Parkinson und Berufstätigkeit.

Wie lange man mit der Parkinson-Krankheit seiner Arbeit nachgehen kann, hängt einerseits vom Krankheitsverlauf und andererseits von den speziellen Anforderungen des Berufs ab. Gerhard S. lebt seit 2 Jahren mit Parkinson. Lesen Sie hier seine Erfahrungen im Arbeitsalltag.

 

Kann ich mit Parkinson überhaupt arbeiten?

Gerhard S.: Grundsätzlich erst einmal ja, je nach Ausprägung der Krankheit. Allerdings fällt es mir schwer, über mehrere Stunden konsequent Leistung zu bringen. Mit 6 bis 7 Stunden pro Tag wäre meine Leistungsgrenze eigentlich gut erreicht. In meinem Job, ich bin Verkaufsleiter in einem Autohaus, ist flexibles Denken und Reagieren gefordert. Gleichzeitig sollte man Mails abrufen, sich unterhalten und noch auf das Telefon achten. Dies verursacht erhöhten Stress und geht insbesondere bei Parkinson-Patienten auf die Kondition. 

 

Wie wirkt sich die Krankheit auf den Arbeitsalltag aus?

Gerhard S.: Überbelastung führt bei mir schnell zu Fehlern in der Arbeit, da die Konzentration dann schneller nachlässt. Daraus ergeben sich auch psychische Probleme, man fühlt sich unter Druck gesetzt und mehr gestresst.

 

Beeinträchtigt das Zittern die Computerarbeit?

Gerhard S.: Das Zittern führt beim Schreiben am PC zu mehrfachen Buchstaaaaaaben. Dadurch verzögert sich das Schreiben enorm.

 

Welche Aus- und Nebenwirkungen haben die Medikamente?

Gerhard S.: Da oftmals vor Müdigkeit gewarnt wird, ist besondere Vorsicht gerade bei Umstellung der Medikamente geboten. Ich vermeide dann das Führen von Fahrzeugen auf längeren Strecken.

 

Was muss ich während der Arbeitszeit beachten?

Gerhard S.: Eigentlich das, was jeder beachten sollte. Ausreichend trinken, nicht immer sitzen und Pausen machen. Ich vergesse diese Grundregeln oft und neige dazu „pausenlos“ zu arbeiten. Damit das besser wird, habe ich meine Kollegen gebeten, mich in die Pause zu schicken.

 

Braucht der Arbeitsplatz eine spezielle Ausstattung?

Gerhard S.: Ich habe mir eine spezielle PC Maus angeschafft und einen Füller, damit meine Handschrift lesbar ist.

 

Wie sage ich es meinen Kollegen und Vorgesetzten? Muss ich diese informieren?

Gerhard S.: Ich bin von Anfang an sehr offen mit meinem Parkinson umgegangen. Das hat vieles leichter gemacht. Ein Muss gibt es aber meines Erachtens nicht.

 

Wie haben Ihre Kollegen / Ihr Umfeld reagiert, als sie von der Erkrankung erfuhren?

Gerhard S.: Die Reaktion war positiv. Sie zeigten ehrliche Betroffenheit und das Angebot, mich zu unterstützen.