Alzheimer. Tipps & Ratgeber.

Alltagstipps für Angehörige.

Seien Sie geduldig und unterbrechen Sie den Betroffenen nicht, wenn er mal ins Stocken kommt.

Seien Sie geduldig und unterbrechen Sie den Betroffenen nicht, wenn er mal ins Stocken kommt.

Wenn auch bis heute kein Mittel verfügbar ist, um eine Alzheimer-Demenz zu heilen, bedeutet das nicht, dass die Erkrankung schicksalhaft zu ertragen ist. Auch Angehörige können ihren Beitrag dazu leisten, damit Alzheimer-Patienten imstande sind, ihren Alltag besser zu bewältigen. Zwei Drittel der Demenz-Kranken leben zu Hause und werden durch Angehörige gepflegt. Mit der richtigen Betreuung und Pflege gelingt es, den Geist anfangs rege zu halten und den Abbau zu verlangsamen. Grundsätzlich sollten alle Maßnahmen unterlassen werden, die bei der Reaktion ein intaktes Erinnerungs- oder Lernvermögen voraussetzen.

 

Folgende Tipps sollten Sie daher im Umgang mit Alzheimerkranken beherzigen:

Geduldig sein

  • Bewahren Sie beim Umgang mit den Betroffenen Ruhe und lassen Sie ihnen Zeit.
  • Seien Sie im Gespräch geduldig, lassen Sie viel Zeit beim Antworten und unterbrechen Sie nicht sofort, wenn die Sprache stockt.
  • Wenn der Betroffene Sie nicht versteht, dann wiederholen Sie das Gesagte in einfachen Worten.

Kritik & Konflikte vermeiden, Lob geben

  • Vermeiden Sie grundsätzlich Kritik – Sie schonen nicht nur den Betroffenen, sondern auch sich selbst.
  • Geben Sie dem Alzheimerkranken Lob und Bestätigung wann immer es möglich, ist, um sein Selbstvertrauen aufrecht zu erhalten.
  • Bestätigen Sie die Sicht des Betroffenen. Wer ständig versucht zu korrigieren, ruft bei ihnen Unsicherheit, Scham und Ärger hervor.
  • Überfordern Sie Betroffene nicht mit Entscheidungen, sondern setzen Sie diese so geschickt um, dass sich Ihr kranker Angehöriger nicht bevormundet fühlt.
  • Versuchen Sie zu beschwichtigen, statt Konflikte und Aggressionen zu schüren.

Um Vollmacht kümmern

  • Kontrollieren Sie bereits zu Beginn der Erkrankung den Umgang der Betroffenen mit finanziellen Angelegenheiten und Verträgen. Eventuell kann der leicht Betroffene noch eine Vollmacht schriftlich erteilen.

Tagesablauf strukturieren

  • Sorgen Sie für eine gleich bleibende Umgebung und einen strukturierten Tagesablauf für den Patienten. Dadurch verringern sich Probleme, die durch die Gedächtnisstörungen auftreten.
 

Regen Sie den Betroffenen zu Aktivitäten an.

Gegen depressive Stimmung hilft z.B. Tanzen.

Gegen depressive Stimmung hilft z.B. Tanzen.

Viele Alzheimer-Kranke reagieren auf das Schwinden ihrer geistigen Fähigkeiten mit Traurigkeit. Angehörige sollten den Betroffenen zeigen, dass sie mit ihrer Krankheit nicht alleine sind und sie zu Aktivitäten anregen, wie zum Beispiel persönliche Erinnerungsfotos anschauen, Hausarbeit, Musik hören oder Gymnastik machen. Wenn die depressive Stimmung länger andauert, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Sind Betroffene sexuell weniger aktiv als es ihren Bedürfnissen entspricht, kann auch hier die Alzheimer-Demenz eine Ursache sein. Der Arzt gibt Hinweise, ob medizinische Hilfe möglich ist.

 

Suchen Sie bei Appetitlosigkeit den Arzt auf.

Hellhörig werden sollten Familienmitglieder auch, wenn sich beim Betroffenen Appetitlosigkeit bemerkbar macht. Ist mangelnder Appetit die Begleiterscheinung eines Medikaments, kann der Hausarzt möglicherweise Abhilfe schaffen, indem er ein wirkungsgleiches Medikament ohne diese Nebenwirkung verschreibt. Der Patient ist manchmal nicht in der Lage diesen Zusammenhang zu erkennen und zu benennen. Darüber hinaus helfen ein paar praktische Maßnahmen, den Appetit anzuregen, etwa ein täglicher Spaziergang, ein ansprechend und übersichtlich gedeckter Tisch sowie appetitlich angerichtete, gut erkennbare Speisen.

 

Kann man Alzheimer vorbeugen?

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, deutlich vermindern.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, deutlich vermindern.

Gegen die Alzheimer-Krankheit vorzubeugen ist eines der großen Ziele der Forschung. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft können bestimmte Faktoren das Risiko einer Erkrankung vermindern. Dazu gehört eine fett- und cholesterinarme, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitamin C, E und Beta-Karotin. Körperliche Bewegung, geistige Aktivitäten wie Gedächtnistraining, Lesen und Schreiben und die Pflege sozialer Kontakte mindern ebenfalls die Risiken.

 

Unser beratender Experte:

 

Dr. Friedemann Müller

Chefarzt der Neurologischen Klinik Schön Klinik Bad Aibling. Spezialisiert auf die Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation.

Profil von Dr. Müller

 

Alzheimer. Therapie

Bei der Behandlung von Alzheimer spielt die medikamentöse Therapie eine wichtige Rolle.

Alzheimer Therapie

Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Alzheimer spezialisiert.

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