Frühkindliche Hirnschädigung – Infantile Cerebralparese (ICP). Ursachen.
Wie entsteht eine infantile Cerebralparese?
Vielfältige Ursachen können zur Entstehung einer infantilen Cerebralparese beitragen. Als Ursache lassen sich vor, während oder nach der Geburt verschiedene Schädigungsfaktoren differenzieren. In den häufigsten Fällen (30 – 70 %) tritt die Hirnschädigung während der Geburt ein.
Folgende Ursachen einer infantilen Cerebralparese lassen sich unterscheiden:
- vor der Geburt (pränatal): toxische Fruchtwasserschädigungen, Infektionen der Mutter (z. B. Röteln, Herpes, Zytomegalie, Toxoplasmose), Verletzungen, Blutungen, Blutgruppenunverträglichkeit, Sauerstoffunterversorgung, Schwangerschaftkomplikationen, Vergiftung (Intoxikationen) beispielsweise durch Alkohol, Drogen, Nikotin oder Medikamente, Plazentainsuffizienz, genetische Störungen, Unfälle während der Schwangerschaft, Zwillingsschwangerschaft, bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hormonelle Störungen (EPH-Gestose),
- während der Geburt (perinatal): Atemstillstand (Asphyxie), Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxie), Nabelschnurkomplikationen und dadurch Unterversorgung, Hirnblutungen, Frühgeburt, Plazentalösung
- nach der Geburt (postnatal): Infektionskrankheiten, Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Krampfanfälle, Atemstörungen, Kopfverletzungen, Blutgruppenunverträglichkeit, Unfälle, Schädel-Hirn-Trauma, Stoffwechselstörungen,
Meistens ist die Hirnschädigung nicht nur auf eine Ursache zurückzuführen, sondern auf mehrere. Sauerstoffmangel unter der Geburt stellt eine Hauptursache dar, während infektiöse oder genetische Ursachen eher selten sind. Postnatale Faktoren machen etwa 10 % aus.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Peter Bernius