen unterschiedlich sein kann. So können sich beispielsweise Kalkeinlagerungen („harte“ Plaque) oder eher fettreiche Einlagerungen bilden. Beide Arterioskleroseformen haben jedoch gemeinsam, dass durch die Gefäßverengung der Blutfluss behindert ist und es kann auch vorkommen, dass das betroffene Gefäß verschlossen wird. Dabei lösen sich weiche Plaqueteilchen ab und werden vom Blutstrom mitgetragen. Wenn sie in einem kleineren Gefäß stecken bleiben und es vollständig verschließen, spricht man von einer Embolie, die eine akute Gesundheitsgefahr darstellt, das das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird und abstirbt, wie z. B. eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall, wenn Hirngefäße verstopft sind. Zu einem Herzinfarkt kann es kommen, wenn die Herzkranzgefäße (Koronararterien) betroffen sind.

 

Welche Stellen des Blutkreislaufs sind am häufigsten von der Arteriosklerose betroffen?

Typischerweise treten die durch die Arteriosklerose bedingten Verengungen an Gefäßverzweigungen auf. Häufige Stellen sind: Verzweigung der Halsarterie (Karotis-Stenose), der Aorta und in der Leiste die Gabelung der Oberschenkelarterien (Femoralis-Gabel). Abhängig davon, welche Stellen der Gefäße von der Arteriosklerose betroffen sind, äußert sie sich in verschiedenen Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. So unterscheidet man:

 

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Arteriosklerose?

Durch schädliche Einflüsse, so genannte Risikofaktoren, kann der Entstehungsprozess der Arteriosklerose beschleunigt werden. In manchen Fällen liegen auch mehrere Faktoren gleichzeitig vor. Folgende Risikofaktoren kommen in Frage:

  • Lebensalter
  • Geschlecht (Männer sind gefährdeter als Frauen)
  • erhöhte Blutfette (begünstigt die Ablagerungen von Fett an den Gefäßinnenwänden)
  • hohe Blutzucker-Werte (Zuckerkrankheit = Diabetes)
  • Bluthochdruck (die Druckbelastung fördert die Bildung von Gefäßrissen)
  • Rauchen, unabhängig von Geschlecht und Alter
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Negativer Stress

Neben diesen Faktoren spielt auch die erbliche Veranlagung eine Rolle. Unter den Risikofaktoren gibt es solche, auf die Sie keinen Einfluss haben (Geschlecht, Lebensalter, Vererbung) und solche, die Sie positiv beeinflussen können. Dazu zählt in erster Linie das Rauchen!

 

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Körperliche Bewegung, wie Tanzen oder Spazierengehen, fördern die Durchblutung.

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