Tremor, Zittern.

Das krankhafte Zittern der Hand, Beine, des Kopfes...

Fast jeder kennt es. Wenn die ruhige Hand nachlässt und irgendwann einmal zu zittern anfängt, ist das ein untrügliches Zeichen für das Älterwerden. Unsere Hände zittern aber auch vor Kälte, Angst, bei zu viel Kaffee etc. Jeder gesunde Mensch weist dieses Zittern auf, das eigentlich unmerklich vonstatten läuft.
Ein deutlich sichtbarer Tremor kann dagegen ein Symptom einer Erkrankung (z.B. Schilddrüsenerkrankungen), durch Medikamente hervorgerufen worden oder selber die Erkrankung sein. Das Zittern tritt dabei nicht nur an den Händen oder Armen auf, sondern kann sich auch nur auf die Beine, den Rumpf oder Kopf beschränken. Nicht immer sind von einem Tremor nur ältere Personen betroffen. Der essentielle Tremor kann auch schon bei Patienten ab dem zwanzigsten Lebensjahr auftreten. Ein Tremor ist gut behandelbar und sollte so früh wie möglich therapiert werden.

 

Tremor. Informationen von A-Z

Information. Was ist ein Tremor?

Am häufigsten tritt der Tremor an Händen & Armen auf.

Ein Tremor ist eigentlich eine Bewegungsstörung.  Das betroffene Körperteil führt dabei eine Bewegung aus, die sich rhythmisch wiederholt. 

Betroffene Körperteile können dabei der Rumpf, Arme, Beine und der Kopf sein. Es kann auch vorkommen, dass, wenn beide Hände betroffen sind, der Tremor unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Am häufigsten tritt der Tremor in den oberen Extremitäten auf, also an Händen oder Armen.

 

Tremor-Arten. Welche Formen gibt es?

Tremorarten: Ruhe-, Halte- und Bewegungstremor.

Es gibt verschiedene Formen des Tremors, die sich auch nach den Bedingungen, wann die Tremore auftreten, unterscheiden. Ein Tremor kann z.B. in Ruhe, in Aktion, beim Halten, bei un- oder zielgerichteten Bewegungen auftreten. Ein Tremor kann auch nur in bestimmten Situationen auftreten.

  • Ruhetremor: Der Ruhetremor tritt dann auf, wenn die Muskulatur vollkommen entspannt ist, wenn die Hand z.B. auf einem Tisch liegt. Die betroffene Extremität muss dabei nicht in Position gehalten werden. Wenn sich der Betroffene auf eine bevorstehende Aufgabe konzentrieren muss, verstärkt sich in der Regel der Tremor. Ein Ruhetremor ist typisch bei Parkinson.
  • Aktionstremor: Beim Aktionstremor werden verschiedene Unterarten unterschieden:
    • Haltetremor: Der Haltetremor tritt immer dann auf, wenn der Betroffene Kraft braucht, um Finger, Arm oder Bein in Position zu halten. Typisch dafür ist das Zittern, wenn der Patient versucht, ein Glas Wasser zu halten. Ein Haltetremor ist ein Kennzeichen des essentiellen Tremors, kann aber auch bei ca, einem Drittel der Parkinson-Patienten vorkommen.
    • Bewegungstremor: Der Bewegungstremor zeigt sich bei bestimmten Bewegungen. Bei tätigkeitsspezifischen Tremoren behindert das Zittern beispielsweise das Schreiben oder Klavierspielen. Ein Bewegungstremor ist ebenfalls typisch für den essentiellen Tremor.
    • Intentionstremor: Wenn das Ziel einer bestimmten Bewegung erreicht oder „in greifbarer Nähe“ ist, verstärkt sich das Zittern. Das passiert z.B., wenn ein Finger auf einen bestimmten Punkt hingeführt wird.
 

Physiologische Tremor der häufigste Tremor.

Der verstärkte physiologische Tremor ist der häufigste Tremor. Danach folgt der essentielle Tremor und der Parkinson-Tremor. Mindestens jeder Hundertste leidet in Deutschland unter einem essentiellen Tremor. Bei dieser Form sind oft mehrere Mitglieder der Familie betroffen. Einziges Zeichen einer Störung ist dabei das Zittern ohne sonstige Begleiterscheinungen. Der Tremor beginnt bei manchen Patienten schon in der Jugend. In 19 von 20 Fällen sind dabei die Hände betroffen.

 

Unterschied zwischen essentiellem und Parkinson-Tremor.

Im Gegensatz zum Zittern bei Parkinson tritt das Zittern beim essentiellen Tremor nicht in Ruhe auf, also wenn die Muskulatur entspannt ist. Dafür verstärkt sich der Tremor, wenn die Muskeln angespannt werden, also wenn man schreiben, eine Tasse heben oder essen möchte. Bei der Parkinson-Krankheit ist es genau umgekehrt. Hier verringert sich der Tremor, wenn man Tätigkeiten ausführt.

 

Symptome. Anzeichen eines Tremors

Symptome beim verstärkten physiologischen Tremor.

Typisch beim verstärkten physiologischen Tremor ist eine hohe Frequenz der Zitterbewegungen mit mehr als sechs Ausschlägen pro Sekunde. Häufig wird der physiologiesche Tremor durch Krankheiten oder äußere Reize (z.B. Kaffee oder Kälte) ausgelöst. Wird die Ursache des Zitterns gefunden und behoben, geht auch Tremor von alleine zurück.

 

Symptome beim Parkinson-Tremor.

Das typische Zittern beim Parkinson-Patienten ist ein Ruhetremor. Manchmal kann auch ein Haltetremor dazukommen. Ein Bewegungstremor ist dagegen eher selten. Das Zittern ist aber gleich schnell und betrifft vor allem Füße und Hände, aber nur selten den Kopf. Manchmal erfasst der Tremor bei Parkinson-Patienten aber auch Kiefer und Zunge.

 

Symptome beim essentiellen Tremor.

Bei einem Tremor kann allein das Füllen eines Wasserglases schwierig werden.

Bei einem Tremor kann allein das Füllen eines Wasserglases schwierig werden.

Der essentielle Tremor ist ein Halte- oder Bewegungstremor und betrifft vor allem die Hände/Arme (90%). Aber auch der Kopf (50%), die Stimme (30%), die Beine (15%) und das Kinn (15%) können betroffen sein. Während im Durchschnitt jeder Zwanzigste über vierzig darunter leidet, ist es im Alter über siebzig schon jeder Achte. Beide Geschlechter sind dabei gleichermaßen betroffen. Im Laufe der Zeit nimmt das Zittern auch immer mehr zu - und damit die Einschränkungen für den Tremor-Betroffenen.

Probleme beim Schreiben, Essen, Trinken & der Kommunikation.

Der Tremor kommt immer dann, wenn die Muskeln der Arme für Essen, Trinken oder auch Schreiben bewegt oder einfach nur vom Körper weggestreckt werden. Häufig beginnt der Tremor mit einem leichten Zittern in der dominanten Hand, später sind dann beide Hände betroffen. Die Schrift wird zunehmend unleserlich, Essen und Trinken bereiten immer größere Schwierigkeiten. Betroffene können gezwungen sein, die Tasse mit beiden Händen zu halten oder sogar einen Strohhalm als Hilfsmittel zu benutzen. Bestimmte Berufe, die Fingerfertigkeiten erfordern, können nicht mehr ausgeführt werden. Aber auch Kopf, Stimme oder Gesichtsmuskulatur sind bei diesem Tremor betroffen. Das bedeutet für den Patienten oft Probleme bei der Verständigung mit seinen Mitmenschen.

Stress verschlimmert das Zittern.

Unter Stress verschlimmern sich oft die Symptome. Viele, die unter einer solchen Behinderung leiden, ziehen sich dann immer mehr aus ihrem sozialen Umfeld zurück und schränken ihre Kontakte immer mehr ein. Die Lebensqualität der Betroffenen sinkt. Erst in diesem Stadium gehen die meisten Betroffenen zum Arzt.

Der Tremor kann auch die Persönlichkeit beeinflussen.

Der Verlauf bei beim essentiellen Tremor ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche Betroffene leiden schon früh unter einem schwachen Zittern, das dann lebenslang anhält. Bei anderen fangen die Symptome spät an und nehmen schnell immer mehr zu. Besonders im Spätstadium ist es dann nicht ausschließlich das Zittern, das die Betroffenen belastet, sondern auch (milde) kognitive Störungen und Veränderungen der Persönlichkeit. 

Alkohol hilft nur kurzfristig bei der Linderung der Symptome.

Wer maßvoll Alkohol zu sich nimmt, bei dem bessern sich kurzfristig die Symptome für ca. drei bis vier Stunden. Ist der Alkohol in der Leber aber abgebaut, verschlimmert sich der Tremor. Daher sollten Tremor-Betroffene lieber auf Alkohol verzichten. 

 

Symptome beim orthostatischen Tremor.

Eine eher seltene Form des essentiellen Tremors betrifft die Beine: Bei den Betroffenen zittern die Beine und dadurch fühlen sie sich beim Stehen sehr unsicher. Das Zittern mit hoher Frequenz (12-18 Ausschläge pro Sekunde), das schon nach wenigen Sekunden im Stehen einsetzt, ist für den Außenstehenden oft nicht zu bemerken. Der Arzt stellt die Diagnose meist mit einer elektrischen Ableitung aus den Beinmuskeln. Am Anfang versucht der Betroffene, die zunehmende Unsicherheit durch häufigen Wechsel auf das andere Bein zu kompensieren oder sucht sich eine Stütze, um sich anzulehnen. Im weiteren Verlauf wird das freie Stehen dann unmöglich und Stürze häufen sich.

 

Ursachen. Wie entsteht ein Tremor?

Ursachen beim verstärkten physiologischen Tremor.

Hinter einem verstärkten physiologischen Tremor können sich unterschiedlichste Stoffwechseldefekte verbergen. Entsprechendes Zittern kommt bei Patienten mit einer Überfunktion der Schilddrüsen (Hyperthyreose), oder Nebenschilddrüsen (Parathyreidismus), Kalziummangel, Unterzucker oder Vitamin B-12 Mangel vor. Aber auch Störungen der Nierenfunktion, Stress, Erschöpfung und Kälte sind eine Ursache des Zitterns. Auch Medikamente sind zuweilen Tremorauslöser wie z.B.  Antidepressiva, Lithium und Kortikosteroide.

 

Ursachen beim Parkinson-Tremor.

Beim Parkinson-Tremor gehen im Verlauf der Krankheit Nervenbahnen im Mittelhirn, der sogenannten Substantia nigra, zugrunde und sind so für die Bewegungsstörung mitverantwortlich.

 

Ursachen des essentiellen Tremors.

Störungen im Kleinhirn können einen Tremor auslösen.

Störungen im Kleinhirn können einen Tremor auslösen.

Die Ursachen des essentiellen Tremors sind bisher kaum bekannt. Veränderungen im Gehirn sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Die bisherigen Forschungsergebnisse deuten aber darauf hin, dass ein Nerven-Regelkreis zwischen Kleinhirn, Hirnstamm und Mittelhirn gestört ist. Wenn Neurochirurgen oder Unfälle den entsprechenden Regelkreis unterbrechen, verschwindet auch der Tremor.

Beim Ruhetremor tritt eine verstärkte Nervenaktivität im Kleinhirn auf. Ähnliches tritt auf, wenn der Patient eine Schlüsselbewegung macht, die seinen Tremor auslöst. Einen Hinweis auf das Kleinhirn als Steuerzentrum des Tremors liefert auch die Eigenschaft, dass allein schon die Bewegungsabsicht den Tremor auslöst. Auch das immer weiter zunehmende Zittern am Ende der auslösenden Bewegung sehen Experten als Hinweis für Störungen im Kleinhirn an.

 

Tremor. Wenn Zittern zur Krankheit wird

Nervosität, Angst oder einfach eine Tasse Kaffee zuviel - Zittern ist menschlich. Doch wann wird zittern krankhaft? Und wie beeinträchtigt es den Alltag?

Das große Zittern

 

Diagnostik & Therapie

In der Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, welches Verhalten ihren Tremor auslöst und wie sie es vermeiden können.

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Spezialisierte Kliniken

Wir haben eine Liste an Kliniken zusammengestellt, die auf die Behandlung von Tremoren spezialisiert sind.

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