Epilepsie. Diagnostik, Therapie & OP

Welche Behandlungsmöglichkeiten einer Epilepsie gibt es?

Bei einzelnen epileptischen Anfällen, die in sehr großen Zeitabständen auftreten, oder bei Anfällen mit eindeutigen Auslösern wird mit der Behandlung in der Regel abgewartet. Eine medikamentöse Langzeittherapie wird erst begonnen, wenn die Diagnose einer Epilepsie gestellt ist.

 

Gründe für eine Behandlung einer Epilepsie.

Der ärztliche Rat zu einer Behandlung und der Entschluss von Eltern, mit einer Therapie des Kindes zu beginnen, können unterschiedliche Gründe haben.

Es würde für eine Behandlung sprechen, wenn eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Ihr Kind zutreffen:

  • Das Kind hat wiederholt Anfälle
  • Das EEG weist ausgeprägte und eindeutige Veränderungen auf.
  • Die Epilepsie schränkt das Leben deutlich ein.
  • Die Epilepsie hat ohne Behandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit negative Folgen für die Entwicklung des Kindes.
  • Es besteht ein Verletzungsrisiko bei den Anfällen (z. B. durch plötzlichen Bewusstseinsverlust oder durch Stürze).
 

Behandlungsziele bei einer Epilepsie.

Es ist sinnvoll, sich vor Beginn einer Behandlung Gedanken über die Behandlungsziele zu machen, denn diese können durchaus unterschiedlich sein. Sie werden von Ärzten, Eltern und soweit möglich auch vom betroffenen Kind gemeinsam festgelegt.

Therapieziele können sein:

  • Anfallsfreiheit
  • seltenere oder schwächere Anfälle
  • keine Verletzungen
  • möglichst wenig Einschränkungen im Alltag
  • möglichst geringe unerwünschte Wirkungen der Behandlung eine möglichst ungestörte Entwicklung
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Es ist wichtig, realistische Ziele zu formulieren, um Enttäuschungen zu vermeiden. Nicht immer ist Anfallsfreiheit das vorrangige Ziel.
 

Individuelle Therapiestrategie bei einer Epilepsie.

Wenn die Behandlungsziele geklärt sind, wird die Therapie geplant. Je nach Epilepsieform, Krankheitsverlauf und Situation der Familie stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. In erster Linie erfolgt die Behandlung einer Epilepsie durch Medikamente. Es stehen aber auch andere Verfahren zur Verfügung. Wegen der begleitenden Probleme ist eine Beschränkung auf die Behandlung der Anfälle in vielen Fällen zu wenig. Die Behandlung sollte also ganzheitlich sein und auch Beratung und Schulung umfassen

Möglichkeiten der Behandlung einer Epilepsie

  • medikamentöse Therapie
  • Beratung (soziale Hilfen etc.)
  • chirurgische Therapie
  • Vagus-Nerv-Stimulator
  • ketogene Diät
  • psychotherapeutische Verfahren: Anfallsselbstkontrolle, Biofeedback Naturheilverfahren / Homöopathie
  • Schulung
 

Epilepsie. Diagnostik, Therapiemöglickeiten & Behandlung

Diagnostik. Wie wird eine Epilepsie diagnostiziert?

Zur Epilepsie Diagnose sind entscheidend:

  1. Anamnese mit Anfallsbeschreibung 
  2. Neurologische Untersuchungen 
  • EEG (Elektroenzephalogramm, das bedeutet Hirnstromkurve oder Hirnstrombild)
  • MRT ( MRT ist eine Abkürzung für Magnet-Resonanz-Tomogramm (Kernspin). Dabei erfolgt die Messung in einem starken elektromagnetischen Feld)
  • PET, Spect ( PET = Positronen-anissions-Tomographie) und SPECT = Single-PhotonenEmissions-Computer-Tomographie: Hierbei handelt es ich um zwei Untersuchungen, bei denen durch die Gabe von kurzlebigen radioaktiv markierten Stoffen die Hirndurchblutung und der Hirnstoffwechsel gemessen wird)
  • seltener Blutuntersuchungen und Lumbalpunktion. Bei einer Lumbalpunktion (LP) wird Nervenwasser entnommen und untersucht. Dies dient bei Fieberkrämpfen in erster Linie zum Ausschluss einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Hirnentzündung (Enzephalitis), die auch Ursache von Anfällen sein können. Außerdem können einige seltene andere Erkrankungen, bei denen Anfälle auftreten, durch diese Untersuchung diagnostiziert werden.
 

Epilepsie-Monitoring. Dem Anfall auf die Spur kommen

24 Stunden mal 8 Tage wird ein EEG geschrieben und zusätzlich zeichnet eine Videokamera die Anfälle auf.

Wie und wo das "Gewitter" entsteht

 

Konservative Therapie: Medikamente, ketogene Diät.

Medikamentöse Therapie: Gezielte Einnahme bei einem epileptischen Anfall

Eine gezielte Einnahme der Medikamente gegen epileptische Anfälle ist aus zwei Gründen meist nicht möglich. Oft weiß man nicht, wann die Anfälle auftreten. Wenn sie auftreten, geschieht es zum Teil sehr schnell. Deshalb müssen die Medikamente an allen Tagen des Jahres regelmäßig eingenommen werden, selbst wenn nur an fünf oder zehn Tagen ein Anfall aufgetreten wäre.

 

Welche Eigenschaften hätte ein ideales Epilepsie-Medikament?

  • Perfekte Wirkung auf die Erkrankung (z. B, Anfallfreiheit)
  • Leichte Handhabung (z. B. einmal tägliche Einnahme, guter Geschmack, kleine "Pille")
  • Keine Nebenwirkungen, keine Risiken
  • Gezielte Einnahme gegen den Anfall (keine Dauertherapie)
 
 

Verzögerte, dosisabhängige Wirkung.

Bei den gut verträglichen Medikamenten dauert es zum Teil einige Wochen oder sogar Monate, bis eine verlässliche Wirkung eingetreten ist. Die Wirksamkeit vieler Epilepsiemedikamente ist dosisabhängig!

In der Regel muss deshalb dauerhaft und regelmäßig behandelt werden. Das gilt auch dann, wenn die Anfälle unter der Therapie verschwinden. Eine generelle Regel ist, dass bei Anfallsfreiheit die Medikamente noch mindestens 1-2 Jahre beibehalten werden sollten.

 

Medikamente und deren Wirkstoffe.

Bei den Epilepsiemedikamente wird zwischen den „alten" und den „neuen" Medikamenten unterschieden. Die so genannten neuen Medikamente gibt es seit den neunziger Jahren. Sie sind das Ergebnis gezielter Entwicklungsarbeit, während die Wirksamkeit der alten Medikamente eher zufällig entdeckt wurde. Viele der neuen Medikamente sind bereits einige Jahre auch für Kinder zugelassen.

Bei den alten Medikamenten gibt es sehr bewährte Substanzen die weiterhin häufig eingesetzt werden. Andere sind wegen ihrer Nebenwirkungen in den Hintergrund getreten. Auch mit neuen Medikamenten liegen mittlerweile positive Erfahrungen vor, so dass sie die Chance auf eine effektive Therapie erweitern. Für manche Kinder haben sie nach schwierigem Therapieverlauf noch eine Wende gebracht.
Die Wirksamkeit der verschiedenen Antiepileptika ist nicht für alle Anfallsarten gleich.

 

Die Wahl des Medikamentes richtet sich nach:

  • der Art der Anfälle
  • der Epilepsieform ("Epitepsiesyndrom"),
  • der Ursache der Epilepsie
  • dem Alter des Kindes,
  • der Verträglichkeit des Medikamentes,
  • den möglichen Vor- oder Begleiterkrankungen,
  • der bereits erfolgten antiepileptischen Behandlung,

Die Therapie wird in der Regel mit einem "Medikament der ersten Wahl" begonnen, das heißt mit einem Medikament, das sich für die vorliegende Art der Epilepsie als besonders wirksam und als gut verträglich erwiesen hat. Da aber die Reaktion auf Medikamente individuell verschieden ist, kann der Erfolg nicht vorher gesagt werden. Wenn die Therapie nicht anschlägt, wird ein anderes Medikament eingesetzt.

Der Einsatz jedes weiteren Medikaments bedeutet einerseits eine neue Therapiemöglichkeit und damit Chance auf Erfolg, andererseits wird mit jeder Umstellung die Gruppe der Patienten, die noch anfallsfrei werden, kleiner. Jede Medikamentenumstellung kann langwierig und anstrengend sein. Außerdem kann sie auch zu einer Verschlechterung der erreichten Anfallssituation führen. Vor einer Umstellung sollten deshalb die Therapieziele noch einmal daraufhin überprüft werden, ob der Aufwand in einem guten Verhältnis zu dem zu erwartenden Nutzen steht. Auch sollten nicht medikamentöse Behandlungsstrategien geprüft werden

 

Behandlung einzelner epileptischer Anfälle/ „Notfallmedikation".

Um einzelne epileptische Anfälle unterbrechen zu können, stehen zusätzliche Medikamente zur Verfügung. Diese können nach Verordnung des Arztes von Eltern oder anderen Ersthelfern (Lehrern, Erziehern) gegeben werden. Die Gabe ist nur in Notfällen erforderlich. In der Regel hören epileptische Anfälle ohne den Einsatz von Notfallmedikamenten von alleine wieder auf.
Notfälle, bei denen eine Notfallmedikation verabreicht werden sollte, sind Grand-Mal-Anfälle, die länger als 3 Minuten dauern, fokale Anfälle, die nach 10 Minuten nicht abklingen, Anfallsserien je nach individuellen Erfahrungen, jeder Anfallsstatus.

 

Ketogene Diät bei Epilepsie.

Die ketogene Diät wird empfohlen, wenn Medikamente nicht ausreichend geholfen haben, eine Epilepsieoperation nicht möglich ist oder eine Epilepsie vorliegt, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirken könnte. Was die ketogene Diät ausmacht und wie sie funktioniert lesen Sie im folgenden Artikel:

 

Ernährungstherapien bei Epilepsie

Eine Diät, bei der man auf fast nichts verzichten muss. Nur die Ernährung muss ein wenig umgestellt werden.

Weniger Anfälle durch spezielle Ernährung

 

Psychotherapie. Kontrolle lernen

Psychotherapie – Anfallsselbstkontrolle bei Epilepsie.

In den letzten zehn Jahren wurden auch in Deutschland verhaltensorientierte Therapiestrategien entwickelt, die bei epileptischen Anfällen gezielt eine "Anfallsselbstkontrolle" entwickeln und fördern können. Meist werden sie ergänzend zu einer medikamentösen Therapie eingesetzt. Sie können auch Teil einer allgemeinen psychotherapeutischen Behandlung sein.

Bei der Anfallsselbstkontrolle werden zwei Ansätze verfolgt:

  • Umgang mit Anfallsauslösern und anfallsfördernden Faktoren
  • Unterbrechung von Aura-eingeleiteten Anfällen durch Gegenmittel
  • Anfallsauslöser und anfallsfördernde Faktoren

Bei manchen Menschen führen bestimmte Auslöser, z.B. Schreck oder Flackerlicht fast immer zu einem Anfall (Reflexepilepsie). Manche anfallsfördernde Faktoren erhöhen erst in Kombination die Wahrscheinlichkeit eines Anfalls, d.h. dass ein einzelner anfallsfördemder Faktor in verschiedenen Situationen mal zu einem Anfall, mal zu keinem Anfall führt. Zum Beispiel wenn ein Schreck nicht immer zu einem Anfall führt, sondern nur bei zusätzlicher Anspannung oder Müdigkeit. Dann ist der Zusammenhang zwischen einem Reiz und dem ausgelösten Anfall weniger nachvollziehbar.

 

Hilfreich: ein Anfallstagebuch.

Um solche Zusammenhänge zuverlässig zu entdecken, ist eine genaue Beobachtung erforderlich, z. B. in Form eines Anfallstagebuchs. Dabei fragt man nicht nur, welche Faktoren Anfälle fördern, sondern man fragt auch, in welchen Situationen selten oder nie Anfälle auftreten. Diese „stabilen Lebenssituationen" sind für die Behandlung ebenso wichtig. Ein Beispiel: Bei einem Patienten wird vermutet, dass Schlafmangel ein wichtiger anfallsfördernder Faktor ist. Wenn sich dann herausstellt, dass in Phasen mit regelmäßi¬gem Schlaf deutlich weniger Anfälle auftreten, wird diese bestätigt. Aus zwei Gründen ist die Kenntnis stabiler Situationen nützlich: Sie hilft, das Leben eines Kindes nicht durch unnötige Regeln und Verbote einzuschränken. Die stabilen Situationen zeigen Stärken und geben dadurch Hinweise auf Möglichkeiten des Umgangs mit anfallsfördernden Situationen. Dadurch wird die Angst vor Anfällen verringert. Manchmal findet man allerdings trotz aller Mühen keine eindeutigen Anfallsauslöser oder anfallsfördemde Faktoren. Und manchmal stellt sich ein "Verdächtiger" dann doch als unschuldig heraus. Auf jeden Fall empfiehlt sich eine kritische Prüfung, ehe man etwas Schönes für das Kind aufgrund möglicher Anfallsgefahr streicht.

 

Lernen, Anfälle zu vermeiden.

Können anfallsfördernde Faktoren ermittelt werden, ist der nächste Schritt die Suche nach einem gesundheitsfördernden Umgang mit diesen Situationen. Manche Anfallsauslöser sind vermeidbar, z. B. Flackerlicht (dunkle Brille), manche nicht, z. B. Schreck, Wetterwechsel oder Aufwachphasen. Wenn man allerdings herausgefunden hat, dass zusätzliche Risikofaktoren eine Rolle spielen, wie z. B. Schlafmangel oder Stress, kann man versuchen diese zu beeinflussen. Gefühle wie Stress, Ärger oder Freude lassen sich nicht vermeiden, aber man kann lernen, anders damit umzugehen. Dabei kann eine Beratung oder Psychotherapie helfen.

 

Unterbrechung der Aura lernen.

Wenn der Anfall mit einer Aura beginnt, gibt es eine weitere Möglichkeit der Anfallsabwehr: die Unterbrechung der Aura. Viele epilepsiekranke Menschen haben Erfahrungen mit Techniken zur Auraunterbrechung, zum Teil sogar ohne, dass ihnen das richtig bewusst ist. Das Gegenmittel aktiviert gezielt die Nervenzellen, die dem epileptischen Herd benachbart sind und verhindert so die Ausbreitung der Anfallsaktivität. Dadurch wird der Anfall unterbrochen oder verschoben, so dass Zeit gewonnen wird, um sich in Sicherheit zu bringen.

 

Wirksame Gegenmittel zur Auraunterbrechung.

Die Grundregel für ein wirksames „Gegemittel" zur Auraunterbrechung lautet, dass das „Gegenteil" der Anfallssymptome versucht werden sollte. Einem "epileptischen Kribbeln" wird durch Reiben der betroffenen Körperstelle begegnet, ein komischer Geschmack im Mund kann durch Einnahme einer Prise Salz unterbrochen werden, bei plötzlicher und intensiver Wahrnehmung der Farbe Rot, wird intensiv an die Farbe Grün gedacht.

 

EEG-Biofeedback als Strategie zur Anfallsunterbrechung.

Die Entwicklung von Strategien der Anfallsunterbrechung kann durch EEG-Biofeedback-Verfahren unterstützt werden. Dabei lernt der Patient, einen wachen und entspannten Zustand seines Gehirns herzustellen, der mit epilepsietypischer Anfallsaktivität im EEG nicht vereinbar ist.

 

Erfolgsaussichten für Anfallsselbstkontrolle.

Bisher liegen hauptsächlich Erfahrungen mit Erwachsenen vor, wahrscheinlich weil diese Methoden eine gute Selbstbeobachtung und auch Selbstdisziplin erfordern und damit hohe Anforderungen an Kinder und Jugendliche stellen. Wenn Eltern Wege suchen, wie sie dem Kind helfen können, Anfälle zu vermeiden oder zu verkürzen, empfiehlt sich das Gespräch mit einem darauf spezialisierten Psychotherapeuten.

 

Psychotherapie hilft, die Krankheit Epilepsie besser zu verarbeiten.

Wie andere Krankheiten ist auch eine Epilepsie manchmal mit starken psychischen Belastungen verbunden, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dann kann eine Psychotherapeutische Behandlung helfen, Konflikte und Ängste abzubauen und effektivere Verhaltensweisen für schwierige Situationen zu lernen. Außerdem kann sie helfen, die Krankheit und ihre Folgen besser zu verarbeiten. Durch die psychische Entlastung kann es zu einer deutlichen Verbesserung der Anfallssituation kommen, besonders dadurch, dass die Angst vor der Krankheit gemildert wird. Manchmal verbessert sich auch der Umgang mit den Medikamenten, so dass ihre Wirksamkeit erhöht wird.

 

Eine allgemeine Psychotherapie für das Kind oder die Familie ist ratsam, wenn:

  • es Hinweise gibt, dass Anfälle unter besonderen psychischen Belastungen auftreten,
  • es aufgrund der Belastung durch die Anfälle und ihre Folgen zu psychischen Störungen kommt wie vermehrte Ängste, Depressionen oder Aggressivität oder zu psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen
  • neben den epileptischen Anfällen auch dissoziative Anfälle auftreten, die als Ausdruck eines seelischen Konflikts oder einer Überlastung zu verstehen sind

Bei einer Kindertherapie werden die Eltern durch regelmäßige begleitende Gespräche einbezogen. Das gilt in der Regel auch bei Jugendlichen. Wenn die Probleme mehr im Zusammenleben in der Familie liegen oder auch wenn andere Familienmitglieder besonders belastet sind, kann sich der Schwerpunkt der Therapie entsprechend verschieben. Bei sehr jungen oder schwerer behinderten Kindern steht meistens die Beratung der Eltern im Mittelpunkt. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

 

Nur wenige Psychotherapeuten haben Erfahrung mit an Epilepsie erkrankten Kindern und deren Eltern.

Voraussetzung für eine Psychotherapie ist Kooperationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft von Kind und Eltern. Leider gibt es wenige Psychotherapeuten, die Erfahrungen mit epilepsiekranken Kindern und deren Familien haben. Durch eine enge Kooperation zwischen Arzt und Psychotherapeut kann man versuchen, diese Schwierigkeit auszugleichen.

Eine Psychotherapie wird bei entsprechender Indikation von der Krankenkasse bezahlt.

 

Epilepsiechirurgie.

Operative Therapie der Epilepsie.

Eine Epilepsieoperation wird empfohlen, wenn folgende Bedingungen vorliegen:

  • mindestens 2 Medikamente haben nicht ausreichend gewirkt
  • als Ursache einer Epilepsie wurde eine umschriebene Gewebsveränderung im Gehirn gefunden, beispielsweise ein Tumor, eine Narbe, eine Fehlbildung der Hirnrinde oder eine Gefäßfehlbildung.
  • Es muss sicher sein, dass die Anfälle von einem Ursprungsort im Gehirn ausgehen. Außerdem dürfen sich an diesem Ursprungsort oder in seiner unmittelbaren Nähe keine wichtigen Funktionen befinden.
  • Eine Entfernung des Gewebes muss ohne die Gefahr einer größeren Verletzung des Gehirns möglich sein.

Derzeit wird geschätzt, dass ungefähr 5% aller an Epilepsie erkrankten Menschen von dieser Behandlungsmöglichkeit profitieren können.

Ausführliche Voruntersuchungen sind erforderlich. Zwei Jahre nach der Operation wird versucht, die Medikamente auszuschleichen.

 

Epilepsie bei Kindern

Wenn sonst nichts mehr hilft, ist eine OP die letzte Hoffnung für Kinder und deren Eltern.

Info: Epilepsie bei Kindern

 

Fibertracking

Durch das Fibertracking-Verfahren können schwere Epilepsien erfolgreich behandelt werden.

Fibertracking

 

Vagusnerv-Stimulation. Behandlung des Hinnervs.

Der Vagusnervstimulator wird vor allem dann empfohlen, wenn 2-3 Medikamente nicht ausreichend geholfen haben und eine Epilepsieoperation nicht möglich ist.

Mittels ambulanter Operation wird ein elektrisches Gerät von der Größe einer flachen Streichholzschachtel in eine Hautfalte unterhalb des Schlüsselbeins gelegt (ähnlich einem Herzschrittmacher). Dieser Stimulator sendet elektrische Impulse über einen feinen Draht an den Nervus Vagus (zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven), der sie ans Gehirn weiterleitet. Dauer, Stärke und Frequenz der Reize müssen bei der nachfolgenden Behandlung schrittweise so eingestellt werden, dass der beste Effekt auf die Anfälle erzielt wird.

Kaum Komplikationen und Nebenwirkungen.

Komplikationen bei der Operation sind selten. Wichtigste unerwünschte Nebenwirkung ist, dass sich die Stimme der Kinder für die Dauer der Stimulation verändert und etwas heiser klingt. Bei kleinen Kindern hebt sich das Gerät außerdem etwas ab und man sieht es bei freiem Oberkörper.

Als erwünschte Nebenwirkung wird beschrieben, dass der Stimulator neben epileptischen Anfällen auch depressive Stimmungen positiv beeinflussen kann. Die Behandlungsmethode ist bei fokalen und generalisierten Epilepsien einsetzbar. Patienten, die vor einem Anfall Warnzeichen spüren, können mittels eines Magneten das Gerät gezielt anstellen. Manchmal können so Anfälle unterbrochen werden. Selten werden Patienten durch den Vagusnervstimulator anfallsfrei. Eine deutliche Anfallsreduktion zwischen 50 und 70% wird aber häufig beschrieben. Von Vorteil ist, dass es keine Wechselwirkung mit Antiepileptika oder anderen Medikamenten gibt.

Der wichtigste Nachteil ist die erforderliche Operation, die bei einem Batteriewechsel nach ca. 7-12 Jahren wieder nötig wird. Die Therapie mit Medikamenten wird außerdem beibehalten.

 

Spezialisierte Kliniken

Unsere Kliniken im Überblick: Diese Krankenhäuser sind auf die Behandlung von Epilepsie und epileptischen Anfällen spezialisiert.

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Alltag. Ratgeber & Tipps

Was tun bei einem epileptischen Anfall? Kann ich Kinder kriegen? In unserem Ratgeber finden Sie Antworten auf viele Fragen.

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