Alzheimer-Demenz (Morbus Alzheimer).

Das Alzheimer-Risiko steigt mit steigendem Alter an.

Die Alzheimer-Erkrankung beginnt immer schleichend und nimmt mit steigendem Alter an Häufigkeit massiv zu, insbesondere ab dem 80. Lebensjahr. Oft werden die anfangs auftretenden Gedächtnislücken, Orientierungs- und Sprachprobleme nicht so ernst genommen oder überspielt. Wenn die Symptome häufiger auftreten, versuchen die Betroffenen zunächst oft aus Angst und Scham, ihre Defizite so lange wie möglich vor der Familie oder dem Arbeitgeber zu verbergen. Oft realisiert man rückblickend, wenn die Diagnose klar ist, dass es erste Anzeichen schon Monate oder Jahre vorher gab. Wird eine Alzheimer Erkrankung diagnostiziert, ist das zwar für die Familien ein Schock – aber die Familien können für die Betroffenen dann jedoch andere Umgangsregeln und Therapiemaßnahmen realisieren.

 

Alzheimer (Morbus Alzheimer). Informationen von A-Z

Information. Was ist Alzheimer?

Alzheimer häufigste Form der Demenz.

Im Jahr 1906 stellte der Frankfurter Psychiater Alois Alzheimer diese "eigenartige Krankheit der Hirnrinde" erstmals auf einer Tagung der Nervenärzte in Tübingen vor. Sein späterer Münchner Vorgesetzter hat den Begriff der Alzheimer Krankheit geprägt und ist seitdem in der Medizin gebräuchlich. Der Alzheimer-Typ ist die häufigste Form der Demenz. Dieser Oberbegriff für den Verlust an geistigen Funktionen bezieht sich auf den Verlust von Gedächtnisfunktionen neben anderen Fähigkeiten wie Denken, Orientierung, Lernen, Sprache und Entscheidungs- vermögen in individuell unterschiedlicher Ausprägung. In Deutschland geht man derzeit von über einer Million Demenz-Kranken aus, weltweit wird ihre Zahl auf 25 Millionen Menschen geschätzt. Jährlich erkranken etwa über 200.00 Menschen, wegen der höheren Lebenserwartung sind Frauen stärker betroffen. Rund zwei Drittel der Erkrankten leidet an einer Alzheimer-Demenz.

 

Eiweißablagerungen im Gehirn schädigen die Gehirnzellen.

Bei der Alzheimer-Krankheit handelt es sich um eine neurodegenerative Erkrankung. Dabei treten Störungen des Gedächtnisse, der Orientierung sowie des Denk- und Urteilvermögens auf. Diese Ausfälle verschlechtern sich kontinuierlich, weshalb eine Kontrolle nach mindestens einem halben Jahr stattfinden sollte. Der Neurologe Alois Alzheimer entdeckte nach dem Tod einer verwirrten Patientin, dass sich in einigen Bereichen ihres Gehirns bestimmte Eiweiße verklumpt und abgelagert hatten. Diese krankhaften Veränderungen des Gehirns führen zu zahlreichen Hirnfunktionsstörungen: Eiweiß-Plaques behindern die Informationsweiterleitung bzw. -verarbeitung zwischen den Nervenzellen (Neuronen), wodurch funktionstüchtige Zellen geschädigt werden und absterben.

 

Symptome. Anzeichen von Alzheimer

Symptome von Alzheimer im Frühstadium.

Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen sind erste Anzeichen von Alzheimer.

Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen sind erste Anzeichen von Alzheimer.

Das früheste Symptom einer Demenz ist in der Regel, dass neue Informationen nicht mehr zuverlässig ins Gedächtnis eingespeichert werden können. Wir alle bekommen jedoch mit zunehmendem Alter in diesem Bereich Schwierigkeiten, so dass man von leichter Vergesslichkeit nicht generell auf eine Demenz schließen kann. Folgende Symptome können jedoch auf eine Demenz hindeuten:

  • Häufiges Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse
  • Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
  • Probleme im Gespräch die richtigen Worte zu finden
  • Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden
  • Nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten
  • Verlust des Überblicks über finanzielle Angelegenheiten
  • Bislang nicht gekannte Stimmungsschwankungen, andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
 

Symptome von Alzheimer im mittleren Stadium.

Im mittleren Stadium schwindet schließlich auch die Fähigkeit, sich an länger zurückliegende Ereignisse zu erinnern. Die Desorientierung betrifft auch biografische Details. Darüber hinaus ist die Bewegungsplanung und -koordination zusehends gestört: Einfache Tätigkeiten wie das Hemd zuknöpfen oder das Bedienen des Fernsehers werden immer schwieriger. Auch die räumliche Orientierung geht nach und nach verloren. Infolge der Orientierungslosigkeit nehmen Ängste und Unsicherheit rapide zu. Gegenstände werden an unüblichen Orten abgelegt und können daher nicht mehr sofort aufgefunden werden, wie etwa der Schlüssel im Kühlschrank. Patienten müssen verstärkt Hilfe in Anspruch nehmen, um ihren Alltag bewältigen zu können.

 

Symptome von Alzheimer im späten Stadium.

Bei Alzheimer-Patienten im späten Stadium treten sehr schwere Gedächtnislücken auf, und sie können oft nur noch wenige Worte sprechen. Die Kontrolle über Blase und Darm sowie über die Körperhaltung gehen verloren. Auch können die Kranken nicht mehr alleine gehen und werden bettlägerig – die häusliche Pflege durch die Angehörigen tritt in den Vordergrund.  

 

Ursachen. Wie entsteht Alzheimer?

Ursache von Alzheimer noch unklar.

Ein bestimmtes Gen kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Alzheimer zu erkranken.

Ein bestimmtes Gen kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Alzheimer zu erkranken.

Warum es zum Absterben von Gehirnzellen kommt, ist in der Wissenschaft immer noch nicht geklärt. Es deutet vieles darauf hin, dass es eine ganze Reihe von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren gibt. 80 Prozent des Risikos für eine Alzheimer-Erkrankung wird genetischen Einflussfaktoren zugeschrieben. Bisher ist vor allem eine Erbanlage nachgewiesen, die beim Entstehen der Krankheit eine wichtige Rolle spielt: das vor über 20 Jahren entdeckte Gen für Apolipoprotein E. Dessen Variante ApoE 4 erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung um das zwei- bis vierfache.

 

Einige Botenstoffe an der Entstehung von Alzheimer beteiligt.

Im Gehirn können bestimmte Botenstoffe an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein.

Im Gehirn können bestimmte Botenstoffe an der Entstehung von Alzheimer beteiligt sein.

An der Entstehung der Alzheimer-Krankheit sind Botenstoffe (Neurotransmitter) grundlegend beteiligt. Botenstoffe sind von Nervenzellen gebildete chemische Substanzen mit denen sie sich gegenseitig die Übermittlung von Informationen signalisieren. Besonders wichtig ist der Botenstoff Glutamat bei Lernvorgängen sowie Acetylcholin bei der Gedächtnisfunktion. Glutamat bewirkt, dass Kalzium in die Nervenzellen einströmt, um das Signal innerhalb der Zelle weiterleiten zu können. Im Gehirn eines Alzheimer-Kranken ist die Glutamat-Konzentration unnatürlich hoch. Der Botenstoff Acetylcholin ist gleichermaßen an Lernvorgängen beteiligt. Bei Alzheimer kommt es zu einem Mangel an Acetylcholin, wodurch die Übertragung der Impulse zwischen den Nervenzellen des Gedächtnissystems nicht mehr richtig funktioniert.

 

Alzheimer. Therapie

Bei der Behandlung von Alzheimer spielt die medikamentöse Therapie eine wichtige Rolle.

Alzheimer Therapie

Alltag. Tipps & Ratgeber

Angehörige können Alzheimer-Patienten soweit unterstützen, dass sie ihren Alltag besser bewältigen können.

Alzheimer Ratgeber