Ernährung bei Parkinson.

Parkinson-Patienten können die Wirkung ihrer Medikamente durch richtiges Essverhalten unterstützen.

Parkinson-Patienten können die Wirkung ihrer Medikamente durch richtiges Essverhalten unterstützen.

Parkinson Patienten dürfen eigentlich alles essen – wenn sie ein paar Dinge, vor allem Wechselwirkungen der Nahrung mit ihren Medikamenten, beachten. Denn die meisten Parkinson-Patienten nehmen als Dopamin-Ersatzstoff medikamentös den Wirkstoff Levodopa zu sich. Levodopa kommt in fast allen gängigen Präparaten vor. „Der Wirkstoff kann aber nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn nur in bestimmten Abständen eiweißhaltige Speisen verzehrt werden“, erklärt Professor Dr. Andres Ceballos-Baumann, Chefarzt für Neurologie und klinische Neurophysiologie der Schön Klinik München Schwabing. „Levodopa ist eine Aminosäure, also ein Baustein, aus dem Eiweiß besteht. Wenn der Körper zum Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme bereits damit beschäftigt ist, andere Eiweiße zu verdauen, kommt das Levodopa nicht oder deutlich langsamer dort an, wo es hingehört, also in den Blutkreislauf und ins Gehirn.“

Der richtigen Ernährung sollten Parkinson-Patienten also große Aufmerksamkeit schenken. 

 

Eiweiß umverteilen. Schwankungen vermeiden.

Dass das Medikament und die Ernährung einander im Verdauungsablauf in die Quere kommen, muss nicht bei jedem Parkinson-Patienten so sein. Manche Parkinson-Patienten bemerken überhaupt keine Schwankungen in der Wirksamkeit des Levodopa, andere erleben nach bestimmten Mahlzeiten deutliche Off-Phasen – also eine Verstärkung der Parkinson-Symptome. „Vor allem Patienten, die unter deutlichen Wirkungsschwankungen von Levodopa leiden, können von einer Eiweiß-Umverteilungskost profitieren,“ erzählt Professor Ceballos-Baumann. 

 

Schnitzel ade?

Eiweiß-Umverteilung klingt erst einmal nach Verzicht. So ist es aber nicht. Weder auf das Schnitzel, noch auf Käse oder Spiegelei muss verzichtet werden. Es geht nicht um Verzicht, sondern um die korrekte Verteilung. Deshalb „Umverteilung“. Allerdings muss bedacht werden: Je „schwerer“ eine Mahlzeit ist, desto länger braucht der Körper zum verdauen und desto länger ist auch die Levodopa-Aufnahme gedrosselt. Ein Eisbein liegt geschlagene acht Stunden im Magen, ein Reisgericht etwa eine halbe Stunde. Der Ernährungsplan sollte also durch ein wenig Obst und Gemüse aufgefrischt werden. Chefarzt Prof. Ceballos-Baumann rät generell zu einer leichten mediterranen Kost. Also mittags gerne Pasta, abends Fisch oder Fleisch mit Gemüse. 

 

Frühstück, Mittag, Abendessen.

Parkinson Patienten dürfen eigentlich alles essen – wenn sie ein paar Dinge beachten.

Parkinson Patienten dürfen eigentlich alles essen – wenn sie ein paar Dinge beachten.

Was aber bedeutet Umverteilen genau? Eine generelle Empfehlung gibt es hier leider nicht, weil jeder Patient sein Essen anders verarbeitet. Hier darf ruhig ein wenig nach Geschmack und Laune ausprobiert werden. Es gibt zum Beispiel Patienten, die ein weichgekochtes Frühstücksei gut vertragen, ein hartes aber nicht. Ein Leitfaden, den Christian Löer und Andres Ceballos-Baumann von der  Schön Klinik München Schwabing herausgegeben haben, hilft bei der Orientierung: Morgens und Mittags soll leicht verdauliche, eiweißarme Kost eingeplant werden. Bei der Aufnahme eiweißhaltiger Lebensmittel, wie Käse, Wurst, Fleisch oder Fisch, soll der erforderliche zeitliche Abstand zur Levodopa-Einnahme beachtet werden. Als Regel sagt man mindestens eine halbe Stunde vor und frühestens anderthalb Stunden nach einer Mahlzeit. 

 

Generell gilt: Bitte trinken!

Wer seinen Kaffee nicht schwarz mag, muss auch als Parkinson-Patient morgens nicht auf die Milch im Kaffee verzichten. Ein Schluck Mich fällt nicht weiter ins Gewicht. Überhaupt ermahnt Ceballos-Baumann dazu, das Trinken nicht zu vergessen. Viele Parkinson-Patienten trinken zu wenig und landen dann mit Austrocknungs-Erscheinungen in der Klinik. Wasser, Limo, Kaffee – im Grunde darf jede Form von Flüssigkeit reichlich zugeführt werden. Für Alkohol gilt das natürlich, wie immer, in Maßen. Kaffee und Cola allerdings stehen sogar im Verdacht, die Levodopa-Aufnahme zu beschleunigen. Es ist also bei weitem nicht alles verboten. Im Gegenteil. 

 

Unser beratender Experte.

Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann.

Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann

Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann

Chefarzt der Schön Klinik München Schwabing im Zentrum für Parkinson und Bewegungsstörungen.