Epilepsie. Ärztlicher Rat
Was tun bei einem epileptischen Anfall?
Was Sie tun sollten.
Bei den ersten Anzeichen für einen epileptischen Anfall, sollte der Betroffene hingelegt werden.
Als Angehöriger oder Anwesender kann man während eines Anfalls und kurz danach für den Betroffenen wenig tun. Kündigt der Betroffene den Anfall an oder gibt es Anzeichen für einen Anfall, wie z.B. ein starrer Blick, sollten Sie ihn hinlegen. Ziehen Sie ihn am Oberkörper aus eventuellen Gefahrenzonen weg, wie Straßenverkehr oder Treppe. Auch Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr bedeuten könnten, sollten aus dem näheren Umkreis entfernt werden. Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke, die die Atmung behindern könnten, wie z.B. Krawatten.
Bleiben Sie so lange bei dem Betroffenen, bis er wieder ansprechbar ist und weiß, wo er sich befindet. Bieten Sie ihm dann Hilfe an, ob z.B. jemand benachrichtigt werden soll. Schildern Sie dem Betroffenen den Anfall, denn häufig können sie sich nicht mehr daran erinnern.
Was Sie nicht tun sollten.
Es ist unmöglich, einen Anfall durch Schütteln, Anreden oder Wiederbelebungsmaßnahmen zu verhindern. Man kann aber einen Anfall mit der rechtzeitigen Gabe von Notfallmedikamenten, wie z.B. Benzodiazepine, unterbrechen. Sind Sie mit der Verabreichung vertraut und hat der Betroffene die Medikamente bei sich, sollten Sie ihm diese verabreichen. Halten Sie einen Erwaschenen während eines Anfalls nicht fest oder öffnen Sie seine verkrampften Hände. Sie können nicht nur sich, sondern auch den Krampfenden verletzen. Ein Kind können Sie ruhig festhalten, allerdings sollten Sie auch hier keine verkrampften Hände öffnen. Betroffene sollten nicht an Armen und Beinen ziehend aus einer Gefahrenzone entfernt werden. Nehmen Sie ihn immer am Oberkörper. Schläft der Betroffene nach dem Anfall ein, ist es nicht notwendig ihn zu wecken. Lassen Sie ihn niemals allein bzw. bleiben Sie in seiner Nähe. Meistens verlaufen die Anfälle unkompliziert und es ist nicht notwendig, einen Arzt zu rufen.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
PD Dr. med. Gerhard Kluger