Epilepsie. Allgemeine Psychotherapie

Psychotherapie hilft, die Krankheit Epilepsie besser zu verarbeiten

Wie andere Krankheiten ist auch eine Epilepsie manchmal mit starken psychischen Belastungen verbunden, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dann kann eine Psychotherapeutische Behandlung helfen, Konflikte und Ängste abzubauen und effektivere Verhaltensweisen für schwierige Situationen zu lernen. Außerdem kann sie helfen, die Krankheit und ihre Folgen besser zu verarbeiten. Durch die psychische Entlastung kann es zu einer deutlichen Verbesserung der Anfallssituation kommen, besonders dadurch, dass die Angst vor der Krankheit gemildert wird. Manchmal verbessert sich auch der Umgang mit den Medikamenten, so dass ihre Wirksamkeit erhöht wird.

Eine allgemeine Psychotherapie für das Kind oder die Familie ist ratsam, wenn:

  • es Hinweise gibt, dass Anfälle unter besonderen psychischen Belastungen auftreten,
  • es aufgrund der Belastung durch die Anfälle und ihre Folgen zu psychischen Störungen kommt wie vermehrte Ängste, Depressionen oder Aggressivität oder zu psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen
  • neben den epileptischen Anfällen auch dissoziative Anfälle auftreten, die als Ausdruck eines seelischen Konflikts oder einer Überlastung zu verstehen sind

Bei einer Kindertherapie werden die Eltern durch regelmäßige begleitende Gespräche einbezogen. Das gilt in der Regel auch bei Jugendlichen. Wenn die Probleme mehr im Zusammenleben in der Familie liegen oder auch wenn andere Familienmitglieder besonders belastet sind, kann sich der Schwerpunkt der Therapie entsprechend verschieben. Bei sehr jungen oder schwerer behinderten Kindern steht meistens die Beratung der Eltern im Mittelpunkt. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Nur wenige Psychotherapeuten haben Erfahrung mit an Epilepsie erkrankten Kindern und deren Eltern

Voraussetzung für eine Psychotherapie ist Kooperationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft von Kind und Eltern. Leider gibt es wenige Psychotherapeuten, die Erfahrungen mit epilepsiekranken Kindern und deren Familien haben. Durch eine enge Kooperation zwischen Arzt und Psychotherapeut kann man versuchen, diese Schwierigkeit auszugleichen. Eine Psychotherapie wird bei entsprechender Indikation von der Krankenkasse bezahlt.

Fachliche Betreuung

Kluger

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr. med. Gerhard Kluger