Multiple Sklerose. Rehabilitation

Gerade in der symptomatisch orientierten Behandlung der MS ist ganzheitliches Denken gefragt. Seelisches Befinden, soziale Vernetzung und individuelle Zielsetzungen sind dabei wichtige Größen. Idealerweise wird diesem Ziel die rehabilitative Behandlung gerecht.

Ziel: Verbesserung der Lebensqualität.

Mit Hilfe von Therapeuten wird täglich geübt, um verloren gegangene Funktionen wieder zu erlangen.

Mit Hilfe von Therapeuten wird täglich geübt, um verloren gegangene Funktionen wieder zu erlangen.

Durch die Rehabilitation kann zwar nicht der Prozess des der Multiplen Sklerose zugrundeliegenden Erkrankungsprozesses beeinflusst, dafür aber die Lebensqualität auf vielfältige Weise verbessert werden. Übende Verfahren begünstigen Umorganisationsprozesse des Gehirns und die Funktionswiederkehr. Begleitende psychotherapeutische Gespräche können die Krankheitsverarbeitung unterstützen und Komplikationen, wie z.B. Depressionen, minimieren helfen. Sozialpädagogen leisten Hilfe zur Selbsthilfe und beraten Betroffene und Angehörige bezüglich der möglichen sozialen Auswirkungen. Die rehabilitative Behandlung kann stationär, teilstationär in einer Tagesklinik oder ambulant durchgeführt werden. Welche dieser Formen im Einzelfall in Frage kommt, muss individuell mit dem Betroffenen aber auch mit dem Kostenträger abgestimmt werden. Die stationäre Rehabilitation ist vor allem bei schweren Beeinträchtigungen, die im häuslichen Umfeld keine hinlängliche Betreuung ermöglichen, oder auch bei komplizierenden Begleiterkrankungen angezeigt.

Symptombezogene. individuelle Therapien.

Die Therapieverfahren in der Rehabilitation sind symptomorientiert. Deshalb ist zu Beginn der Behandlung eine genaue Störungsdiagnostik erforderlich, um danach individuell abgestimmt die Therapiemethoden und Therapieziele auszuwählen. Diese Analyse wird in der klinisch neurologischen Untersuchung und in den einzelnen Bereichen des multidisziplinären Rehabilitationsteams durchgeführt. Das Team besteht in der Regel aus Ergotherapeuten, Neuropsychologen, Physiotherapeuten, Sprach- und Schlucktherapeuten, sowie Sozialpädagogen. Die Koordination und Supervision erfolgt ärztlich durch Neurologen. Bei der Diagnostik ist es wichtig, nicht nur Störungen zu beschreiben, sondern vor dem Hintergrund der individuellen Ressourcen des Betroffenen deren Auswirkungen auf seine Alltagsaktivität und seine soziale Teilhabe zu erfassen. Hier sind immer auch personenbezogene (z.B. Alter, Beruf, individuelle Lebenswelt) und umweltbezogene (z.B. materielle Grundlagen, soziales Netzwerk) Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Die Behandlungsziele müssen in erster Linie alltagsrelevant sein. So ist es weniger wichtig, dass sich ein Symptom messbar verändert, als dass der Rehabilitand durch die Therapie wieder in der Lage ist, bestimmte Aktivitäten und soziale Kompetenz wieder zu erlangen.

Übende Behandlungsverfahren bei Multipler Sklerose.

Die Rehabilitation wird dominiert von übenden Behandlungsverfahren. In Studien konnte dargestellt werden, dass die Funktionswiederkehr entscheidend durch die Trainingsintensität, die Häufigkeit der Übungswiederholung, die Aufgabenspezifität des Trainings und seine Relevanz für Alltagsaktivitäten beeinflusst wird. Gerade in der motorischen Rehabilitation haben sich in den letzten Jahren durch Studienergebnisse in ihrer Wirksamkeit belegte („evidenzbasierte“) Therapieverfahren etabliert, die das lange Zeit dominierende Denken in empirischen „Schulen“, wie z.B. Bobath oder Vojta, zunehmend zurückdrängen. Als Ergänzung haben diese klassischen Verfahren, für die ein Beleg der Wirksamkeit nach modernen Studienkriterien weitgehend fehlt, sicher weiterhin Bedeutung.

Neuerlernen verlorener Funktionen bei Multipler Sklerose.

Wenn eine Seite gelähmt ist, muss die andere trainiert werden.

Wenn eine Seite gelähmt ist, muss die andere trainiert werden.

Natürlich ist es das oberste Ziel, durch die Therapie eine verlorengegangene Funktion wieder vollständig zurück zu erlangen. Dies kann aber nur bei einem Teil der Betroffenen erreicht werden. Deshalb spielt in der Rehabilitation auch das Training von kompensatorischen Strategien, z.B. das Erlernen des Schreibens mit der linken Hand nach Lähmung der rechten Seite, und die Adaptation der Umwelt, d.h. die Versorgung mit externen Hilfsmitteln wie etwa einem individuell angepassten Rollstuhl, eine wesentliche Rolle.

Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Multiple Sklersoe (MS) spezialisiert.

Fachliche Betreuung

Paulig

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Mario Paulig