Für was brauchen wir eigentlich Dopamin?

Was ist Dopamin?

Die größte Ansammlung von Dopamin findet sich im Hirnstamm.

Die größte Ansammlung von Dopamin findet sich im Hirnstamm.

Dopamin (DA) ist ein zur Gruppe der Katecholamine gehöriger Neurotransmitter oder Botenstoff, der Impulse (Informationen) zwischen Nervenzellen, Hirnzentren und Immunsystem weitergibt. Dopamin entfaltet seine Wirkung im menschlichen Organismus entweder über sogenannte Adrenozeptoren (diese Rezeptoren werden von den Überträgerstoffen Adrenalin und Noradrenalin aktiviert) oder über spezifisch wirkende Dopamin-Rezeptoren D1 bis D5. Dopamin ist an der Steuerung der extrapyramidalen Motorik im nigrostriatalen DA-System beteiligt. Vereinfacht bedeutet das, dass Dopamin die Befehle des Nervensystems an die Muskulatur weitergibt. Das größte Vorkommen von Dopamin findet sich in einer Nervenzellenansammlung im Hirnstamm, der Substantia nigra (schwarze Substanz).

Dopamin ist erforderlich für:

  • körperliche und seelische Aktivität, Lebensenergie und inneren Antrieb
  • das allgemeine Wohlbefinden, Grundgelassenheit und Lebensfreude
  • kraftvolle, harmonische Bewegungsabläufe
  • effektive und effiziente Feinmotorik
  • Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, Überwindung von diffusen inneren Ängsten
  • Funktion der Eingeweideorgane, Herz und Kreislauf
  • Aktivierung des Immunsystems

Auswirkungen eines Mangels von Dopamin.

Kraftlosigkeit und Müdigkeit kann durch einen Mangel von Dopamin hervorgerufen werden.

Kraftlosigkeit und Müdigkeit kann durch einen Mangel von Dopamin hervorgerufen werden.

Die Souveränität des gesunden Erwachsenen beruht wesentlich auf dem Dopamin. Bei einem Mangel an Dopamin werden wir kraftlos, müde und desinteressiert, lustlos und mürrisch. Genau diese Merkmale können mit dem Altern des Organismus auftreten. Die Dopaminspiegel im Körper, insbesondere im Gehirn, nehmen ab. Deshalb zeigen viele „Alterserscheinungen“ Symptome der Parkinson-Krankheit.

Dopaminmangel als Ursache für die Parkinson-Erkrankung.

Im Falle einer über das Altern hinausgehenden neurodegenerativen Parkinson-Erkrankung führt krankhafter Dopaminmangel im Gehirn zum Parkinson-Syndrom ("Schüttellähmung", Morbus Parkinson). Ein zunehmender Untergang dopaminerger Neurone in der Substantia nigra und das damit verbundene Ungleichgewicht zwischen den übrigen Botenstoffen im Gehirn ist die wesentliche Ursache des Morbus Parkinson. Bei schwerstem Dopaminmangel, wie bei M. Parkinson, können jedoch Dopaminvorstufen bzw. dopaminverstärkende Medikamente nützlich sein. Diese Mittel sind schweren Krankheitszuständen vorbehalten. Für die Dopaminmodulation zur Gesundheitsförderung kommen sie nicht in Frage.

Die Wirkung von Drogen auf den Dopamin-Spiegel.

Bei der Sucht spielt Dopamin eine wesentliche Rolle, denn der Botenstoff löst Glücksempfindungen aus, ein Vorgang, der durch Suchtstoffe stimuliert wird. Das High-Gefühl beim Konsum von Drogen, das verstärkte Empfinden von Glück, Freude und Zuversicht, wird auf eine verstärkte Ausschüttung von Dopamin zurückgeführt. Verantwortlich dafür ist ein hirneigenes Belohnungssystem, das wir mit Opiaten, Kokain und Amphetaminen selbst stimulieren können. Andere Drogen bewirken eine Hemmung des Neurotransmitters Noradrenalin (NA). Diese Hemmung von Noradrenalin führt zu einer verstärkten Wirkung von Dopamin. Auch auf diese Weise wird das Belohnungssystem aktiviert. Drogen mit dieser indirekten Stimulation sind Opiate, Alkohol, Barbiturate und Benzodiazepine. Auch die körpereigenen Endorphine wirken auf diese Weise. Nikotin und Koffein stimulieren ebenfalls das Belohnungssystem.

Dopamin und Psychosen.

Dopamin scheint die Wahrnehmungsfähigkeit zu steuern. Ununterbrochen ist jeder Mensch Wahrnehmungen, Empfindungen, Eindrücken, Gefühlen ausgesetzt. Die Dopaminausschüttung im Gehirn steigert die Aufnahmefähigkeit der Sinneseindrücke. Menschen mit einer sogenannten Psychose leiden vereinfacht ausgedrückt unter einem nicht mehr steuerbaren „Zuviel“ an Eindrücken. Mit sogenannten Dopaminantagonisten (Dopaminblocker) können Psychosen wirkungsvoll behandelt werden.

Was Dopamin noch beeinflusst.

Das Problem der unruhigen Beine (restless leg syndrom = RLS) wird von einer gestörten Dopaminfreisetzung im Hirnstamm ausgelöst. Eine Überproduktion von Dopamin kann beim sogenannten Phäochromozytom vorkommen und führt zu Bluthochdruckkrisen, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen und Herzrasen. Dopamin findet Verwendung in der Notfall- und Schockbehandlung; es dient vor allem der akuten Hebung des Blutdruckes sowie der Anregung der Herz- und Nierenfunktion beim Herz-Kreislauf-Stillstand und der akuten Herzschwäche.

Fachliche Betreuung

Weidmann

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Andreas Weidmann


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