Aphasie. Wie können Sie als Angehöriger helfen?

Versuchen Sie immer miteinander zu kommunizieren.

Die Kommunikation mit einem Aphasiker ist schwierig, versuchen Sie daher bei Verständnisproblemem nachzuhaken und geben Sie nicht auf.

Die Kommunikation mit einem Aphasiker ist schwierig, versuchen Sie daher bei Verständnisproblemem nachzuhaken und geben Sie nicht auf.

Die Rückkehr in die Familie und in die häusliche Umgebung kann sowohl für den Betroffenen als auch für Sie als Angehöriger oder Freund schwierig sein. Aphasiker können sich nur schwer verständlich machen und haben oft auch Probleme andere zu verstehen. Es ist daher wichtig, dass Sie immer versuchen, mit dem Betroffenen trotz der Aphasie zu kommunizieren und auf diesem Wege neue Kommunikationswege erschließen.

Wie kann die sprachliche Verständigung mit Aphasikern erleichtert werden?

Auf jeden Fall sollten Sie die Empfehlung des behandelnden Sprachtherapeuten beachten, denn er kann individuelle Hinweise für den sprachlichen Umgang geben. Es gibt jedoch auch generelle Regeln, die Aphasikern das Sprechen und Verstehen erleichtern.

Aphasiker brauchen Zeit und Ruhe.

Zeit und Ruhe sind wesentliche Elemente, die ein Aphasiker braucht.

Zeit und Ruhe sind wesentliche Elemente, die ein Aphasiker braucht.

Menschen, die an Aphasie leiden, brauchen Zeit, um ihre Gedanken, Gefühle etc. zu äußern. Nehmen Sie sich daher ebenfalls Zeit für das Gespräch und warten Sie Pausen ruhig ab. Sprechen Sie ruhig und deutlich in kurzen, einfachen Sätzen und in normalem Tonfall. Vermeiden Sie "Telegrammstil" oder "Kindersprache". Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung. Störgeräusche wie Radio, Fernseher oder Hintergrundgeräusche lenken zu sehr ab. Das Gleiche gilt für das Sprechen mehrerer Personen gleichzeitig. Es sollte immer nur eine Person sprechen, auf die sich der Aphasiker konzentrieren kann. Sie sollten auch nicht zwei Dinge gleichzeitig fordern. Dem Aphasiker könnte es Schwierigkeiten bereiten, sich auf mehrere Tätigkeiten konzentrieren zu müssen, z.B. gehen und sprechen.

Geben Sie bei Verständnisproblemen aufgrund der Aphasie nicht auf.

Versuchen Sie bei schwieriger Verständigung über gezielte JA/ NEIN-Fragen herauszufinden, was Ihr Angehöriger meint. Stellen Sie Sicherungsfragen bei Verständnisproblemen, z.B. "Meinst du...?" Fordern Sie ihn auf, zu zeigen, zu deuten oder Gestik einzusetzen. Es kann vorkommen, dass ein von Aphasie Betroffener etwas ganz anderes sagt, als er meint, z.B. kann er JA und NEIN verwechseln. Eine weitere Möglichkeit bei Verständnisproblemen ist, das Gleiche nochmals mit anderen Worten klarzumachen. Sie sollten Ihrem Angehörigen immer sagen, wenn Sie ihn nicht verstanden haben. Zudem sollten Sie ihr Sprechen ebenfalls mit Mimik und Gestik unterstützen, um besser verstanden zu werden. Fassen Sie außerdem das Gesagte zwischendurch zusammen, um zu gewährleisten, dass sie einander richtig verstanden haben. Achten Sie darauf, dass Sie einen Themenwechsel vorher ankündigen, um Ihren Angehörigen nicht zu verwirren.

Versuchen Sie mit Ihrem Angehörigen wieder das alte Leben aufzunehmen.

Gemeinsame Hobbies verbinden und sollten daher wieder aufgenommen werden.

Gemeinsame Hobbies verbinden und sollten daher wieder aufgenommen werden.

Versuchen Sie den Betroffenen zu integrieren, soziale Isolation zu vermeiden und bestehende Kontakte aufrechtzuerhalten. Nehmen Sie, soweit es möglich ist, gemeinsame Hobbies und Aktivitäten wieder auf. Sprechen Sie nicht über den Kopf Ihres Angehörigen hinweg. Er kann sich dann leicht ausgeschlossen und entmündigt fühlen. Lassen Sie ihn seine Wünsche selber formulieren.

Sie sind kein Sprachtherapeut für Aphasie.

Vergessen Sie nicht, dass Sie kein Sprachtherapeut sind. Fühlen Sie sich daher nicht verpflichtet, Ihrem Angehörigen Sprachtherapie zu geben. Das ist nicht Ihre Aufgabe sondern die Aufgabe eines erfahrenen Sprachtherapeuten. Solange Sie verstehen, was Ihr Angehöriger meint, ist es nicht notwendig, ihn zu verbessern. Zeigen Sie Verständnis für die Aphasie, ohne diese dauernd zu thematisieren.

Fachliche Betreuung

Klingenberg

Der Beitrag wird betreut durch

Dr. Gudrun Klingenberg