Schädel-Hirn-Trauma. Diagnostik

Wie wird ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt?

Anamnese

Soweit möglich sollten bei dem Patienten Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme (insbesondere die Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente) und Unfallhergang erfasst werden.

Untersuchung

Der Fokus der Untersuchung richtet sich zunächst auf die Erfassung des Bewusstseinszustands (GCS) sowie auf die Vitalparameter (Atmung, Blutdruck, Kreislauf). Im Weiteren sind Begleitverletzungen zu erfassen. Bei einem Schädel-Hirn-Trauma Grad II und III ist bis zum Beweis des Gegenteils immer von einer Mitbeteiligung der Halswirbelsäule auszugehen und vor der Mobilisierung des Patienten sind entsprechende Maßnahmen zur Stabilisierung zu ergreifen. Die neurologische Untersuchung überprüft das Vorhandensein von Ausfallerscheinungen durch Untersuchung der Hirnnervenfunktion, der Kraftentfaltung, der Sensibilität, der Muskeleigenreflexe und Koordination.

Labor

Die Laboruntersuchung beinhaltet routinemäßig die Blutgerinnung, Blutbild, Blutgase, Leber- und Nierenwerte, Blutzucker sowie evtl. Blutalkoholspiegel und Blutgruppenbestimmung.

Apparative Diagnostik bei Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma

Röntgenuntersuchung

Mit einer Rötgenuntersuchung des Schädels und der Halswirbelsäule können Frakturen nachgewiesen werden. Auch bei Patienten mit einem leichten Schädel-Hirn-Trauma finden sich in ca. 10% der Fälle Schädelbrüche.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie des Gehirns liefert Röntgenaufnahmen des Gehirns und der Knochen in Form von Schnittbildern. Mit ihrer Hilfe lassen sich Blutungen nachweisen und differenzieren, der raumfordernde Effekt (d.h. der Druck auf das Gehirn) von Blutungen kann beurteilt und damit die Notwendigkeit einer neurochirurgischen Intervention rasch abgeschätzt werden Ebenso zeigen sich Hirnödem, evtl. erweiterte Hirnwasserräume, komplizierende Schlaganfälle sowie Schädelfrakturen. Der Nachweis von Luft im Schädelinneren ist ein Hinweis auf ein offenes Schädel-Hirn-Trauma. Die Notwendigkeit eine Computertomographie auch bei einem leichten Schädel-Hirn-Trauma durchzuführen, muss individuell entschieden werden und richtet sich nach dem Vorhandensein von Risikofaktoren wie etwa Alter > 65 Jahre, Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten oder unklarer Unfallmechanismus. Bei höhergradigen Schädel-Hirn-Trauma sind, unter Umständen, abhängig vom Erstbefund und klinischen Verlauf, mehrere CT Kontrolluntersuchungen notwendig.

Kernspintomograhie (MRT)

Die Kernspintomographie ist ein bildgebendes Verfahren, das mittels starker Magnetfelder Schnittbilder erzeugt. Im Gegensatz zur Computertomographie lässt sich hiermit auch ein diffuser Axonschaden nachweisen. Darüber hinaus ermöglicht sie eine genauere Beurteilung des Hirnstamms. Spezielle Untersuchungsverfahren wie die Diffusionstechnik können frühzeitig Durchblutungsstörungen nachweisen. Die Darstellung von Gefäßen in der so genannten MR-Angiographie dient dem Nachweis von Einrissen in der Gefäßwand (Dissektionen). In der Akutdiagnostik spielt die MRT aufgrund der langen Untersuchungsdauer und der erforderlichen Ruhepositionierung der Patienten aber eine untergeordnete Rolle.

Neurosonographie

Ultraschallverfahren zum Nachweis von Gefäßdissektionen und eines Vasospasmus.

Elektroencephalographie (EEG)

Verfahren zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Erfasst werden epileptische Aktivitätsmuster – ein epileptischer Anfall als Folge einer traumatischen Hirnschädigung kann Ursache einer Bewusstseinstörung sein. Ebenso besitzt das EEG bei schwerem Schädel-Hirn-Trauma eine gewisse prognostische Aussagekraft.

Evozierte Potentiale

Evozierte Potentiale sind eine Untersuchungstechnik bei der die Intaktheit der optischen, akustischen und sensiblen Nervenbahnen von peripher bis zu ihren zentralen Repräsentationsgebieten im Gehirn überprüft wird. Auch diese Methode besitzt prognostische Aussagekraft beim schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Fachliche Betreuung

Müller

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. med. Dipl. Psych. Friedemann Müller