Rheuma. Diagnostik & Therapie

Entscheidend bei Rheuma ist die frühe Therapie der Erkrankung.

Eine rechtzeitige Diagnostik und frühzeitige Behandlung ist bei Rheuma besonders wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Eine rechtzeitige Diagnostik und frühzeitige Behandlung ist bei Rheuma besonders wichtig, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Entscheidend für die Prognose und den Verlauf der Erkrankung sind bei Rheuma die rechtzeitige Diagnostik und der frühzeitige Beginn der Therapie. Von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffene Patienten benötigen neben einer gezielten medikamentösen Behandlung auch regelmäßige physikalische Therapie, psychologische Unterstützung und Hilfestellung zur Ausübung des Berufes und zur Bewältigung der Alltagsaktivitäten.

Ist das Rheuma bereits weiter fortgeschritten, bilden sich oft Deformitäten, die durch die Gelenkzerstörung entstehen. In diesem Stadium können dann bestimmte rheuma-orthopädische Eingriffe helfen, die Fehlstellungen wieder zu korrigieren.

 

Diagnostik, Therapie & Behandlung von Rheuma.

Diagnostik. So wird Rheuma festgestellt und untersucht

Bestimmte Symptome machen eine Diagnose wahrscheinlich.

Das MRT zeigt bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung (z.B. Morbus Bechterew) charakteristische Veränderungen der Wirbelsäule.

Das MRT zeigt bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung (z.B. Morbus Bechterew) charakteristische Veränderungen der Wirbelsäule.

Die Anamnese und klinische Untersuchung des Patienten weisen auf ein bestimmtes Krankheitsbild hin. So sprechen zum Beispiel tief sitzende Rückenschmerzen bei jüngeren männlichen Patienten, die in den frühen Morgenstunden auftreten, für einen Morbus Bechterew. Allgemeines Krankheitsgefühl, quälende Schmerzen im Schultergürtel und eventuell Kopfschmerzen bei einem älteren Menschen lassen an eine Polymyalgia rheumatica denken.

Ergänzend werden bildgebende Untersuchungsverfahren (Röntgen, Sonographie, Kernspintomographie) eingesetzt, bei denen sich charakteristische Veränderungen zeigen: z.B. entzündliche Veränderungen der Kreuzdarmbeingelenke und zunehmende Versteifung der Wirbelsäule beim Morbus Bechterew. Als weitere diagnostische Säule lassen sich Laborveränderungen feststellen: erhöhte Entzündungswerte und krankheitsspezifische Antikörper.

 

Wie läuft die Diagnose z.B. bei rheumatoider Arthritis ab?

Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist die häufigste entzündlich rheumatischen Erkrankung – circa 1 % der Bevölkerung sind betroffen.

  • Anamnese: Typischerweise berichten die Patienten über   schmerzhafte Schwellungen im Bereich der Hand -und Fingergelenke. Zudem spüren sie besonders in den Morgenstunden eine ausgeprägte Gelenksteife.
  • Klinische Untersuchung: Im Frühstadium der rheumatoiden Arthritis zeigen sich symmetrische Schwellungen der Handgelenke und der Fingergrund - und Mittelgelenke. Auch der Händedruck   ist für die Patienten schmerzhaft.
  • Bildgebende Verfahren: In der Sonographie lassen   sich die entzündlich verdickte Gelenkinnenhaut sowie der häufig auftretende Gelenkerguss darstellen. Im Röntgenbild werden Veränderungen erst bei fortschreitender Krankheit sichtbar, wenn bereits Knochen durch die Entzündung zerstört wurde.
  • Laborveränderungen: Die Laborwerte ergeben erhöhte Blutsenkung und CRP (C-reaktives Protein) – dies sind allgemeine Hinweise auf das Vorliegen einer Entzündung. Das CRP ist ein Eiweiß im Blut, dessen Konzentration bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ansteigt Zusätzlich finden sich häufig krankheitsspezifische Antikörper : ein positiver Rheumafaktor und Antikörper gegen zyklisch citrullinierte Peptide (Anti- CCP- Antikörper) – dies sind Antikörper gegen Eiweiße , bei denen eine veränderte Aminosäure nachweisbar ist: das Citrullin. Lassen sich diese Antikörper im Blut nachweisen und besteht eine entsprechende klinische Symptomatik, so ist das Vorliegen einer rheumatoiden Arthritis hochwahrscheinlich.  
 

Therapie. So sieht die Behandlung bei Rheuma aus

Wie wird Rheuma behandelt?

Das erste Ziel bei Rheuma ist es, dem Patienten den Schmerz zu nehmen und die Beweglichkeit zu verbessern. Daher liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf physikalische Therapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Kälte- und seltener Wärme-Anwendungen. Kälte wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend, sie wird unter anderem in sogenannten Kältekammern (bis -110 Grad Celsius) eingesetzt. Wärmeanwendungen wirken muskelentspannend, entzündungshemmend im chronischen Krankheitsstadium, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.

 

Medikamente gegen Rheuma.

Zur Behandlung von Rheuma werden verschiedene Medikamente eingesetzt, um die entzündlichen Prozesse im Körper zu hemmen.

Zur Behandlung von Rheuma werden verschiedene Medikamente eingesetzt, um die entzündlichen Prozesse im Körper zu hemmen.

Neben entzündungshemmenden Schmerzmitteln (sogenannten NSAR = nichtsteroidale Antirheumatica) kann häufig auf den Einsatz von Cortison nicht verzichtet werden. Dies ist ein stark und rasch entzündungshemmendes Medikament, das bei vielen entzündlich rheumatischen Erkrankungen verordnet wird. Allerdings verursacht es bei langfristiger und hochdosierter Einnahme Nebenwirkungen, speziell Osteoporose, Pergamenthaut und Diabetes mellitus. Die Dosis des Medikaments sollte daher so niedrig wie möglich gewählt werden.

Zur Beeinflussung des Immunsystems und Hemmung des Entzündungsprozesses stehen zahlreiche sogenannte Basismedikamente zur Verfügung, die sowohl bei der chronischen Polyarthritis als auch bei den anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Unter den traditionellen Basistherapeutica ist besonders Methotrexat zu erwähnen.

 

Biologicals bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen.

In den letzten Jahren wurde eine gänzlich neue Medikamentengruppe entwickelt – die sogenannten Biologicals. Diese greifen so gezielt in den Entzündungsprozess ein, dass es bei zahlreichen Patienten mit rheumatoider Arthritis möglich ist, die Gelenkzerstörung zu verhindern.

 

Schienentherapie bei Rheuma der Hand.

Mit einer Schiene kann bei Rheuma die Stabilität der Gelenke verbessert werden.

Mit einer Schiene kann bei Rheuma die Stabilität der Gelenke verbessert werden.

Schienen oder Orthesen werden als konservative und postoperative Maßnahmen eingesetzt. Im konservativen Bereich stellt die Schienenversorgung eine Maßnahme des Gelenkschutzes dar. Im Vordergrund stehen

  • die Reduktion von Schmerzen durch die Ruhigstellung entzündeter Gelenke
  • die Stabilisierung von bandgeführten Gelenken
  • die Vermeidung von fortschreitenden Fehlstellungen
  • bzw. die Korrektur von Fehlstellungen.

Die postoperative Schienenversorgung dient vor allem der Sicherung des gewünschten Operationsergebnisses. Mittels Stabilisierung beziehungsweise Fixierung sollen unerwünschte Bewegungen vermieden werden. Durch entsprechende Schienen werden die Sehnen vor Überdehnung oder die Nähte vor dem Reißen geschützt.

 

Ist das Rheuma fortgeschritten, hilft meist nur noch eine OP.

Ist es bereits zur Zerstörung der Gelenke gekommen, hilft bei Rheuma oft nur noch eine Operation.

Ist es bereits zur Zerstörung der Gelenke gekommen, hilft bei Rheuma oft nur noch eine Operation.

Ist es bereits zur Gelenkzerstörung gekommen, besteht die Möglichkeit, mit ausgewählten orthopädischen Eingriffen im Rahmen einer OP Korrekturen durchzuführen. Begleitend werden nach der Operation mit Hilfe von Physiotherapie, Ergotherapie und physikalischen Anwendungen Funktionsdefizite abgebaut, Hilfsmittel für den Patienten ausgewählt und die Aktivitäten des täglichen Lebens trainiert.

Neben der verbesserten Beweglichkeit und weniger Schmerzen bedeutet dies für die Patienten meist auch erhöhte Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag.

 

Bei starker Gelenkschädigung helfen künstliche Gelenke.

Wenn ein Gelenk durch das Rheuma bereits irreparabel beschädigt ist, hilft oft nur noch der Einbau eines künstlichen Gelenks. Dabei wird das alte Gelenk möglichst schonend durch ein Kunstgelenk ersetzt. Mit den heutigen Prothesen können so selbst kleine Gelenke, wie etwa ein Zehengelenk, problemlos ersetzt werden. Moderne Kunstgelenke erreichen heutzutage eine hohe Lebensdauer von bis zu 20 Jahren.

 

FAQ. Häufige gestellte Fragen & Antworten zu Rheuma

Ist bei Rheuma eine Heilung möglich?

Bei Früherkennung und rechtzeitigem Einsatz wirksamer Medikamente ist die Heilung möglich.

 

Welche Nebenwirkungen treten auf, wen ich die Medikamente einnehme?

Hierzu gibt es Informationsblätter der Arbeitsgemeinschaft kooperativer Rheumazentren für Patienten und den weiterbehandelnden Arzt, diese dienen auch als Gesprächsgrundlage für ein ausführliches Gespräch des Klinikarztes mit dem Patienten.

 

Rheuma

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen betreffen meist die Gelenke des Körpers und sind überwiegend Autoimmunstörungen.

Rheuma

Behandlungserfolg & Qualität

Geht es unseren Patienten nach der Behandlung spürbar und messbar besser? Daran wollen wir uns als Schön Klinik messen lassen.

Behandlungsqualität bei Rheuma

 

Ärzte & Therapeuten

Hier finden Sie alle Ärzte und Orthopäden der Schön Klinik, die sich auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen spezialisiert haben.

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