Mit Gedächtnistraining der Demenz vorbeugen.

Geistig fit auch im Alter.

Wer rastet, der rostet – sagt ein Sprichwort. Das gilt auch für unseren Kopf und die darin sitzende Schaltzentrale. Damit sich unser Gehirn nicht langweilt, benötigt es vielfältige Anreize und Herausforderungen. „Am besten sollte man sich spätestens im mittleren Lebensalter täglich anspruchsvollen kognitiven Aufgaben stellen und nicht erst, wenn das Gedächtnis im Alter nachlässt“, ist Privatdozent Dr. Wido Nager, Oberarzt für Neurologie und kognitive Rehabilitation an der Schön Klinik Hamburg Eilbek überzeugt. Zu diesen Aufgaben gehören Übungen, die die Gedächtnisleistung fördern und dem Abbau von Konzentrations-, Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen entgegenwirken. „Und es ist nie zu spät damit zu beginnen. Doch je früher man damit beginnt, umso besser“, sagt Dr. Nager, denn ein aktiver körperlicher, sozialer und geistiger Lebensstil schützt mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Demenz.

 

Graue Zellen leiden unter Inaktivität.

Fakt ist: Wer sein Gedächtnis nicht trainiert, also täglich immer dasselbe tut und nichts Neues dazulernt, lieber vor dem Computer sitzt statt sich mit der Familie oder Freunden zu unterhalten und sich an Churchills Ratschlag „Sport ist Mord“ hält – der langweilt seine grauen Zellen. Denn geistige, soziale und körperliche Inaktivität führen zu einer geringen Vernetzung der Gehirnzellen. Die Folge: nicht nur die Gedächtnisleistung nimmt ab.

Um das Demenzrisiko zu verringern, empfiehlt Privatdozent Dr. Wido Nager daher ein sechs-Punkte-Programm: Es beinhaltet die Bereiche Ernährung (z.B. auch das Meiden von Nikotin oder übermäßigem Alkoholkonsum), Bewegung, geistige Aktivität, soziale Integration, Lebensfreude und die regelmäßige Kontrolle von Gewicht, Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker beim Hausarzt.“ In punkto Ernährung rät der Neurologe zur Mittelmeerkost mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen, Fisch und Olivenöl. Täglich fünf Portionen Obst und Gemüse seien zur Vermeidung von vielen Risikofaktoren ideal. Außerdem ganz wichtig: viel trinken! „Wenn Herz- und Nierenkrankheiten ausgeschlossen sind, dann dürfen es schon zwei bis zweieinhalb Liter pro Tag sein.“ Wenn trotzdem Angst vor Demenzsymptomen besteht, sollte in jedem Fall ein entsprechend ausgebildeter Arzt aufgesucht werden.

 

Viel hilft viel beim Üben.

Unser Gehirn ist wie ein Muskel, dass ständig trainiert werden muss, damit es in Form bleibt. Gezieltes Training, wie z.B. ein Kreuzworträtsel, fördert daher die Gedächtnisleistung.

Unser Gehirn ist wie ein Muskel, dass ständig trainiert werden muss, damit es in Form bleibt. Gezieltes Training, wie z.B. ein Kreuzworträtsel, fördert daher die Gedächtnisleistung.

Für alle Übungen, die dem verfrühten geistigen Verfall vorbeugen, gilt: Die Aufgaben sollen so beschaffen sein, dass wir sie nicht aus dem Ärmel schütteln können, sondern sie sollten an unserer Leistungsgrenze ansetzen. „Hier gilt dasselbe Motto wie in der Neuro-Rehabilitation: viel hilft viel“, erklärt Dr. Nager. Also viele Wiederholungen machen, doch dabei nicht überfordern. Auch wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen hierzu noch nicht eindeutig sind: Knobeln ist angesagt. Überlegen. Rätseln.

Ideal ist beispielsweise das Erlernen einer Fremdsprache oder eines neuen Instruments. „Das schult die Fingermotorik, macht Spaß und Notenlesen fördert die Konzentration und schult das Gedächtnis.“ Wem Kreuzworträtsel, das japanische Nummernspiel Sudoku oder Auswendiglernen von Gedichten und Liedern Spaß macht: Nur zu, frönen Sie Ihren Hobbys. Am besten mit Kollegen, Freunden oder der Familie. Das hierbei auch Lebensfreude entsteht, ist nicht nur ein kleiner Nebeneffekt, denn auch eine Depression kann Demenz-ähnliche Symptome hervorrufen.

 

Auch Ausdauersport hilft gegen die Vergesslichkeit.

Studien haben gezeigt, dass Ausdauertraining wie schnelles Wandern und Radfahren (dreimal 45 Minuten wöchentlich) den kognitiven Alterungsprozess ebenfalls verlangsamt. Also: Bewegen Sie sich so viel wie möglich! Machen Sie die Sportarten, die Ihnen Spaß machen. Draußen in der Natur, im Fitness-Studio oder auch bewegungsgesteuerte Videospiele vor dem heimischen Fernseher. „Gemeinsam mit den Enkeln eine virtuelle Bowlingmeisterschaft auszuspielen fördert die Reaktion, das Sozialverhalten und aktiviert sicher auch den Kreislauf“, berichtet Dr. Nager.

Wer sich Monate oder Jahre von Sport und Gymnastik jeglicher Art ferngehalten hat, sollte zuvor einen Check beim Arzt machen. Gibt der sein „o.k.“, steht Freizeitaktivitäten nichts mehr im Weg. Also: Runter von der Couch! Rufen Sie Freunde, Tochter oder Enkel an und verabreden Sie sich zum Musizieren, Karten spielen, Wandern, Radfahren oder Kochen. Dann bleiben die kleinen grauen Zellen lange fit!

 

 

Übungen zum Ausdrucken.