Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson, Parkinson-Syndrom).

Parkinson gilt als eine Krankheit des 21. Jahrhunderts. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden ab 2040 die neurodegenerativen Krankheiten wie die Parkinson- und Alzheimer-Krankheit die Krebserkrankungen als zweithäufigste Todesursache nach Herzkreislauferkrankungen überholen. In den kommenden 20 Jahren ist mit einer Verdopplung der Zahl der an der Parkinson-Krankheit (idiopathisches Parkinson-Syndrom = Morbus Parkinson), leidenden Menschen zu rechnen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahre. 40% der Betroffenen erkranken in diesem Zeitraum.

 

Neue Studie: Bewegung senkt Parkinson-Risiko.

Wissenschaftler des renommierten Karolinska Instituts in Stockholm konnten in einer Studie nachweisen, dass tägliche moderate Bewegung das Risiko, an Parkinson zu erkranken, verringert. Allein sechs Stunden Bewegung pro Woche senkt das Risiko um 45%. Dabei muss niemand sportlich aktiv werden. Normale Aktivitäten im Haushalt, der Weg zur Arbeit oder spazieren gehen reichen aus.

 

Parkinson. Informationen von A-Z

Information. Was ist Parkinson?

Als ähnliches klinisches Erscheinungsbild wie das der Parkinson-Krankheit bezeichnet man ein Parkinson-Syndrom.

 

Definition des Parkinson-Syndroms.

Ein Parkinson-Syndrom losgelöst von der Ursache ist in erster Linie definiert durch:

  • das Vorliegen von Bewegungsverlangsamung (Bradykinese),
  • Verlust an Spontanmotorik wie Gestik, mimischer Gesichtsausdruck, Mitschwingen der Arme beim Gehen (Hypokinese)
  • Schwierigkeiten, Bewegungen zu starten (Akinese).

Die drei Begriffe Akinese, Bradykinese und Hypokinese werden im medizinischen Sprachgebrauch gleichbedeutend verwendet sowie mindestens eines der folgenden drei Symptome:

  • Muskelsteifheit (Rigor)
  • Zittern (Tremor) in Ruhe
  • Gleichgewichtsstörungen (Störung der posturalen Reflexe)
 

Definition von Parkinson.

Die Parkinson-Krankheit im engeren Sinn, auch Morbus Parkinson, ist die prototypische Form der Parkinson-Syndrome. Nur für diese Form der Parkinson-Syndrome sind eigentlich die modernen Parkinson-Medikamente zugelassen. Anhand von Diagnosekriterien lässt sich diese Form gut von anderen Parkinson-Syndromen unterscheiden. Die Parkinson-Krankheit im engeren Sinn ist neben der Symptomatik, Verlauf, Ansprechen auf die Medikamente der Gruppe der Dopaminersatzstoffe (DOPA, Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer) durch bestimmte Veränderungen im Nervensystem definiert: Es kommt zu einem frühzeitigen Absterben (Degeneration) von bestimmten Nervenzellen. Am augenfälligsten ist der Untergang einer Zellansammlung in der Substantia nigra (Schwarze-Substanz: Drüsenähnliche Ansammlung von dopaminproduzierenden Zellen im Hirnstamm) in der Tiefe des Gehirns, im Hirnstamm, wo der Nervenüberträgerstoff Dopamin hauptsächlich produziert wird. Daneben kommt es bei der Parkinson-Krankheit sowie bei anderen Hirnabbauerkrankungen (neurodegenerative Erkrankungen) zu Einschlusskörper in den Nervenzellen, die Friedrich Levy (später Frederic Lewy) im Jahr 1912 entdeckt hat (so genannte Lewy-Körper).

 

Was ist eine akinetische Krise?

Unter akinetischer Krise versteht man eine akute Verschlechterung der Parkinsonsymptomatik mit Bewegunglosigkeit, Schluckstörungen und häufig Begleitsymptomatik wie Blutdruckanstieg und Schwitzen. Auslösend sind meist Medikamentenentzüge und/oder Begleiterkrankungen (z. B. Lungenentzündung, chirurgische Eingriffe). Diese Situation ist ein Notfall!

 

Symptome. Anzeichen eines Parkinson-Syndroms

Noch häufiger als die Krankheit selbst: Parkinson-Symptome.

Noch häufiger als die Parkinson-Krankheit im engeren Sinne, von der in Deutschland etwa 300 000 Menschen betroffen sind, treten Parkinson-Symptome auf. Parkinson-Symptome kommen bei allen neurodegenerativen Krankheiten vor. Während bei etwa zehn Prozent der über 65-Jährigen mindestens zwei Parkinson-Symptome vorliegen, können solche bei bereits 50 Prozent der über 85-Jährigen festgestellt werden.

 

Welche Beschwerden treten bei Parkinson-Syndromen auf?

Wesentliches Kennzeichen (Leitsymptom) aller Parkinson-Syndrome (Synonym Parkinsonismus, Parkinsonoid, Pseudo-Parkinson) ist die Bewegungsverarmung und Verlangsamung. Es lassen sich dabei drei Komponenten differenzieren:

  • Bewegungsverlangsamung oder Bradykinese,
  • Verminderung der Bewegungsamplituden (z. B. zunehmender Verkleinerung des Schriftbildes = Mikrographie) und der Spontanbewegungen (Armemitschwingen beim Gehen, Gestik, Hypomimie, "Pokerspieler-Gesicht") oder Hypokinese
  • Hemmung der Bewegungsinitiation oder Akinese. Im klinischen Sprachgebrauch werden die drei genannten Begriffe austauschbar verwendet.
 

Parkinson-Syndrom bei Hirndurchblutungsstörungen und so genannten Normaldruckhydrozephalus.

Das Parkinson-Syndrom bei Hirndurchblutungsstörungen und im Rahmen des Normaldruckhydrozephalus (erweiterte innere Hirnkammern, NPH) ist sehr häufig. Im Anfang kommt es hier vor allem zu einer Gangstörung.

Das Gangbild ist kleinschrittig aber im Gegensatz zur klassischen Parkinson-Krankheit breitbasig ("Magnetgang") und von ausgeprägten Startschwierigkeiten und Blockaden (Freezing, wie Festkleben am Boden,) geprägt. Anders als bei der klassischen Parkinson-Krankheit ist die Beweglichkeit der oberen Körperhälfte, wie die Mimik, Gestik, das Mitschwingen der Arme beim Gehen und die Haltung des Rumpfes, in der Regel normal, bisweilen sogar übertrieben („Rudern der Arme beim Gehen“). In den USA wurde für diese Symptomkonstellation daher der Begriff des "Parkinson-Syndrom der unteren Körperhälfte" (“lower body parkinson”) geprägt. Blasenstörung, insbesondere der Harndrang, ist hier stark ausgeprägt. Diese Parkinson-Syndrome sind häufig behandelbar, indem entweder durch wiederholte Nervenwasserabnahmen auf Höhe der Lendenwirbelsäule oder durch die Anlage eines Ventils der Druck in den Hirnkammern ausgeglichen wird. Wichtig ist die Behandlung von Gefäßproblemen. Bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit im engeren Sinne, ist besonders beachten, dass nicht wie so häufig zusätzlich Hirndurchblutungsstörungen auftreten, die die eigentliche Parkinson-Krankheit noch durch ein gefäßbedingtes Parkinson-Syndrom zusätzlich komplizieren.

 

Medikamentöses Parkinson-Syndrom.

Bestimmte Medikamente können ein Parkinson-Syndrom auslösen. Typischerweise sind es Psychopharmaka vom Typ der klassischen Neuroleptika, die zur Unterdrückung von Halluzinationen und Wahnvorstellungen verwendet werden. Solche Medikamente werden aber auch zur Behandlung anderer psychischer Beschwerden eingesetzt. Gerade bei älteren Patienten muss aber auch gezielt die Einnahme harmlos erscheinender Substanzen mit Neuroleptika ähnlicher Wirkung wie bestimmte Magenmittel (Metoclopramid) erfragt werden. Metoclopramid ist letztlich ein Neuroleptikum und kann schon bei ansonsten Gesunden ein Parkinson-Syndrom auslösen. Das Magen-Darm-Mittel Metoclopramid ist bei Parkinson-Patienten daher tabu. Als Alternative wird hier Domperidon eingesetzt.

 

Multisystematrophie (MSA).

Heute versteht man unter MSA eine Kombination von Symptomen und Krankheitszeichen wie sie bei der Parkinson-Krankheit und bei Störungen des vegetativen Nervensystems (z. B. Blutdruckregulation, Blasenkontrolle) und des Kleinhirns auftreten.

Diagnostisch Richtung weisend ist die Frage beim Mann nach Impotenz, die der Diagnose MSA viele Jahre vorausgehen kann bzw. bei beiden Geschlechtern nach Harninkontinenz. Weitere wichtige Symptome betreffen die

  • Kreislaufregulationsstörungen (z. B. ausgeprägtes Schwindelgefühl und/oder Ohnmachtsanfälle (Synkopen) beim Aufstehen)
  • unregelmäßiges Zittern (Ruhe-, Halte- und/oder Aktionstremor), bis zu 60% der Patienten  
  •   abnormale Körperhaltungen (Dystonien), in 46% der Fälle, z. B. bei 25 % der Patienten eine starke Halsbeugung (Anterocollis)
  •   sehr lebhafte Träume bis hin zum Gewaltschlaf (bei 90 % der Patienten), die so genannte REM-Schlafverhaltensstörung, welche der Krankheit um Jahre vorausgehen kann

In der Regel sprechen Patienten mit MSA-P langfristig nicht auf die Gabe von Dopaminersatzstoffen wie L-Dopa und Dopaminagonisten an. Im Frühstadium können allerdings bis zu 30% der Patienten auf Parkinsonmittel reagieren und in 10% bleibt eine positive Reaktion auf diese Medikamente auch im fortgeschrittenen Stadium erhalten. Daher wird empfohlen, das Ansprechen auf Dopaminersatzstoffe –in diesem Fall L-Dopa möglichst standardisiert zu untersuchen.

 

Lewy-Körper-Demenz.

Im Verlauf entwickeln Lewy-Körper-Demenz Patienten schon früh ein Parkinson-Syndrom. Wesentliches körperliches Krankheitszeichen sind neben der Demenz die Parkinson-Symptome, ferner unerklärliche Stürze und Überempfindlichkeit gegen Neuroleptika, die sich bei Gabe dieser Medikamente in rasch einsetzendem Steifheit (Rigor) und Bewegungsverarmung (Akinese), Schläfrigkeit und Verwirrtheit äußert. Die Demenz bei der Lewy-Körpern Demenz ist typischerweise durch starke Schwankungen in der Aufmerksamkeit bzw. der Wachheit und ausgestalteten Trugwahrnehmungen (optischen Halluzinationen) gekennzeichnet. Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit sind Lewy-Körper-Demenz Patienten eher apathisch und die Orientierungsstörungen (örtlich-räumlich) stehen mehr im Vordergrund als Gedächtnisstörungen. Im Vergleich zur Alzheimer-Krankheit sind gerade zu Beginn der Lewy-Körper-Demenzdie Gedächtnisstörungen eher diskret, charakteristisch sind im Anfangsstadium für die Lewy-Körper-Demenz im Vergleich zur Alzheimer-Krankheit die starken Schwankungen der Aufmerksamkeit, die gelegentlich schon einmal zur Diagnose eines Anfallsleidens fälschlicherweise führen.

 

Progressive supranukleäre Blickparese.

Als progressive supranukleäre Blickparese (Abkürzung PSP, engl. „Progressive supranuclear palsy“) wird eine häufige Erkrankung mit einem Parkinson-Syndrom bezeichnet, deren Merkmal eine Einschränkung oder Lähmung der Blickwendung nach oben und unten darstellt. Allerdings kommt die Lähmung der Blickwendung nach oben oder unten (vertikale Blickparese, daher der Name) erst später im Verlauf. Die Patienten werden zunächst durch ihre Sturz- und Fallneigung insbesondere nach hinten auffällig. Hinzukommen weitere über einen typischen Morbus Parkinson hinausgehende Krankheitszeichen wie ausgeprägte Stimm- und Sprechstörungen. Problematisch ist die Demenz, die sich im Gegensatz zu der eigentlichen Parkinson-Krankheit schon nach wenigen Jahren des Verlaufs frühzeitig entwickelt. Die Demenz bei der PSP unterscheidet sich von der Alzheimer-Krankheit. Das Wiedererkennen ist im Gegensatz zur Alzheimer-Form bei der PSP (ähnlich wie bei der Lewy-Körper-Demenz) erstaunlich lange erhalten. Bei der PSP ist eine Verlangsamung des Denkens (Bradyphrenie), Aufmerksamkeitsstörungen und die Apathie („Leidenschaftslosigkeit“, Mangel an Initiative und Interessen) das Problem.

 

Kortikobasale Degeneration.

Das klassische Syndrom beginnt um das 60. Lebensjahr schleichend und in vielen Patienten ähnlich wie ein typisches idiopathisches Parkinson-Syndrom mit einer ausgeprägten Seitenasymmetrie der Symptomatik. Im weiteren Verlauf kommen Verkrampfungen und abnorme Körperhaltungen (Dystonien), Muskelzuckungen (Myklonien) und eine spät einsetzende Gang- und Standunsicherheit hinzu. Außerdem kommt es zu merkwürdigen Fremdheitsgefühlen eines Körperteils (dem Alien-Limb-Phänomen), in späteren Stadien Stimm- und Sprechstörungen sowie einer Demenz.

 

Weitere Parkinson-Syndrome mit Demenz.

Im Gegensatz zur Lewy-Körper-Demenz, bei der ein Parkinson-Syndrom früh im Verlauf zu den diagnostischen Kriterien gehört, tritt bei der Alzheimer-Demenz ein Parkinson-Syndrom erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Ein Parkinson-Syndrom kann auch beim Pick-Komplex, frontotemporale Lobärdegeneration (frontotemporal e Demenz) im Vordergrund stehen.

Wegen seiner ursächlichen Therapierbarkeit ist der Morbus Wilson sehr wichtig. Die neurologische Symptomatik dieser Kupferstoffwechselstörung äußert sich am häufigsten mit einem Parkinson-Syndrom und neuropsychiatrischen Veränderungen wie einer Demenz. Bei der Huntington-Krankheit, insbesondere bei der im frühen Erwachsenenalter beginnenden seltenen Westphal-Variante und der Pantothenat-Kinase 2 (PANK2) assoziierte Neurodegenerationen (=NBIA-Syndrome (Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation = Nervendegeneration mit Ansammlung von Eisen im Gehirn, auch neuroaxonale Dystrophie, vormals Hallervorden-Spatz, tritt die Störung von Beginn an meist in Kombination Parkinson-Syndrom mit Demenz auf.

 

Parkinson-Demenz

Bei Parkinson kommt es nicht nur zu motorischen Einschränkungen sondern auch zu kognitiven.

Über die Parkinson-Demenz

 

Ursachen. Wie entsteht Parkinson?

Was ist die Ursache von Parkinson?

Bei Parkinson werden Gehirnzellen zerstört.

Bei Parkinson werden Gehirnzellen zerstört.

Zwar wissen wir, dass dem Parkinson-Kranken Dopamin im Hirn fehlt, dass wir wie Insulin bei der Blutzuckerkrankheit dem Parkinson-Kranken das fehlende Dopamin in der Form von Dopaminersatzstoffen (die L-Dopamin Vorläufer Substanz L-Dopa und synthetische Dopaminnachahmerstoffe, so genannte Dopaminagonisten) verabreichen können, doch die Ursache des Nervenzelluntergangs in der schwarzen Substanz ist bei der klassischen Parkinson-Krankheit bald 200 Jahre nach der Erstbeschreibung durch James Parkinson noch immer unbekannt. Eine einzige Ursache wird man wohl nicht finden. Vielmehr ist die Parkinson-Krankheit ein komplexes Krankheitsbild bei dem eine bestimmte Veranlagung in Zusammenspiel mit Umweltfaktoren den Krankheitsprozess in Gang bringt. Durch die Entdeckung sehr seltener erblicher Varianten der Erkrankung, die auf ein Gen zurückgeführt können, konnten wichtige Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen der Krankheitsentstehung gewonnen werden. Das lässt die Möglichkeit einer tatsächlichen Neuroprotektion (Nervenzellschutz, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen oder gar zu stoppen) in nicht allzu weiter Zukunft greifbar erscheinen. Eine Erbkrankheit im klassischen Sinn ist die Parkinson-Krankheit mit Sicherheit nicht. Die Einführung der therapeutisch hocheffektiven Neurotransmittersubstitution mit L-DOPA in die Therapie ist eng mit der Entdeckung von Dopamin als zentralen Neurotransmitter und seines Defizits als grundlegende Entstehungsursache des Parkinson-Syndroms verbunden. Hierfür erhielt Arvid Carlsson den Nobelpreis für Medizin und Physiologie in 2000

 

Formen der Parkinson-Syndrome.

Je nach Ursache unterscheidet man zwischen folgenden Arten bzw. Gruppen von Parkinson-Syndromen:

  • Parkinson-Krankheit im engeren Sinn : Das gute Ansprechen auf Medikamente, die Dopaminersatzstoffe L-Dopa und Dopaminagonisten, gilt heute als ein wesentliches klinisches Kriterium für das Vorliegen der Parkinson-Krankheit im engeren Sinn.
  • Symptomatische (sekundäre) Parkinson-Syndrome und Parkinson-Plus-Syndrome : Weitere Begriffe werden hierfür verwendet: Parkinsonoide, Parkinsonismus, Pseudo-Parkinson-Syndrome. 
  • Ursache für sekundäre Parkinson-Syndrome
    Die Parkinson-Symptome entstehen durch bekannte äußere Einflüsse, am häufigsten durch Hirndurchblutungsprobleme wie Arteriosklerose ("Gefäßverkalkung" = subkortikale vaskuläre Enzephalopathie). Es gibt auch viele Medikamente, die ein Parkinson-Syndrom auslösen oder verschlechtern können. Dies ist vermeidbar.
  • Weitere Ursachen sind
    - Normdruckhydrocephalus (NPH), eine spezielle Form der Störung der erweiterten inneren Hirnkammern 
    - Tumore
    - posttraumatisch
    - Kohlenmonoxid-, Mangan-, Zyankali-Vergiftungen 
    - metabolisch (z. B. Wilson-Krankheit, Hypoparathyroidismus, Morbus Fahr)
 

Weitere Formen: Atypische Parkinson Syndrome, Parkinson-plus-Syndrome.

Unter dem Begriff der atypischen Parkinson-Syndrome oder Parkinson-plus-Syndrome werden mehrere Krankheitsbilder zusammengefasst, die medikamentös bisher weniger gut behandelbar sind als die Parkinson-Krankheit im engeren Sinne. Parkinson-Plus will auf das Vorhandensein zusätzlicher, bei der Parkinson-Krankheit zumindest in den ersten Jahren der Krankheit fehlender klinischer Symptome wie Demenz, Inkontinenz, Stürze, Blutdruckschwankungen hinweisen. Diese Parkinson-Syndrome verlaufen in der Regel schneller. Es handelt sich neben den Hirngefäßbedingten schon erwähnten Formen im Wesentlichen um folgende Erkrankungen.

  • Multisystematrophie (MSA).
  • Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP). Diese Erkrankung wird auch als
  • Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom (SROS) bezeichnet.
  • Kortikobasale Degeneration (CBD)
  • Lewy-Body-Krankeit, Lewy-Body-Demenz (LBD oder DLB)
 

Diagnostik. Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren des Hirns (Computertomographie, Kernspintomographie, Sonographie u. a.) haben ihre Bedeutung in erster Linie als Zusatzinformation in der Unterscheidung der verschiedenen Parkinson-Syndrome. Die Befunde der kranialen Computertomographie und der Kernspintomographie des Gehirns sind bei der typischen Parkinson-Krankheit unauffällig. Bei typischen klinischen Befund und Verlauf ist daher ein bildgebendes Verfahren wie CCT und MRT nicht zwingend erforderlich. Bei im Vordergrund imponierender Gangstörung, atypischen Symptomen und rascher Progredienz muss eine Bildgebung jedoch erfolgen

 

Computertomographie.

Eine Computertomographie (CT) des Kopfes liefert Röntgenbilder des Gehirns, der Knochen sowie der Blutgefäße. Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) ist das Mittel der Wahl. Das CCT ist lediglich zum Nachweis größerer struktureller Läsionen oder eines Normaldruckhydrozephalus hilfreich. Kernspintomographie

 

Magnetresonanz-Tomographie (MRT).

Eine weitere Möglichkeit, das Gehirn abzubilden, ist die Kernspintomographie (Magnetresonanz-Tomographie, MRT). Die Schichtaufnahmen, die durch ein starkes Magnetfeld erzeugt werden, liefern genauere Darstellungen als die Computertomographie und so lassen sich selbst kleinste Veränderungen feststellen. Es ist hilfreich zur Abgrenzung anderer Parkinson-Syndrome von der Parkinson-Krankheit.

 

Ultraschalluntersuchungen.

Weitere Diagnose Untersuchungsmethoden sind Ultraschalluntersuchungen (Doppler – Sonographie) der Blutgefäße am Hals und Kopf und neuerdings auch des Hirngewebes. Hiermit stellt der Arzt fest, ob und wie stark die Gefäße z. B. durch Arterienverkalkung verschlossen sind oder ob der Blutfluss zum Gehirn normal ist. Diese Untersuchung ist sehr hilfreich, da viele Patienten ein gefäßbedingtes Parkinson-Syndrom aufweisen, das anders zu behandeln ist. Ein bestimmtes Muster bei der Untersuchung des Hirnstamms kann in der Frühdiagnose als wertvolle Information in die Gesamtbeurteilung einfließen. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) zeigt Veränderungen am Herzen auf, die unter Dopaminagonisten auftreten können. Bei bestimmten Parkinson-Medikamenten sind Herzultraschall-Untersuchungen (Herzecho) in jährlichen Abständen Vorschrift. Bei Ödemen (Wasseransammlung) in den Beinen sind Herzechounteruntersuchungen wesentlich, um zwischen Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamenten und einer Herzerkrankung zu unterscheiden.

 

Positronenemissionstomographie (PET).

Die PET erlaubt in erster Linie im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen die präklinische Diagnose der Parkinson-Krankheit. Sie steht für eine klinische Anwendung jedoch nicht zur Verfügung. Aufgrund des hohen Aufwands (Radiochemiker vor Ort, Zyklotronanlage mit hohem Personalaufwand, rechnerintensive Datenauswertung usw.) liegen allerdings keine Daten für die Sensitivität und Spezifität für eine breite klinische Anwendung vor.

 

Single-Photon-Emission-Computed-Tomography.

  • IBZM-SPECT
    Die Single-Photon-Emission-Computed-Tomography (SPECT) ist im Vergleich zu PET verbreiteter und nicht so aufwändig. Diese Untersuchung hat differentialdiagnostische Bedeutung bei der Abgrenzung der Parkinson-Krankheit von atypischen Parkinson-Syndromen. Leider ist der diagnostische Wert der Befunde häufig eingeschränkt, da sie im individuellen Fall keine absolute Trennschärfe für die Differentialdiagnostik der Parkinson-Syndrome besitzen. Parkinson-Medikamente müssen abhängig von ihrer Halbwertszeit bis zu 2 Wochen vor der Untersuchung abgesetzt werden.
  • DaTSCAN™
    In Europa wurde im Jahr 2000 dieses Radiopharmakon zur Differentialdiagnose von essentiellem Tremor und Parkinson-Syndromen zugelassen. Eine weitere europäische Zulassung besteht für die Unterscheidung zwischen Alzheimer- und der mit einem Parkinson-Syndrom vergesellschafteten Lewy-Body-Demenz. Hiermit lässt sich auch das präsynaptisches dopaminerge System untersuchen. Mit dem DaTSCAN™ war es in 97 % der Fälle möglich, zwischen einem Parkinson-Syndrom und dem essentiellen Tremor (ET) zu unterscheiden. Allerdings gibt es aber keine Trennschärfe für die Differenzierung unterschiedlicher Parkinson-Syndrome untereinander. Im Gegensatz zum PET ist die Sensitivität und Spezifität in Frühphasen der Erkrankung nicht untersucht. Ein Absetzten von Parkinson-Medikamenten vor der Untersuchung ist anders als beim IBZM-SPECT nicht notwendig
 

Diagnostik. Neurophysiologische Untersuchungen

Untersuchung von Leitgeschwindigkeiten bestimmter Nervenbahnen.

  • Evozierte Potentiale, transkranielle Magnetstimulation
    Mit evozierten Potentialen und der transkraniellen (durch den Schädel) Magnetstimulation können die Nervenbahnen untersucht werden. Beim Morbus Parkinson sind diese intakt, so dass abnormale Befunde an Parkinson-Plus Syndrome denken lassen sollten.
  • Posturographie
    Die Posturographie (Messung des Gleichgewichts beim Stehen) zusammen mit einer Ganganalyse helfen Gangstörungen und Standunsicherheit zu objektivieren. Diese Verfahren kommen bei der Differentialdiagnose zwischen "Parkinson-Syndrom-der-unteren-Körperhälfte" (frontaler Gangstörung) und Morbus Parkinson, insbesondere bei älteren Patienten, zu Nutze und sind für die Verlaufskontrolle wertvoll.
  • Elektromyographie
    Die EMG (Elektromyographie = Muskelstrommessung) spielt eine Rolle als Oberflächen-EMG (ohne Nadeln!) zur Tremordifferenzierung.
  • Elektroenzephalogie
    Die EEG (Elektroenzephalographie = Hirnstrommessungen) spielt eine Rolle, um die Hirnfunktion zu beurteilen, die Verträglichkeit von Medikamenten zu überprüfen und um Sicherzustellen, dass Medikamente keine erhöhte Anfallsbereitschaft verursachen.
 

Bessere Therapien durch Zusammenarbeit

Gemeinsam besser werden. Das ist der Schön Klinik ein großes Anliegen. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, die Therapien für Parkinson-Patienten zu verbessern.

Gemeinsam besser werden

 

Spezialisierte Kliniken

Unsere Spezial-Kliniken im Überblick: Diese Krankenhäuser verfügen über qualifizierte Ärzte & Therapeuten zur Behandlung der Parkinson-Krankheit.

Spezialkliniken für Parkinson

Parkinson. Therapie

Pharmakotherapie, aktivierende Therapien (Physio-, Ergo- etc. ), Hirnschrittmacher, Dopamin, Apomorphin-Pumpentherapie, ...

Parkinson - Therapie im Überblick

 

Interview zu Ursachen, Umgang, Therapie von Parkinson