Kopfschmerzen (Migräne).

Kopfschmerzen können die Lebensqualität beeinträchtigen.

40-60% der Menschen leiden unter episodischen Spannungskopfschmerzen.

40-60% der Menschen leiden unter episodischen Spannungskopfschmerzen.

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen in der modernen Medizin. Etwa 8-10% der Menschen leiden an Migräne, ca. 40-60% unter episodischen Spannungskopfschmerzen. Nicht nur für den Einzelnen können dadurch beträchtliche Beeinträchtigung seiner Lebensqualität entstehen, auch die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Kopfschmerzen sind enorm: Die in Zusammenhang mit Kopfschmerzen verursachten Gesamtkosten in Europa werden auf 27 Mrd. Euro kalkuliert.

 

Kopfschmerzen als Erkrankung?

Nahezu drei Viertel der Bevölkerung konsultiert irgendwann im Leben wegen Kopfschmerzen einen Arzt. Wichtig ist aber: Nicht hinter jeder Kopfschmerzattacke verbirgt sich eine Kopfschmerzerkrankung im eigentlichen Sinn. Treten jedoch die Kopfschmerzen häufiger oder regelmäßig auf, oder ändern sich regelmäßige Kopfschmerzen in ihrer Intensität, ihrem Charakter oder in ihrer Häufigkeit, so sollte mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.

 

Kopfschmerzen sind behandelbar!

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass Kopfschmerzen von den Betroffenen schlichtweg „ausgehalten“ werden müssen. Moderne Diagnostik in den Händen eines erfahrenen Facharztes für Neurologie hilft in den meisten Fällen, zu einer eindeutigen Diagnose des Kopfschmerztyps zu gelangen, eine Vielzahl von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren sind in der Lage, die Symptome gut zu kontrollieren. Deshalb: Kopfschmerzen sind behandelbar und gehören zunächst in die Hände eines Neurologen.

 

Raus aus dem Schmerz

Erfahrungsbericht einer Patientin mit Migräne über ihre Behandlung in der Schön Klinik.

Erfahrungsbericht Migräne-Patientin

 

Kopfschmerzen & Migräne. Informationen von A-Z

Information. Was versteht man unter Kopfschmerzen?

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Die Internationale Gesellschaft für Kopfschmerzen (IHS) hat bereits 1988 eine Klassifikation geschaffen, die in der zwischenzeitlich 2. Auflage (2003) als internationaler Standard akzeptiert ist. Demnach unterscheidet man prinzipiell zwischen:

  • Primäre Kopfschmerzerkrankungen
    Darunter fallen u. a. die bekanntesten Kopfschmerzsyndrome wie Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz etc. Gemeinsam ist ihnen allen, dass die Ursache dieser Kopfschmerzen nicht eindeutig bekannt ist. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass verschiedenartige Mechanismen im Gehirn selbst zur Entstehung der Kopfschmerzen beitragen.
  • Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen
    Darunter fällt eine Vielzahl von Kopfschmerzsyndromen, die jeweils durch einen mehr oder weniger umschriebenen Auslöser verursacht werden. Dieser kann sich beispielsweise im Gehirn (z. B. bei Hirnblutungen, Hirntumoren etc.) oder anderswo im Kopf- und Halsbereich (z. B. bei Erkrankungen der Augen, Nasennebenhöhlen, der Halswirbelsäule etc.). befinden. Zunehmenden Anteil haben hier auch Kopfschmerzen, die durch Medikamente ausgelöst werden.
  • Andere Kopfschmerzerkrankungen
    In der dritten Gruppe finden sich verschiedenartige Kopfschmerzen, deren Entstehung durch ganz spezielle Mechanismen ausgelöst wird. Dazu zählen in erster Linie blitzartig einschießende Schmerzen im Bereich einzelner Hirn- oder Kopfnerven (Neuralgien), aber auch so genannte zentrale Schmerzen, die unter Umständen Monate bis Jahre nach Verletzung von Nervenbahnen im Gehirn auftreten.

Gerade bei Nicht-Neurologen herrscht, über viele Jahrzehnte gewachsen, eine erhebliche Unsicherheit in den Begrifflichkeiten von Kopfschmerzsyndromen. Letztlich schadet diese Unsicherheit vor allem den Patienten, die über lange Zeiträume falsch oder unzureichend behandelt wurden.

Ein verantwortungsvoller Spezialist für Kopfschmerzen sollte sich deshalb an der Kopfschmerzklassifikation der IHS orientieren. Geläufige, aber antiquierte Begriffe wie "Cephalgie" haben heute als Diagnosen nichts mehr verloren, da sie lediglich das Hauptsymptom von Kopfschmerzen, nämlich den Schmerz beschreiben ,und ansonsten völlig unspezifisch sind.

 

Spannungskopfschmerzen.

Eine dieser weiteren primären Formen des Kopfschmerzes sind die sog. Spannungskopfschmerzen, die ebenfalls recht häufig vorkommen. Sie haben einen dumpf-drückenden oder ziehenden Charakter und sind meist von der Intensität her nicht so stark ausgeprägt wie die Migränekopfschmerzen. Sie verschlechtern sich auch nicht unter körperlicher Aktivität und gehen nicht mit Übelkeit oder Erbrechen einher. Beide Kopfschmerzformen können auch kombiniert auftreten, so dass die Betroffenen sowohl unter Migräneattacken als auch unter Spannungskopfschmerzen leiden.

 

Information. Was versteht man unter Migräne?

Migräne - eine chronische neurologische Erkrankung.

Bei einer Migräne kommt es nicht nur zu Kopfschmerzen. Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit sind weitere Symptome

Bei einer Migräne kommt es nicht nur zu Kopfschmerzen. Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit sind weitere Symptome

ine der häufigsten Formen des Kopfschmerzes ist die Migräne. Sie betrifft 12 bis 14 % der Frauen und 6 bis 8 % der Männer. Es handelt sich dabei um eine chronische neurologische Erkrankung, bei der immer wieder Kopfschmerz-Attacken auftreten. Sie gehen meist mit Übelkeit bis hin zu Erbrechen sowie mit Licht- und Lärmempfindlichkeit einher.

 

Symptome. Häufige Anzeichen von Kopfschmerzen

Welche Beschwerden treten bei Kopfschmerzen auf?

Es ist selbsterklärend, dass das Leitsymptom bei Kopfschmerzerkrankungen der Schmerz an sich ist. Dabei ist für den behandelnden Arzt Kopfschmerz nicht gleich Kopfschmerz. Zu einer vollständigen Befragung von Kopfschmerzpatienten gehören auch Fragen nach der

  • Art der Schmerzen (z. B. drückend, pochend/ pulsierend, stechend, reißend, elektrisierend)
  • Dauer der Schmerzattacken (Sekunden, Minuten, Stunden, Tage)
  • Lokalisation (z. B. ganzer Kopf, halbseitig, hinter dem Auge, Oberkiefer)
  • verstärkenden oder abschwächenden Faktoren (z. B. Lageänderung, Einnahme von Substanzen, Tageszeiten, weiblicher Zyklus) und
  • Schmerzstärke . Für letztere wird der Patient häufig gebeten, die maximale Stärke seiner Schmerzen auf einer gedachten Linie zwischen "0" (schmerzfrei) und "10" (stärkste vorstellbare Schmerzen) einzuordnen.
 

Beispiele weiterer begleitender Symptome bei Kopfschmerzen.

Darüberhinaus sind auch die den Schmerz begleitenden Symptome wichtige Bausteine in der Diagnosefindung. Auch sie sollten genau erfragt und berücksichtigt werden. Beispielhaft werden hier einige der häufigsten Kopfschmerzerkrankungen aufgeführt:

 

a) Spannungskopfschmerz

  • typischerweise beidseitiger, drückender Kopfschmerz leichter bis mittlerer Intensität
  • selten Lichtscheu oder Lärmempfindlichkeit
 

b) Cluster- Kopfschmerz

  • typischerweise streng einseitiger, starker bis sehr starker, pulsierender Kopfschmerz im Bereich eines Auges
  • Rötung der Bindehaut oder Tränenfluss auf der schmerzhaften Seite
  • Nasenlaufen oder –verstopfung auf der schmerzhaften Seite
  • Schwellung des Augenlids auf der schmerzhaften Seite
  • Schwitzen auf der schmerzhaften Seite
  • Einseitige Pupillenverengung auf der schmerzhaften Seite
  • Körperliche Unruhe
 

c) Trigeminusneuralgie

  • typischerweise streng einseitiger, starker, scharfer, oberflächlich - stechender Schmerz im Bereich der Stirn, des Ober- oder Unterkiefers
  • Typische Auslöser (Kauen, Trinken, Kälte, Wärme)
 

Symptome sekundärer Kopfschmerzerkrankungen.

Die sekundären Kopfschmerzerkrankungen weisen – bedingt durch die auslösenden Ursachen oder die Beteiligung anderer Organsysteme – zusätzlich andere Symptome neben den Kopfschmerzen auf:

  • Unfallbedingte Verletzungen: Knochenbrüche, Platzwunden
  • Gefäßstörungen: Halbseitige Lähmungen, Sprachstörungen, Schluckstörungen, Doppeltsehen, Kribbelgefühle an Armen und Beinen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Aufstau des Hirnnervenwassers: Müdigkeit, Antriebsverlust, Persönlichkeitsveränderungen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Tumoren: Halbseitige Lähmungen, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Infektionen : Fieber, Blutdruckabfall, Verwirrtheit, Müdigkeit, Bewusstseinsverlust, epileptische Anfälle
  • Internistische Erkrankungen : Herzjagen, stolpernder Herzschlag, Zittern, Durchfälle, Gewichtsverlust, Müdigkeit
  • Erkrankungen der Augen, Ohren, Nase, Zähne und Kiefer : Sehstörungen, Hörstörungen, Tinnitus, Mundgeruch, Kälte- und Wärmeempfindlichkeit
 

Symptome. Häufige Anzeichen von Migräne

Wie äußert sich eine Migräne?

Die Häufigkeit der Attacken kann sehr unterschiedlich sein, von nur einigen wenigen pro Jahr bis zu mehrfach pro Monat. Im Durchschnitt liegt sie bei 1-2 pro Monat. Die Migräne-Kopfschmerzen sind typischerweise pochend-pulsierend, meist halbseitig, können jedoch auch den ganzen Kopf betreffen. Der Beginn ist oft im Nackenbereich. Die betroffene Seite kann bei Halbseiten-Kopfschmerzen von Attacke zu Attacke oder auch innerhalb einer Attacke wechseln. Körperliche Aktivität verstärkt Migräne-Kopfschmerzen meistens. Unbehandelt dauert eine solche Attacke zwischen 4 und 72 Stunden.

 

Die „Aura“ als Vorzeichen für Migräne-Kopfschmerzen.

Bei 10-15 % aller Migränepatienten tritt vor der eigentlichen Kopfschmerzattacke eine sog. "Aura" auf, die bis zu einer Stunde andauern kann. In Ausnahmefällen ("prolongierte Aura") auch länger. Dabei handelt es sich um neurologische Symptome wie Sehstörungen, Missempfindungen oder gar Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen. Die häufigste Form der Aura sind visuelle Empfindungen. Typisch dabei ist das Auftreten von Lichtblitzen oder eines Zackenkranzes im Gesichtsfeld. Nach Abklingen der Aurasymptome treten dann die Kopfschmerzen ein.

 

Ursachen. Wie entstehen Kopfschmerzen?

Primäre Kopfschmerzen.

Die Ursachen von primären Kopfschmerzen sind nicht bekannt. Allen gemeinsam ist der vermutete Entstehungsmechanismus der Kopfschmerzen im Gehirn selbst, möglicherweise sogar in relativ umschriebenen Zonen im Innersten des Gehirns ("Kopfschmerz- Generatoren"). Manches deutet darauf hin, dass die Veranlagung zu primären Kopfschmerzen angeboren (genetisch) ist, auch wenn sich die Kopfschmerzen erst später, z. B. im frühen Erwachsenenalter manifestieren. Dies erklärt den Umstand, dass in manchen Familien oft über mehrere Generationen Patienten mit ähnlichen und regelmäßigen Kopfschmerzen zu finden sind.

Erst in den letzten Jahren ist es für einige, häufige Kopfschmerzerkrankungen gelungen, die Veränderungen innerhalb des Gehirns während einer einzelnen Kopfschmerzepisode genauer zu erforschen. Bei der Migräne beispielsweise, finden sich im Verlauf einer Attacke im Gehirn vorübergehend eine gestörte elektrische Funktion von Nervenzellen, Veränderungen der Durchblutung sowie eine Störung von Stoffwechselsystemen. Es ist offensichtlich, dass das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren sehr komplex und erst in den Anfängen von der Wissenschaft verstanden ist

 

Sekundäre Kopfschmerzen.

Bei sekundären Kopfschmerzen liegt definitionsgemäß eine mehr oder weniger umschriebene Ursache innerhalb des Gehirns oder im Bereich des Kopfes/ Halses zugrunde, die sich nach gründlicher Diagnostik in aller Regel auch finden lässt. Die Zahl der möglichen Ursachen ist zu groß, um sie in einer solchen Zusammenfassung einzeln aufzuführen. Zu den wichtigsten Auslösern zählen jedoch:

  • Unfallbedingte Verletzungen des Kopfes oder der Halswirbelsäule
  • Gefäßstörungen im Bereich des Kopfes oder Halses (Mangeldurchblutung, Hirnblutung, krankhafte Gefäßmissbildungen, Gerinnselbildungen, Einriss von Gefäßwandbestandteilen)
  • Veränderungen des Hirnnervenwassers (krankhafter Aufstau oder Abfluss von Hirnnervenwasser)
  • Tumoren im Kopf- und Halsbereich
  • Medikamente oder Drogen (z. B. auch Schmerzmittel bei regelmäßiger Anwendung!)
  • Infektionen (Hirnhautentzündung)
  • Internistische Erkrankungen (Bluthochdruck, Erkrankungen der Schilddrüse, der Nieren, des Herzens etc.)
  • Erkrankungen der Augen, Ohren, Nase, Zähne und Kiefer (nicht korrigierte Fehlsichtigkeit, grüner oder grauer Star, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Mittelohrerkrankungen etc.)

Häufig ist bei sekundären Kopfschmerzerkrankungen das Hinzuziehen mehrerer Fachärzte vonnöten.

 

Ursachen. Wie entsteht Migräne?

Unklar ist die Entstehung von Migräne.

Bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.

Bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.

Die eigentliche Entstehung einer Migräneattacke ist noch nicht endgültig geklärt. Man geht davon aus, dass es, bei zugrunde liegender Migräneveranlagung, in Folge einer Aktivierung bestimmter Äste des 5. Hirnnervs (Trigeminus-Nerv) zu einer schmerzhaften Entzündung an Blutgefäßen der Hirnhaut kommt. Serotonin, ein Botenstoff im Gehirn, spielt bei diesen Vorgängen eine wichtige Rolle. Für die einzelnen Migräneattacken kann es verschiedenste Auslöser geben wie z.B. hormonelle Schwankungen bei Frauen, Veränderungen im Schlaf-/Wachrhythmus, Stress und auch Entlastung nach Stress, Alkohol oder bestimmte Nahrungsmittel.

 

Kopfschmerzen. Therapie

Fast alle primärenund viele sekundäre Kopfschmerzen sind heutzutage gut behandelbar.

Therapie

Migräne. Alltag

Hier erfahren Sie, wie Sie Migräneanfällen vorbeugen und was Sie bei einem Anfall tun können.

Alltag. Ratgeber & Tipps