Polyneuropathie.

Wenn die Datensignale nicht mehr richtig übertragen werden.

Wie die immer feiner werdenden Verästelungen eines Baumes entspringen die Nerven aus dem Rückenmark.  Über diese Datenleitungen stellt das Gehirn Kontakt zu den Muskeln, der Haut und allen inneren Organen her. Über sie laufen somit alle wichtigen Befehle aus der „Schaltzentrale“ zu den ausführenden Organen. Umgekehrt melden die peripheren Nerven alle sensiblen Informationen, wie Tast-, Schmerz- und alle anderen Sinneseindrücke zur Verarbeitung zurück in die Zentrale.

Werden diese Nerven beschädigt oder zerstört, etwa durch Entzündungsprozesse, Abbauvorgänge oder nervenschädigende Substanzen, wird dieser Informationsfluss empfindlich gestört. Informationen oder Befehle werden nur noch langsam, unvollständig oder gar nicht mehr übertragen. Geschieht dies bei mehreren peripheren Nerven, sprechen Ärzte medizinisch korrekt von einer Polyneuropathie (Poly = mehrere, viele. Neuropathie = Nervenerkrankung).

 

Mit unserer Hilfe zurück ins Leben.

Durch optimale Behandlung in der Akut- und Rehabilitationsphase erholen sich angegriffene Nervenbahnen wieder von der Polyneuropathie oder bilden sich neue Leitungssysteme aus. Das wichtigste hierbei ist die Erfahrung der Ärzte, aber auch Betroffene müssen bei einer Polyneuropathie viel Geduld und Zeit mitbringen. Trotz der Schwere der Erkrankung erhalten viele Patienten nach einer Polyneuropathie Stück für Stück ihre Beweglichkeit, Empfindung und Selbstständigkeit zurück.

 

Polyneuropathie. Informationen von A-Z

Symptome. Anzeichen einer Polyneuropathie

Welche Beschwerden bei Polyneuropathie auftreten können.

Je nachdem, welche Nerven des Körpers beschädigt sind, kann sich eine Polyneuropathie in sensiblen und motorischen Störungen äußern. Diese Schäden können sich zudem in unterschiedlichen Schweregraden äußern. Bei leichten Störungen werden Befehlssignale nur langsam oder lückenhaft übertragen, bei starken Störungen mit einer Unterbrechung der Nervenleitfähigkeit, werden keine Signale mehr übertragen.

Betroffene können sich dies wie ein Gespräch mit einem Mobiltelefon in unberührter Natur verstellen. Hier ist die Datenübertragung meist nicht einwandfrei möglich. Manchmal kann man seinen Gesprächspartner am anderen Ende nur abgehackt und verzerrt verstehen – ab und zu gar nicht. Ähnlich geht es dem Körper bei einer Polyneuropathie. Und können die Signale vom Gehirn nicht verstanden werden oder kommen nicht in den Fingerspitzen an – können die Informationen auch nicht umgesetzt werden.

 

Die Polyneuropahtie kann alle Nerven betreffen.

Nicht alle Nerven im Körper leiten einfach alle Signale. Sie haben sehr spezielle Aufgaben. So wie Stromleitungen oft gelbe, blaue und rote Kabel führen, lassen sich auch die Nerven innerhalb des Körpers durch ihre Funktion in drei verschiedene Nerven-Typen aufteilen:

  • die sensiblen Nerven,
  • die motorischen Nerven und die
  • vegetativen Nerven.
 

Störung der Sensibilität – hier leidet die Wahrnehmung.

Schäden an den sensiblen Nerven durch eine Polyneurpathie spüren Betroffene häufig als Wahrnehmungsstörungen in Armen und Beinen. Es kann zu kribbelnden, stechenden oder elektrisierenden, kalten oder warmen Missempfindungen kommen. Auch ein Schwellungsgefühl oder Gefühl der Eingeschnürtheit wird bei einer Polyneuropathie beschrieben. Da die längsten Nervenfasern meist am stärksten leiden, sind Füße (Zehe) oder Hände (Finger) oft als erste betroffen.

Sind die sensiblen Nerven durch die Polyneuropathie bereits stark geschädigt, treten auch Ausfallerscheinungen auf. So können Taubheitsgefühle zu Koordinationsschwierigkeiten beim Laufen führen. Ein nachlassendes Temperatur- und Schmerzempfinden erhöht zudem das Risiko für Verletzungen.

 

Störung der Motorik – Muskeln arbeiten nicht mehr richtig.

Sind durch die Polyneuropathie auch die motorischen Nervenbahnen beschädigt, kommt es, je nach Ausmaß der Nervenschäden, zu Störungen oder Ausfällen der Muskeln. Muskelkrämpfe und Muskelzuckungen kommen dabei genau so vor wie Lähmungen, Muskelschwäche und Muskelschwund. In den meisten Fällen der Polyneuropathie konzentrieren sich diese Ausfallerscheinungen auf Hände und Füße.

Ist die Polyneuropathie bereits weiter fortgeschritten, sind Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen sowie teilweise auch am gesamten Körper über einige Wochen oder sogar Monate nicht selten.

 

Vegetative Störungen – wenn die Organe nicht mehr richtig gesteuert werden.

Völlig autonom, d.h. ohne bewusste Kontrolle, erhalten viele Organe wichtige Funktionsbefehle über die vegetativen Nerven. Führt eine Polyneuropathie auch an diesen Nerven zu Schäden, ist diese Steuerung gestört. Herz, Lunge aber auch dem Darm, der Haut und den Geschlechtsorganen fehlen wichtige Informationen, um ihre normale Funktion zu erfüllen.

In Folge sind Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall, Impotenz, Inkontinenz oder mangelndes Schwitzen weitere mögliche Symptome einer Polyneuropathie. In schweren Fällen kann die Nervenentzündung zu Atemstillstand führen, weshalb Betroffene für einige Zeit künstlich beatmet und rund um die Uhr auf der Intensivstation überwacht werden müssen.

 

Ursachen. Wie entsteht eine Polyneuropathie?

Es gibt buchstäblich hunderte von Ursachen einer Polyneuropathie, von denen einige wenige jedoch sehr häufig auftreten und den Großteil der Erkrankungen erklären. Dabei lassen sich erworbene, also durch Infektionen, Gifte, Entzündungen oder Stoffwechselprodukte bedingte oder aber in genetisch verursachte Ursachen einer Polyneuropathie unterscheiden. Manchmal bleibt der Grund für das Entstehen einer Polyneuropathie trotz intensiver Suche auch im Dunkeln. In etwa jedem fünften Fall können selbst Experten die Ursache der Polyneuropathien zunächst nicht aufklären.

 

Hauptauslöser der Polyneuropathie: Alkohol und falsche Ernährungsweise.

In unserer Wohlstandsgesellschaft sind zu hoher Alkoholkonsum sowie ein zu hoher Blutzucker (Diabetes) die häufigsten Ursachen für eine Polyneuropathie. Auf Dauer greifen der hohe Blutzucker und Abbauprodukte des Alkohols die Nerven derart an, dass sie Stück für Stück ihre Funktion verlieren. Doch auch bestimmte Medikamente, wie sie etwa bei Krebs oder gegen HIV eingesetzt werden, können die Nerven schädigen und so zu einer Polyneuropathie führen. Schließlich können auch Infektionen (z.B. Lepra) sowie Entzündungen, manchmal sogar ohne nachweisbaren Erreger, zu teils schweren Polyneuropathien führen. Ein Beispiel hierfür ist die akute entzündliche Polyradikuloneuritis, auch Guillain-Barré-Syndrom genannt, dessen Auslöser bis heute unbekannt sind. Auch durch längere, krankheits- oder unfallbedingte Aufenthalte auf einer Intensivstation können die Nerven geschädigt werden und zu einer so genannten „Critical Illness Polyneuropathie“ führen.

 

Plötzlich lag ich regungslos auf dem Boden

Polyneuropathie - diese Diagnose erhielt Frau L. vor acht Monaten. Was genau das bedeutete, erfuhr sie am eigenen Leib: Die Nerven entlang ihres Rückenmarks hatten sich entzündet.

Eine Patientin berichtet

 

Diagnostik & Therapien

Man unterscheidet bei Polyneuropathie zwischen kausaler und symptomatischer Behandlung.

Diagnostik & Therapien

Spezialisierte Kliniken

Hier finden Sie einen Überblick unserer auf die Behandlung von Polyneuropathie spezialisierten Kliniken und Krankenhäuser.

Spezialisierte Kliniken

 

Ärzte & Therapeuten

Hier finden Sie unsere Spezialisten zur Behandlung von Polyneuropathie.

Ärzte & Therapeuten