Ob tatsächlich eine Demenz vorliegt und was deren mögliche Ursache ist, soll am besten durch einen Neurologen, Psychiater oder Nervenarzt abgeklärt werden. Dazu wird der Patient zunächst neurologisch untersucht. Der Neurologe stellt die Ausfallserscheinungen fest, indem er unter anderem Reflexe, Koordination, Gedächtnisleistung, Sprache und Orientierung überprüft. Die kognitive Testung erfolgt oft mit kurzen standardisierten Fragebögen (DemTect, Mini-Mental-Status-Test) oder durch Neuropsychologen mittels umfangreicherer und damit auch zeitaufwändigerer Testverfahren (CERAD, ADAS).
Zusätzlich sollten das EKG, Blutuntersuchungen zur Bestimmung z.B. der Blutsalze und Leber- und Nierenfunktionsparameter erfolgen. An Spezialuntersuchungen werden die so genannten bildgebenden Verfahren, Computertomographie oder Kernspintomographie und eine Nervenwasserentnahme (Lumbalpunktion) zur Bestimmung von Entzündungswerten und bestimmten Eiweißen (Tau- und Beta-Amyloid42-Protein) vorgenommen.
Computertomographie/ Kernspintomographie bei Verdacht auf Demenz
Eine Computertomographie (CT) oder die Kernspintomographie (Magnetresonanz-Tomographie, MRT) des Kopfes liefert Schichtaufnahmen des Gehirns, der Knochen sowie der Blutgefäße. Der Röntgenarzt (Radiologe) kann erkennen, ob es zu Durchblutungsstörungen (Schlaganfall) und zu einem Schwund (Atrophie) des Gehirns gekommen ist.
PET als Früherkennung bei Demenz
Demenzielle Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer können mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) frühzeitig erkannt werden. Bei der PET werden mittels radioaktiv markierter Substanzen, so genannter Radiotracer, bestimmte Funktionsprozesse des Gehirns dargestellt, z.B. der Stoffwechsel von Sauerstoff und Zucker. Damit lässt sich eine Reduktion der Gehirnaktivität schon zeigen, bevor die strukturelle Untersuchung eindeutig ausfällt. Ein neues Verfahren ermöglicht nun auch, die für die Alzheimer-Demenz charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn, das so genannte beta-Amyloid, darzustellen. Allerdings sind diese Methoden noch nicht Bestandteil der klinischen Routine.
Ultraschalluntersuchungen bei verdacht auf Demenz
Weitere Untersuchungsmethoden sind Ultraschalluntersuchungen (Doppler – Sonographie) der Blutgefäße am Hals und Kopf. Hiermit stellt der Arzt fest, ob und wie stark die Gefäße z.B. durch Arterienverkalkung verschlossen sind oder ob der Blutfluss zum Gehirn normal ist. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) zeigt Veränderungen am Herzen auf, die zur Bildung von Blutgerinnsel führen können.
Lumbalpunktion
Bei einer Lumbalpunktion wird mittels einer dünnen Nadel zwischen den meist gut tastbaren Wirbelkörperdornfortsätzen im Lendenwirbelbereich eingestochen und der Nervenwasserraum punktiert. Es werden wenige Milliliter einer meist wasserklaren Flüssigkeit (Liquor) abgelassen und auf das Vorhandensein von Entzündungszellen untersucht. Weitere Parameter (z.B. Glucose, Eiweißgehalt) werden bestimmt. Zur Differenzierung verschiedener Demenzformen kann der Gehalt an dem sog. Tauprotein und dem Beta-Amyloid42-Protein herangezogen werden.
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