Kopfschmerzen (Migräne). Diagnostik

Wie werden Kopfschmerzen, wie z.B. Migräne, festgestellt?

Mehr als zwei Drittel aller Kopfschmerzerkrankungen können von einem in Kopfschmerzen erfahrenen Neurologen allein durch eine gründliche Befragung des Betroffenen („Anamnese“) und eine ausführliche körperliche (so genannte klinisch- neurologische) Untersuchung diagnostiziert werden. Bei typischer Beschwerdesymptomatik und eindeutigem körperlichen Untersuchungsbefund sind weitere Untersuchungen nur in Ausnahmefällen nötig. Grundsätzlich liefert die Zusatzdiagnostik bei primären Kopfschmerzformen normale, d. h. unauffällige Ergebnisse. Technische Zusatzuntersuchungen sind also immer dann nötig, wenn der Verdacht auf eine sekundäre Kopfschmerzform besteht. Manchmal sollte ein Facharzt aber auch bei primären Kopfschmerzsyndromen zusätzliche Untersuchungen veranlassen – immer dann, wenn sich die Art oder Häufigkeit bekannter Kopfschmerzen merklich ändern oder wenn eine scheinbar typische „Migräne“ sich erstmalig zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt (z. B. im höheren Lebensalter) eingestellt hat. Bei erstmalig an Kopfschmerzen Erkrankten können – auch bei klarer Diagnose – zusätzliche Untersuchungen am Anfang sinnvoll sein, um ähnliche Krankheitsbilder mit anderer Ursache auszuschließen.

Zusatzuntersuchungen bei Kopfschmerzen (Migräne)

Eine Zusatzuntersuchung kann auch angeordnet werden, um einem Patienten die Sorge vor einer schweren Erkrankung (Hirntumor, Schlaganfall) zu nehmen. Insbesondere die bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Kernspintomographie) können z. B. im Rahmen der Erstdiagnose bei Migränepatienten trotz der harmlosen Erkrankung zu einer zusätzlichen psychischen Entlastung beitragen.

Zusatzuntersuchung bei Kopfschmerzen (Migräne): Computertomographie

Eine Computertomographie (CT) des Kopfes liefert Schichtaufnahmen des Gehirns, der Knochen sowie der Blutgefäße durch Anwendung der Röntgenstrahlen. Der Röntgenarzt (Radiologe) kann mit dieser Technik beispielsweise eine Durchblutungsstörung oder eine Hirnblutung erkennen. Zur exakten Diagnostik bei Kopfschmerzen ist die Computertomographie jedoch in den letzten Jahren weitgehend zurückgedrängt worden, da es genauere Verfahren gibt.

Zusatzuntersuchung bei Kopfschmerzen (Migräne): Kernspintomographie

Die Kernspintomographie (Magnetresonanz-Tomographie, MRT) liefert ebenfalls Schichtaufnahmen des Gehirns und der Blutgefäße, die jedoch durch ein starkes Magnetfeld erzeugt werden. Die Detailgenauigkeit der Kernspintomographie ist meist sehr viel höher. So können selbst kleinste Veränderungen (z. B Entzündungen, kleine Geschwulste, krankhafte Gefäßaussackungen) in der Größenordnung von wenigen Millimetern sichtbar gemacht werden. Diese Untersuchung ist jedoch recht teuer und zeitaufwendig.

Zusatzuntersuchung bei Kopfschmerzen (Migräne): Liquorpunktion

In seltenen Fällen ist es nötig, eine lumbale Liquorpunktion (Nervenwasserentnahme im Bereich der Lendenwirbelsäule) durchzuführen. Dazu führt der Neurologe dem sitzenden oder liegenden Patienten eine haardünne Kanüle zwischen zwei Lendenwirbelkörpern in den so genannten. Nervenwasserraum ein und entnimmt einige Tropfen des Nervenwassers. Im Labor kann anhand dessen relativ schnell nachgewiesen werden, ob z. B. eine Hirnblutung oder eine Hirnhautentzündung vorliegt. Entgegen der landläufigen Meinung ist diese Untersuchung kaum schmerzhaft, dauert nur wenige Minuten und ist praktisch ungefährlich. Insbesondere eine Verletzung des Rückenmarks kann hier (z. B. im Gegensatz zur Rückenmarksnarkose!) nicht erfolgen.

Zusatzuntersuchung bei Kopfschmerzen (Migräne): Laboruntersuchungen

Manchmal kann über eine einfache Blutabnahme eine Vielzahl von Werten bestimmt werden, die bei bestimmten Kopfschmerzformen typische Veränderungen zeigen. Zumindest einmal sollte jeder Patient, der an Kopfschmerzen leidet, hinsichtlich seines Blutbildes (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen), seiner Entzündungswerte, seiner Schilddrüsenwerte und seiner Nierenwerte untersucht worden sein. In Einzelfällen können sich noch Spezialuntersuchungen anschließen, z. B. um seltene Formen von Blutgefäßentzündungen nachzuweisen, die Kopfschmerzen auslösen können.

 

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Fachliche Betreuung

Herzog

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Jürgen Herzog