Wechsel-OP bei Knie- & Hüft-Endoprothese (TEP).

Revisions-Operation: Prothesenwechsel an Knie- & Hüftgelenk.

Moderne Prothese erreichen heute eine lange Lebensdauer, können oft aber auch problemlos gewechselt werden.

Moderne Prothese erreichen heute eine lange Lebensdauer, können oft aber auch problemlos gewechselt werden.

Mit einem neuen Gelenk beginnt für viele Patienten ein neues Leben. Vergessen sind Schmerzen und Schonhaltungen. Doch was, wenn das Kunstgelenk in die Jahre kommt? 10 Jahre Überlebensdauer – diese Grundregel gilt längst als überholt. „Operationsmethoden und Prothesenmaterial haben sich in den letzten Jahren stark verbessert“, erklärt Florian Holbe, Oberarzt in der Schön Klinik München Harlaching.

So steigt auch die Lebensdauer der künstlichen Gelenke. „Wer nicht regelmäßig Fallschirm springt, kann gut 20 Jahre oder länger mit seiner Prothese leben.“ Und sollte doch ein Wechsel notwendig werden, haben sich auch hier die Möglichkeiten stark verbessert. „Es kann viel individueller auf die Probleme der jeweiligen Patienten eingegangen werden. Die Prothesen sind heute sehr modular, d.h. sie bestehen aus mehreren Einzelteilen“, so Holbe. Folglich werden die notwendigen Operationen so klein gehalten wie möglich und nur die Teile ausgetauscht, die defekt sind. Eine deutliche Erleichterung für alle Betroffenen.

 

Wann ist der Wechsel einer Endoprothese notwendig?

Wenn ein künstliches Gelenk nicht mehr richtig funktioniert, äußert sich dies - ähnlich wie beim eigenen Gelenk – durch Schmerzen. Patienten mit Hüftprothesen bemerken Beschwerden in der Leistengegend, Patienten mit künstlichem Kniegelenk schmerzt auf einmal wieder das Knie. „Weitere Zeichen sind ein instabiles Gefühl bei Belastung oder das Auftreten von O- oder X-Beinen, was auf eine Achsenfehlstellung hinweist“, sagt Holbe. Generell gilt: Wenn das Gelenk lange gut funktioniert hat und sich auf einmal Probleme abzeichnen, sollten Patienten unverzüglich ihren Arzt aufsuchen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen Patienten nicht bemerken, dass eine Wechsel-OP notwendig wird: Wenn sich das Inlay im Kunstgelenk abgerieben hat, also die künstliche Gelenkschmiere. „Deshalb sind die jährlichen Röntgenkontrollen so wichtig“, betont der Oberarzt. „Hier können wir überprüfen, ob die Prothese noch voll intakt ist. Falls nicht, kann durch eine kleine OP zum Beispiel nur das Inlay ausgetauscht werden – und das Gelenk hält wieder viele Jahre ohne weitere Probleme.“

 

Wechsel-OP: Erneuert wird nur, was unbedingt notwendig ist.

Der Austausch des Inlays im künstlichen Kniegelenk oder der Austausch von Inlay und Gelenkkopf in der Hüfte – diese Wechsel gelten als kleine Wechsel-OPs. „Ähnlich eines Reifenwechsel“, vergleicht der Spezialist für Endoprothesen. Für den Patienten soll der  Austausch immer möglichst klein gehalten werden. So wird nur erneuert, was auch defekt ist. In der Regel ist eine Wechseloperation aber größer als der ursprüngliche Eingriff, da Knochendefekte überbrückt werden müssen.

Bei den Wechselprothesen haben sich in den letzten Jahren aber auch deutliche Verbesserungen ergeben. So können die Implantate heute in Bezug auf Biegung, Schaftlänge oder Durchmesser stark individualisiert werden. „Trotz Knochendefekt, der ja durch das erste Implantat auf jeden Fall vorhanden ist, finden wir als Operateure deshalb gute Verankerungsmöglichkeiten für das zweite Kunstgelenk und können Stabilität garantieren“, erklärt Florian Holbe.

 

Eine Endoprothesen-OP verbessert immer den Ausgangszustand.

Auch im fortgeschrittenen Lebensalter kann eine Endoprothese die Lebensqualität noch erheblich verbessern.

Auch im fortgeschrittenen Lebensalter kann eine Endoprothese die Lebensqualität noch erheblich verbessern.

Eine Einschränkung gibt es jedoch: Die Funktionalität der Implantate nimmt in der Regel von Eingriff zu Eingriff ab. „Bei jeder Operation vermehrt sich das Narbengewebe, gleichzeitig gehen Muskel-, Knochen- und Sehnensubstanz verloren“, begründet der Orthopäde. Unter Umständen benötigen Patienten daher später einen Stock oder eine Unterarmstütze zum Gehen. „Doch man darf nie vergessen: Eine Operation bedeutet immer eine Verbesserung im Vergleich zum schmerzhaften Ausgangszustand – auch bei Patienten, die das achtzigste oder neunzigste Lebensjahr bereits überschritten haben.“

 

Patienten können die Lebensdauer ihrer TEP beeinflussen.

Um die Lebensdauer der Prothese maximal zu verlängern, können Patienten im Alltag auch aktiv mitwirken. „Es ist wichtig, nicht zuzunehmen und regelmäßig Sport zu treiben, um den Muskelapparat fit zu halten. Radfahren, Schwimmen oder Bergwandern sind beispielsweise geeignete Freizeitaktivitäten“, empfiehlt Holbe. „Auch das Kunstgelenk will bewegt werden.“

Sportarten, die große Stoßbelastungen mit sich bringen, sollten mit Blick auf die Lebensdauer der Prothese jedoch vermieden werden. „Meine Patienten sollten nicht gerade Fallschirmspringen. Manche tun es aber trotzdem – und sind rundum glücklich mit ihrem Kunstgelenk. Aber generell beobachte ich, dass die meisten Patienten sich mit der Prothese eher zu wenig als zu viel zutrauen.“

 

Moderne Prothesen: Langlebig und mehrfach wechselbar.

Eine zweite Faustregel in der Endoprothetik gehört mittlerweile der Vergangenheit an: Nämlich dass nur mit sehr viel Glück eine zweite Wechsel-OP möglich ist. Eine gute Nachricht vor allem für Patienten, die schon in ihrer Jugend aufgrund eines Unfalls oder Ähnlichem eine Prothese erhalten haben.  Denn heute gilt: Auch ein dritter und vierter Wechsel ist in vielen Fällen möglich!

Meist wird dies aber gar nicht mehr notwendig sein. Denn der Hauptgrund für Wechseloperationen, die Lockerung des Gelenks, konnte durch neue Materialien stark reduziert werden. Als Ursache für die Lockerung der Prothese gilt nämlich der Materialabrieb. Kleinste Partikelchen lassen den Knochen rund um das Implantat nach und nach auflösen. „Das ist bei modernen Prothesen aufgrund neuer Werkstoffe aber so gut wie nicht mehr der Fall“, beruhigt Holbe. In Hüftprothesen wird zum Beispiel Keramik verwendet, das so gut wie gar keinen Verschleiß mehr aufweist. „Die modernen Implantate der letzten Jahre haben somit eine noch viel längere Lebensdauer. Wir rechnen mit deutlich mehr als 20 Jahren.“

 

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