Frühkindliche Hirnschädigung – Infantile Cerebralparese (ICP). Diagnostik.
Wie wird eine infantile Cerebralparese festgestellt?
Das klassische Diagnoseverfahren spastischer Störungen stellt eine ausführliche Untersuchung dar
Zu Beginn der Diagnosefindung der infantilen Cerebralparese sollte eindeutig geklärt werden, ob die Bewegungsstörungen und Lähmung Folge einer abgeschlossenen Störung ist, oder ob es sich um eine fortschreitende Erkrankung (wie beispielsweise ein Tumor) handelt. Das klassische Diagnoseverfahren spastischer Störungen stellt eine ausführliche körperliche Untersuchung dar. Ziel ist die Feststellung des aktuellen Entwicklungsstandes des Kindes, die Bewegungsausmaße der einzelnen Gelenke sowie mustergebundene und willkürlich steuerbare Bewegungen. Für diese Art der Befunderhebung wurden verschiedene Untersuchungsmethoden entwickelt.
Auf diese Faktoren wird bei der Untersuchung einer Cerebralparese geachtet:
- Ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte (vor allem zu Risikofaktoren, Schwangerschaft und Geburtsverlauf)
- Untersuchung des Kindes z. B. hinsichtlich auf: Teilnahmslosigkeit, fehlende Kontaktaufnahme, Unruhe, Trinkschwäche, Schluckstörung, abnormes Schreien, Störungen der Sprache, verzögerte Sprachentwicklung, Schielen, Krampfanfälle
- Körperliche Untersuchung des Kindes u. a. auf Statik, Lage und Motorik, Schlaffheit, Bewegungsarmut, asymmetrische Haltung, Streck- und Überkreuzungstendenzen der Extremitäten, Spitzfußstellung der Füße, Verbiegung der Wirbelsäule (Skoliose), Prüfung der Muskeleigenreflexe, Muskelschwäche, Unterentwicklung der Muskulatur, etc.
Diese oben erwähnten Störungen machen sich mit zunehmendem Alter des Kindes bemerkbar.
Apparative Untersuchungen bei Verdacht auf eine infantile Cerebralparese
- Um die Art der Hirnschädigung zu bestimmen und andere Störungen auszuschließen werden folgende apparative Untersuchungen durchgeführt:
- Röntgendiagnostik (zur Beurteilung der Veränderungen des Knochenwachstums)
- Ultraschalluntersuchung des Schädels
- Elektroenzephalografie (EEG) (Hirnstrommessung)
- Elektromyografie (EMG; Messung der elektrischen Muskel-Aktivität)
- Ultraschall
- Muskelbiopsie
- Computer- und Kernspintomografie
- Instrumentelle 3-dimensionale Ganganalyse
- Zusätzlich: Augenärztliche Untersuchung, Hörprüfung
Hinzu kommen spezielle Laboruntersuchungen wie z. B.:
- Pränatale Diagnostik zur Abklärung von Infektionen der Gebärmutter (intrauterin)
- Stoffwechseldiagnostik
- Chromosomenanalyse
- Indikatoren eines erhöhten Risikos für Thromboembolie
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Dr. med. Peter Bernius