Aorten-Aneurysma. Diagnostik
Wie wird ein Aorten-Aneuyrisma festgestellt?
Der oft angegebene maximale Aneurysmadurchmesser sollte nicht mehr alleiniges Kriterium zur Beurteilung eines Aortenaneurysmas sein. Es konnte z. B. gezeigt werden, daß die Korrelation des Aneurysmadurchmessers zum Durchmesser des zweiten Lendenwirbelkörpers ein besserer Vorhersageparameter für die Rupturrate ist als der Maximaldurchmesser. Ebenso kann der Aortendurchmesser auf die iuxta-renale (oberhalb des Abgangs der Nierenarterien) Aorta bezogen werden und von einem Aortenaneurysma gesprochen werden, wenn der Durchmesser infrarenal (unterhalb des Abgangs der Nierenarterien) das 1,5fache beträgt.
Ultraschalluntersuchung
Als Screening - Untersuchungsmethode und Kontrolluntersuchung ideal und wenig belastend ist die abdominelle Sonografie (Ultraschalluntersuchung).
Man muß sich jedoch über die Fehlerbreite der sonographischen Größenbestimmung von Aortenaneurysmen klar sein. Auch bei erfahrenen Therapeuten und unter Benutzung desselben Gerätes beträgt die Fehlerbreite 0,5 cm. Korrekterweise muss diese jedoch sogar mit 0,8 cm angesetzt werden. Dies relativiert die Festsetzung einer starren Größe von beispielsweise 50 mm als Indikation zur elektiven Operation von Aortenaneurysmen.
Verlaufskontrolle wann?
Der Zeitpunkt der Verlaufskontrolle von Aortenaneurysmen ist abhängig von dem initialen Durchmesser: Große Aneurysmen wachsen schneller als kleine. Während für Aneurysmen von unter 5 cm Durchmesser die Wachstumsrate zwischen 0,2 und 0,7 cm pro Jahr liegt, wachsen große Aneurysmen zum Teil wesentlich rascher, so dass ein Intervall von sechs Monaten zu lang sein kann. Auch hier muss trotz allen Bemühungen zur Kostendämpfung die Möglichkeit gegeben sein, eine abdominelle Ultraschalluntersuchung in kürzeren Zeitabständen durchzuführen.
Computertomographie (CT)
Trotz der höheren Kosten hat die Computertomographie gegenüber der Sonographie den Vorteil, weniger abhängig von Artefakten und subjektiver Interpretation des Untersuchers zu sein und ist deshalb als Methode der Wahl zur initialen Aneurysmabeurteilung anzusehen. Sie sollte sogar bei spezifischer Fragestellung (z. B. inflammatorisches Aortenaneurysma) durch die noch weit kostenträchtigere Magnetresonanztomographie (MR) -Untersuchung ergänzt werden.
Spiral-CT-Untersuchung
Die Spiral-CT-Untersuchung mit dreidimensionaler Rekonstruktion erlaubt eine komplexe Beurteilung der Aneurysmaform und der abgehenden Gefäße. Sie ist besonders nützlich zur Beurteilung des Aneurysmahalses, was für die präoperative Einschätzung der Höhe der notwendigen Anastomose nützlich ist. Das Spiral-CT vereint dabei die Vorteile der exakten Diagnostik durch ein konventionelles CT und die der Angiographie. Unter Kosten- Gesichtspunkten ergeben sich dadurch Einsparungsmöglichkeiten, da besonders die Angiographie kostenträchtig ist. Allerdings ergibt nur letzteres Verfahren die vollständige Beurteilung des Gefäßbetts bis in die unteren Extremitäten und ist deshalb bei Vorliegen von peripheren Gefäßveränderungen immer indiziert.
Screening-Untersuchungen sind sinnvoll
Screening-Untersuchungen erscheinen umso bedeutsamer, da bei rupturierten Aortenaneurysmen Fehldiagnosen erstaunlich häufig sind. In einer Studie wurden die Fehldiagnose
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Ralf Hamann