Epilepsie. Symptome

Welche Epilepsie-Syndrome gibt es?

Wie bei den Anfällen wird bei den Epilepsien und Epilepsiesyndromen zwischen fokalen und generalisierten Formen unterschieden. Ein anderer Ausdruck für fokale Epilepsie ist Herdepilepsie oder Partialepilepsie.

Ein weiteres Kriterium ist die Einteilung in:

  • Idiopathisch
  • Symptomatisch
  • kryptogen

Idiopathische Epilepsie

Idiopathisch heißt, der Epilepsieform liegt keine andere Ursache als eine gewisse erbliche Veranlagung zugrunde. Trotz dem rasanten Wissenszuwachs auf dem Gebiet der Genetik gelang es bisher nur bei einem sehr kleinen Prozentsatz von Menschen mit familiär gehäuft auftretenden Epilepsien, eine zugrunde liegende Genstörung nachzuweisen.

Symptomatische Epilepsie

Symptomatisch bedeutet, dass bei der Epilepsie eine nachweisbare krankhafte Veränderung im Gehirn vorliegt wie z. B. Hirntumore, Folgen von Entzündungen, schweren Kopfverletzungen, Schlaganfällen oder eine angeborene bzw. in der frühen Hirnentwicklung entstandene Hirnanlagestörung. Dabei kann es sich nur um winzig kleine, veränderte Hirnregionen handeln, die sich nur durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirngewebes darstellen lassen. Mit zunehmender Verbesserung der Untersuchungsmethoden, insbesondere durch die Fortschritte auf dem Gebiet der Magnetresonanztomographie (= Kernspintomographie), gelingt es immer häufiger, besonders bei fokalen Epilepsien eine Strukturveränderung des Gehirns nachzuweisen

Kryptogene Epilepsie

Als kryptogen werden die Epilepsien bezeichnet, von denen man annimmt, dass sie nicht idiopathisch sondern symptomatisch sind, bei denen man aber noch keine definitive Ursache gefunden hat.

Beispiele verschiedener Epilepsie-Syndrome

- fokal generalisiert
idiopathisch - benigne Epilepsie mit centrotemporalen Spitzen
- benigne Epilepsie mit occipitalen Paroxoysmen
- benigne familiäre Neugeborenenkrämpfe - Absencen-Epilepsie des Schulalters
Juvenile myoklonische Epilepsie
symptomatisch - Temporallappenepilepsie bei Hippocampus-Sklerose
- Frontallappen-Epilepsie bei fokaler kortikaler Dysplasie (Hirnanlagestörung)
- Epilepsie bei Lissenzephalie (= Entwicklungsstörung der gesamten Hirnrinde)
kryptogen - West-Syndrom mit wahrscheinlich symptomatischer Ursache - Epilepsie mit myoklonisch¬astatischen Anfällen

In welchem Alter beginnt eine Epilepsie?

Epilepsien können in jedem Lebensalter erstmalig auftreten, besonders aber im Kindesalter. Ein großer Teil der kindlichen Epilepsien hört aber von selbst mit der Pubertät auf. Diese Epilepsien werden als „benigne" (= gutartig) bezeichnet, wobei es sich überwiegend um fokale Epilepsien handelt. Die häufigste kindliche Epilepsiefom ist die „benigne Epilepsie mit centro-temporalen Spitzen", die auch „Rolando-Epilepsie" genannt wird. Nicht immer ist allerdings die Entwicklung von Kindern mit benignen fokalen Epilepsien „gutartig": Neben sog. Teilleistungsstörungen zeigen einzelne dieser Kinder schwere Störungen der Sprache, des Verhaltens oder der Intelligenz. Als Beispiel sei die „epileptisch bedingte Aphasie" (= Sprachverlust) erwähnt, das sog. „Landau-Kleffner-Syndrom".

Fachliche Betreuung

Kluger

Der Beitrag wird betreut durch

PD Dr. med. Gerhard Kluger