Schlaganfall. Lysetherapie

Mit Medikamenten das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen.

Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Denn wenn eine Ader im Gehirn durch ein Blutgerinnsel verstopft und die Sauerstoffzufuhr abklemmt, gibt es nur eine große Chance, ohne bleibende Behinderungen und größere Schädigungen zu überleben: Die Lysetherapie.

Durch die Lyse wird mit Medikamentengabe der Blutspropfen im Gehirn wieder aufgelöst. Dann kann das Blut wieder regulär fließen und die vorher abgeklemmten Gebiete im Gehirn  wieder mit Sauerstoff versorgen. Dies ist jedoch nur in einem sehr kurzen Zeitfenser möglich. Danach löst sich der Blutklumpen in der Ader nicht mehr auf. Eile ist geboten!

 

Vom Schlag getroffen.

Bei der Lysetherapie wird der Gefäßverschluß im Gehirn durch Medikamente aufgelöst.

Bei der Lysetherapie wird der Gefäßverschluß im Gehirn durch Medikamente aufgelöst.

Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn plötzlich nicht mehr richtig durchblutet. Sprechen, Bewegen oder Sehen – das alles kann von jetzt auf gleich ins Stocken geraten. „Ihn hat der Schlag getroffen“ heißt es auch im Volksmund. Der Spruch kommt nicht von ungefähr. In 80 Prozent der Fälle ist daran ein Blutgerinnsel im Gehirn schuld: Es verstopft eine Ader. Die direkt hinter dem blockierten Blutgefäß liegenden Gehirngebiete bekommen keinen Sauerstoff mehr. Gehirnzellen sterben.

Wie bei einer verstopften Wasserleitung kann die Lysetherapie aber eventuell noch das Schlimmste verhindern: Der Blutstopfen kann aufgelöst werden. Dazu werden hochwirksame Medikamente in die Blutbahn gespritzt. Sie machen die Blutbahn wieder frei. So können die Hirnregionen, die noch nicht abgestorben sind, gerettet werden.

 

Die Lysetherapie – richtig eingesetzt ein Segen.

Das große Problem der Lyse-Behandlung: Eine Lyse muss innerhalb von 4,5 Stunden nach den ersten Schlaganfall-Symptomen eingeleitet werden. Denn später kann sich das verfestigte Gerinnsel nicht mehr auflösen. Dann schaden die Medikamente mehr, als das sie nützen.

Zudem muss vor Beginn der Lysetherapie sichergestellt sein, ob der Schlaganfall tatsächlich durch eine verstopfte Ader ausgelöst wurde. Denn in den anderen 20 Prozent der Fälle ist die Ursache des Schlaganfalls ein geplatztes Blutgefäß. Hier tritt Blut ins Gehirn aus. In diesem Fall gilt es die Blutung so schnell wie möglich zu stoppen und auf gar keinen Fall eine Lysetherapie einzuleiten. Hier würde die Therapie den Schlaganfall sogar verschlimmern: Da die Medikamente das Blut verdünnen, kann durch die defekte Ader noch mehr Blut in das Gehirn austreten.  So muss eine Blutung im Gehirn als weitere Schlaganfallursache sicher ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund dürfen nur spezialisierte Schlaganfallstationen in Deutschland, sogenannte Stroke-Units, eine Lysetherapie durchführen.

 

Stroke Units der Schön Klinik reagieren schnell und setzen Lyse überdurchschnittlich häufig ein.

Eine notwendige Spezialstation. Ein kleines Zeitfenster für die Anwendung der Therapie. Ein erfolgtes CT oder MRT zum sicheren Ausschluss einer Hirnblutung. Alle drei Kriterien führen dazu, dass nur relativ wenige Schlaganfallpatienten eine Lysetherapie bekommen und damit ein Großteil nicht von der großen Chance der Therapie profitieren kann. Die Deutsche Schlaganfallgesellschaft schätzt, dass in Deutschland noch weniger als 6% aller Fälle lysiert werden*. Optimaler Weise sollte die Lyse 30 Minuten nach Eintreffen des Patienten begonnen werden. Im bundesdeutschen Durchschnitt dauert es aber noch 60 Minuten bis die Lyse begonnen wird. Wenn sie begonnen wird.

18 Prozent erhielten Lysetherapie in Bad Aibling.

Deshalb sehr erfreulich: Die drei Stroke Units der Schön Klinik schneiden im bundesweiten Vergleich sehr gut ab. So lagen die Lyseraten in der Schön Klinik Bad Aibling im Jahr 2011 bei fast 18 Prozent der Patienten. Davon wurden 88 Prozent der Therapien innerhalb von 30 Minuten nach Eintreffen in der Klinik durchgeführt.

Neben Bad Aibling haben auch die Schön Klinik Neustadt in Holstein und Hamburg Eilbek eine zertifizierte Schlaganfall-Einheit. 

* Angaben der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (Prof. W. Hacke), Stand 26.01.2011

 

Wenn keine Lysetherapie durchgeführt werden kann...

Wenn keine Lysetherapie durchgeführt werden kann, wird der Patient in einer Stroke Unit kontinuierlich überwacht. Hier beginnen praktisch sofort erste Maßnahmen, um verloren gegangene Fähigkeiten wieder herzustellen (Frührehabilitation). Das bedeutet eventuell aufgetretene Schluck- und Sprachstörungen, Lähmungen oder andere Ausfälle werden so früh wie möglich durch erfahrene Therapeuten behandelt.

 

Schlaganfall

Schlagartig wird kein Sauerstoff mehr zum Gehirn transportiert. Schuld ist eine Blutung oder ein verstopftes Gefäß.

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