Aortenaneurysma.

Krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader.

Grün eingefärbt ist das Aneurysma zu sehen. Die Kalkablagerung um das Aneurysma herum zeigen seine Ausdehnung.

Grün eingefärbt ist das Aneurysma zu sehen. Die Kalkablagerung um das Aneurysma herum zeigen seine Ausdehnung.

Krankhafte Erweiterungen der Gefäße, in der Fachsprache Aneurysmen, können im klinischen Erscheinungsbild lange Zeit unbemerkt und ohne Beschwerden bleiben. Die Aneurysmaerkrankung ist primär eine Erkrankung des höheren Lebensalters > 60 Jahre. Jedoch sollte man sich nicht irreleiten lassen, denn auch bei jüngeren Patienten < 50 Jahren sind Aneurysmen zu finden.

 

Wie häufig tritt ein Aortenaneurysma auf?

Bei Screening Untersuchungen mit Ultraschall ab einem Lebensalter über 65 Jahren konnte bei Männern in bis zu 13% und bei Frauen in 6% ein Bauchaortenaneurysma festgestellt werden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß das durchschnittliche Lebensalter kontinuierlich ansteigt, kann man in den nächsten zehn Jahren zweifellos mit einem erheblichen Anstieg der Diagnose Aortenaneurysma rechnen. Es ist unerlässlich Patienten über 60 Jahren durch eine einfache Ultraschalluntersuchung des Bauches hinsichtlich eines Aortenaneurysmas abzuklären und bei entsprechendem Durchmesser des Aneurysmas auch  zügig einer entsprechenden Therapie zu unterziehen.

 

Aortenaneurysma. Informationen von A-Z

Information. Was ist ein Aortenaneurysma?

Was ist ein Aortenaneurysma?

Der Begriff „Aneurysma“ bezeichnet zunächst ganz allgemein eine umschriebene Erweiterung einer Schlagader (Arterie) im Körper. Jede Arterie des Körpers kann prinzipiell betroffen sein. Ein Aortenaneurysma ist somit eine Erweiterung der Aorta. Die „Aorta“ ist die Hauptschlagader des Körpers, beginnt an der Aortenklappe des Herzens, verläuft zunächst bogenförmig im oberen Brustkorb nach hinten, liegt dann der Wirbelsäule an, zieht vor der Wirbelsäule  nach unten, tritt durch das Zwerchfell und teilt sich dann etwa in Nabelhöhe in die beiden Beckenschlagadern. Die Aorta transportiert das sauerstoffreiche Blut in den Kopf, die Arme, die Organe des Bauches und schließlich über die beiden Beckenschlagadern in die Beine.

Als Bauchschlagader oder „abdominale Aorta“ bezeichnet man den Anteil der Hauptschlagader zwischen Zwerchfell und der Aufteilung in die Beckenschlagadern auf Höhe des Bauchnabels.

 

Das Aortenaneurysma als 3D-Animation.


Abdominelles Aortenaneurysma.

Unter einem abdominellen Bauchaortenaneurysma versteht man somit eine Aussackung der Wand der Bauchschlagader.

Aneurysmatische Erweiterungen der Hauptschlagader können zwar auch im Brustkorb auftreten, der Abschnitt im Bauch, insbesondere unterhalb der Nierenarterien ist mit ca. 95% jedoch weitaus am häufigsten betroffen. Von einer beginnenden Aneurysmaerkrankung wird gesprochen, wenn das Gefäß beim Mann auf über 2,5 cm und bei der Frau auf über 2 cm Durchmesser erweitert ist.  Diese geringen Erweiterungen der Bauchschlagader stellen in den meisten Fällen kein gesundheitliches Problem dar. Allerdings ist eine regelmäßige, jährliche  Kontrolle mit Ultraschall notwendig.

 

Das Risiko bei großen Aneurysmen

Große Aneurysmen können jedoch rupturieren und führen zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen. Das Risiko steigt ab einem Querdurchmesser von 5 cm exponentiell an. Bei einem Durchmesser von 4,5 cm liegt das jährliche Risiko lediglich  bei 3%, bei über 5,0 cm bereits bei 10%, bei über 6,0 cm bei 15% und bei mehr als 7 cm beträgt es 60%. Sehr wichtig ist auch die Schnelligkeit des Wachstums des Querdurchmessers. Bei Zunahme von mehr als 0,5 cm in 6 Monaten muss dieses Risiko als hoch eingeschätzt werden. Ein geplatztes Bauchaortenaneurysma ist ein akuter lebensbedrohlicher Notfall mit schlechter Prognose (siehe FAQ), der sofort versorgt werden muss.

 

Symptome. Welche Beschwerden treten auf?

Welche Beschwerden treten auf?

Die meisten Bauchaortenaneurysmen sind zunächst klein und verursachen keinerlei Beschwerden. Deshalb wissen Menschen mit einer solchen Erweiterung der Aorta gewöhnlich nicht, dass Sie ein Aneurysma haben.

Unspezifische Symptome.

Bei Zunahme der Größe des Aneurysmas können dann allmählich folgende, teils leider recht unspezifische Symptome auftreten:

  • In vielen Fällen wird nur eine verstärkte Pulsation im Oberbauch wahrgenommen.
  • Bei schlanken Patienten lässt sich dann v. a. im Liegen eine pulsierende Schwellung oberhalb des Bauchnabels sehen, bzw. tasten. Diese Schwellung wird oftmals durch den Patienten nicht bemerkt und fällt erst im Rahmen einer routinemäßigen körperlichen Untersuchung durch einen Arzt auf. Etwa 30% der Bauchaortenaneurysmen werden auf diese Weise entdeckt.
  • Manchmal verursachen Bauchaortenaneurysmen Bauch-, nicht selten auch Rückenschmerzen. Diese Aneurysmen werden typischerweise im Rahmen der Schmerzabklärung durch bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (Kernspin, MRT), Computertomographie (CT), sowie durch Ultraschall entdeckt.
  • In einem Bauchaortenaneurysma lagern sich durch die langsameren, randnahen Strömungsgeschwindigkeiten des Blutes Blutgerinnsel an der erweiterten Wand ab. Selten diese können sich loslösen und allmählich zu Verstopfungen der Schlagadern der Beine  mit entsprechenden Durchblutungsstörungen führen (Mikroembolisation).
  • Bei Verschleppung größerer Gerinnsel kommt es zu einer akuten Verstopfung in einer entsprechend größeren Beinschlagader (Embolie). Der Patient verspürt dann einen plötzlichen, starken Schmerz im betroffenen Bein. Das Bein ist kühl und blass, später livide verfärbt. Im weiteren Verlauf kann ein Taubheitsgefühl, sogar eine Lähmung auftreten.
  • Viele Patienten mit einem größeren Bauchaortenaneurysma bemerken kleine Warnsignale vor einer Ruptur. Die Entwicklung von Bauchschmerzen oder eine Abwehrspannung der Bauchdecke können auf ein akutes, rasches Wachstum des Bauchaortenaneurysmas hindeuten und eine drohende Ruptur prognostizieren.
  • Im Stadium der Ruptur tritt ein massiver Schmerz- und Schockzustand, in jedem Falle ein lebensbedrohender Zustand auf.
 

Ursachen. Was verursacht ein Aortenaneurysma?

Risikofaktor Bluthochdruck.

Der Durchmesser der Hauptschlagader, der Aorta, nimmt bei jedem Menschen im Laufe des Lebens leicht zu. Es handelt sich hier zunächst um einen normalen Alterungsprozess.

Der Ausbildung eines Aneurysmas, also einer deutlich über dieses altersentsprechende Maß hinausgehenden Erweiterung, liegt in 90-95% der Fälle eine Arteriosklerose zugrunde. Also eine degenerative Gefäßwanderkrankung, die einerseits zu Ablagerungen, Verkalkungen, zu Verengungen und letztlich Verschlüssen, aber in manchen Fällen eben auch zu einer Schwächung der Arterienwand und damit zu einer allmählichen Erweiterung, dem Aneurysma führt.

 

Risikofaktoren der Arteriosklerose.

Die Risikofaktoren der Arteriosklerose wiederum sind  allgemein bekannt. In erster Linie ist hier das Rauchen, der Bluthochdruck (Hypertonie) und die Erhöhung der Blutfette (Hypercholesterinämie) zu nennen.

Vor allem die regelmäßig mit jedem Herzschlag einwirkende Kraft eines erhöhten Blutdrucks spielt eine entscheidende Rolle. Nicht umsonst liegen Aneurysmen am häufigsten vor der Aortengabel, wo die Pulswelle der Aorta auf die Aufzweigung trifft und sich in zwei kleinere Blutströme der Beckenarterien teilen muss. Jeder einzelne Herzschlag bedeutet eine Belastung des Gefäßwand mit ca. 20 KG! Bei hohem Blutdruck entsprechend mehr. Besonders bei Vorliegen von arterieller Verschlußkrankheit (AVK), weiten, stark pulsierenden (dilatierten) Arterien und Hypertonie ist die Korrelation mit Aortenaneurysmen bekannt.

 

Seltene Ursachen.

Sehr seltene Ursachen sind Verletzungen, Entzündungen, sowie angeborene Bindegewebserkrankungen (Marfan-Syndrom, Ehlers Danlos-Syndrom, Zystische Medianekrose Erdheim-Gsell). Bei diesen Erkrankungen sind familiär gehäufte Gendefekte die Ursache für eine Bindegewebsschwäche, welche den Aufbau der Gefäßwände verändern. Diese seltenen Ursachen betreffen meist die Aorta im Brustbereich (thorakale Aorta).

 

Vererbung als Ursache.

Darüber hinaus ist auch eine genetische Komponente (Vererbung) erwiesen, so dass sich Blutsverwandte von Aneurysmaträgern ebenfalls einer  Ultraschalluntersuchung, einer abdominellen Sonographie, unterziehen  sollten.  Insbesondere bei Männern besteht ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, ein Aneurysma der Bauchaorta zu bekommen, wenn in der Familie Aneurysmen gehäuft vorkommen.

 

Therapien

Soweit anatomisch möglich werden Aneurysmen heute mit Stentprothesen behandelt.

Therapie

FAQ / Häufige Fragen

Wie geht es nach der Operation weiter? Wie ist die Prognose nach der Operation? Wie hoch ist die Komplikationsrate?

FAQ / Häufige Fragen

 

Spezialisierte Kliniken

Die Therapie eines Aortenaneurysmas setzt eine hohe fachliche Kompetenz und Erfahrung voraus.

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