Parkinson-Krankheit. Ursachen
Was ist die Ursache von Parkinson?
Bei Parkinson werden Gehirnzellen zerstört.
Zwar wissen wir, dass dem Parkinson-Kranken Dopamin im Hirn fehlt, dass wir wie Insulin bei der Blutzuckerkrankheit dem Parkinson-Kranken das fehlende Dopamin in der Form von Dopaminersatzstoffen (die L-Dopamin Vorläufer Substanz L-Dopa und synthetische Dopaminnachahmerstoffe, so genannte Dopaminagonisten) verabreichen können, doch die Ursache des Nervenzelluntergangs in der schwarzen Substanz ist bei der klassischen Parkinson-Krankheit bald 200 Jahre nach der Erstbeschreibung durch James Parkinson noch immer unbekannt.
Eine einzige Ursache wird man wohl nicht finden. Vielmehr ist die Parkinson-Krankheit ein komplexes Krankheitsbild bei dem eine bestimmte Veranlagung in Zusammenspiel mit Umweltfaktoren den Krankheitsprozess in Gang bringt. Durch die Entdeckung sehr seltener erblicher Varianten der Erkrankung, die auf ein Gen zurückgeführt können, konnten wichtige Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen der Krankheitsentstehung gewonnen werden. Das lässt die Möglichkeit einer tatsächlichen Neuroprotektion (Nervenzellschutz, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen oder gar zu stoppen) in nicht allzu weiter Zukunft greifbar erscheinen. Eine Erbkrankheit im klassischen Sinn ist die Parkinson-Krankheit mit Sicherheit nicht.
Die Einführung der therapeutisch hocheffektiven Neurotransmittersubstitution mit L-DOPA in die Therapie ist eng mit der Entdeckung von Dopamin als zentralen Neurotransmitter und seines Defizits als grundlegende Entstehungsursache des Parkinson-Syndroms verbunden. Hierfür erhielt Arvid Carlsson den Nobelpreis für Medizin und Physiologie in 2000
Formen der Parkinson-Syndrome
Je nach Ursache unterscheidet man zwischen folgenden Arten bzw. Gruppen von Parkinson-Syndromen:
- Parkinson-Krankheit im engeren Sinn : Das gute Ansprechen auf Medikamente, die Dopaminersatzstoffe L-Dopa und Dopaminagonisten, gilt heute als ein wesentliches klinisches Kriterium für das Vorliegen der Parkinson-Krankheit im engeren Sinn.
- Symptomatische (sekundäre) Parkinson-Syndrome und Parkinson-Plus-Syndrome : Weitere Begriffe werden hierfür verwendet: Parkinsonoide, Parkinsonismus, Pseudo-Parkinson-Syndrome.
- Ursache für sekundäre Parkinson-Syndrome
Die Parkinson-Symptome entstehen durch bekannte äußere Einflüsse, am häufigsten durch Hirndurchblutungsprobleme wie Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung" = subkortikale vaskuläre Enzephalopathie). Es gibt auch viele Medikamente, die ein Parkinson-Syndrom auslösen oder verschlechtern können. Dies ist vermeidbar.
- Weitere Ursachen sind
- Normdruckhydrocephalus (NPH), eine spezielle Form der Störung der erweiterten inneren Hirnkammern
- Tumore
- posttraumatisch
- Kohlenmonoxid-, Mangan-, Zyankali-Vergiftungen
- metabolisch (z. B. Wilson-Krankheit, Hypoparathyroidismus, Morbus Fahr)
Weitere Formen: Atypische Parkinson Syndrome, Parkinson-plus-Syndrome
Unter dem Begriff der atypischen Parkinson-Syndrome oder Parkinson-plus-Syndrome werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst, die medikamentös bisher weniger gut behandelbar sind als die Parkinson-Krankheit im engeren Sinne. Parkinson-Plus will auf das Vorhandensein zusätzlicher, bei der Parkinson-Krankheit zumindest in den ersten Jahren der Krankheit fehlender klinischer Symptome wie Demenz, Inkontinenz, Stürze, Blutdruckschwankungen hinweisen. Diese Parkinson-Syndrome verlaufen in der Regel schneller. Es handelt sich neben den Hirngefäßbedingten schon erwähnten Formen im Wesentlichen um folgende Erkrankungen.
- Multisystematrophie (MSA).
- Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP). Diese Erkrankung wird auch als
- Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom (SROS) bezeichnet.
- Kortikobasale Degeneration (CBD)
- Lewy-Body-Krankeit, Lewy-Body-Demenz (LBD oder DLB)
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Prof. Dr. med. Andrés Ceballos-Baumann
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