Rheuma. Diagnostik & Therapien
Spezifische Symptome machen eine Diagnose wahrscheinlich.
Das MRT zeigt bei einer entzündlich rheumatischen Erkrankung (z.B. Morbus Bechterew) charakteristische Veränderungen der Wirbelsäule.
Die Anamnese und klinische Untersuchung des Patienten weisen auf ein bestimmtes Krankheitsbild hin. So sprechen zum Beispiel tief sitzende Rückenschmerzen bei jüngeren männlichen Patienten, die in den frühen Morgenstunden auftreten, für einen Morbus Bechterew. Allgemeines Krankheitsgefühl, quälende Schmerzen im Schultergürtel und eventuell Kopfschmerzen bei einem älteren Menschen lassen an eine Polymyalgia rheumatica denken.
Ergänzend werden bildgebende Untersuchungsverfahren (Röntgen, Sonographie, Kernspintomographie) eingesetzt, bei denen sich charakteristische Veränderungen zeigen: z.B. entzündliche Veränderungen der Kreuzdarmbeingelenke und zunehmende Versteifung der Wirbelsäule beim Morbus Bechterew. Als weitere diagnostische Säule lassen sich Laborveränderungen feststellen: erhöhte Entzündungswerte und krankheitsspezifische Antikörper.
Wie läuft die Diagnose bei z.B. rheumatoider Arthritis ab?
Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist die häufigste entzündlich rheumatischen Erkrankung – circa 1 % der Bevölkerung sind betroffen.
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Anamnese: Typischerweise berichten die Patienten über schmerzhafte Schwellungen im Bereich der Hand -und Fingergelenke. Zudem spüren sie besonders in den Morgenstunden eine ausgeprägte Gelenksteife.
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Klinische Untersuchung: Im Frühstadium der rheumatoiden Arthritis zeigen sich symmetrische Schwellungen der Handgelenke und der Fingergrund - und Mittelgelenke. Auch der Händedruck ist für die Patienten schmerzhaft.
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Bildgebende Verfahren: In der Sonographie lassen sich die entzündlich verdickte Gelenkinnenhaut sowie der häufig auftretende Gelenkerguss darstellen. Im Röntgenbild werden Veränderungen erst bei fortschreitender Krankheit sichtbar, wenn bereits Knochen durch die Entzündung zerstört wurde.
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Laborveränderungen: Die Laborwerte ergeben erhöhte Blutsenkung und CRP (C-reaktives Protein) – dies sind allgemeine Hinweise auf das Vorliegen einer Entzündung. Das CRP ist ein Eiweiß im Blut, dessen Konzentration bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ansteigt Zusätzlich finden sich häufig krankheitsspezifische Antikörper : ein positiver Rheumafaktor und Antikörper gegen zyklisch citrullinierte Peptide (Anti- CCP- Antikörper) – dies sind Antikörper gegen Eiweiße , bei denen eine veränderte Aminosäure nachweisbar ist: das Citrullin. Lassen sich diese Antikörper im Blut nachweisen und besteht eine entsprechende klinische Symptomatik, so ist das Vorliegen einer rheumatoiden Arthritis hochwahrscheinlich.
Medikamente gegen Rheuma.
Neben entzündungshemmenden Schmerzmitteln (sogenannten NSAR = nichtsteroidale Antirheumatica) kann häufig auf den Einsatz von Cortison nicht verzichtet werden. Dies ist ein stark und rasch entzündungshemmendes Medikament, das bei vielen entzündlich rheumatischen Erkrankungen verordnet wird. Allerdings verursacht es bei langfristiger und hochdosierter Einnahme Nebenwirkungen, speziell Osteoporose, Pergamenthaut und Diabetes mellitus. Die Dosis des Medikaments sollte daher so niedrig wie möglich gewählt werden.
Zur Beeinflussung des Immunsystems und Hemmung des Entzündungsprozesses stehen zahlreiche sogenannte Basismedikamente zur Verfügung, die sowohl bei der chronischen Polyarthritis als auch bei den anderen entzündlich rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. Unter den traditionellen Basistherapeutica ist besonders Methotrexat zu erwähnen.
Biologicals bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen.
In den letzten Jahren wurde eine gänzlich neue Medikamentengruppe entwickelt – die sogenannten Biologicals. Diese greifen so gezielt in den Entzündungsprozess ein, dass es bei zahlreichen Patienten mit rheumatoider Arthritis möglich ist, die Gelenkzerstörung zu verhindern.
Wie wird Rheuma behandelt?
Das erste Ziel ist es, dem Patienten den Schmerz zu nehmen und die Beweglichkeit zu verbessern. Daher liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf physikalische Therapie, Physiotherapie, Ergotherapie, Kälte- und seltener Wärme-Anwendungen. Kälte wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend, sie wird unter anderem in sogenannten Kältekammern (bis -110 Grad Celsius) eingesetzt. Wärmeanwendungen wirken muskelentspannend, entzündungshemmend im chronischen Krankheitsstadium, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.
Übungen in der Ergotherapie zur Verbesserung der Handfunktion.
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Schienentherapie bei Rheuma der Hand.
Schienen oder Orthesen werden als konservative und postoperative Maßnahmen eingesetzt. Im konservativen Bereich stellt die Schienenversorgung eine Maßnahme des Gelenkschutzes dar. Im Vordergrund stehen
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die Reduktion von Schmerzen durch die Ruhigstellung entzündeter Gelenke
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die Stabilisierung von bandgeführten Gelenken
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die Vermeidung von fortschreitenden Fehlstellungen
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bzw. die Korrektur von Fehlstellungen.
Die postoperative Schienenversorgung dient vor allem der Sicherung des gewünschten Operationsergebnisses. Mittels Stabilisierung beziehungsweise Fixierung sollen unerwünschte Bewegungen vermieden werden. Durch entsprechende Schienen werden die Sehnen vor Überdehnung oder die Nähte vor dem Reißen geschützt.
Ist das Rheuma fortgeschritten, hilft meist nur noch eine OP.
Kommt der Patient zu spät, ist es bereits zu Gelenkzerstörungen gekommen, besteht die Möglichkeit mit ausgewählten orthopädischen Eingriffen Korrekturen durchzuführen. In der Schön Klinik Hamburg Eilbeck z.B. besteht eine enge Verzahnung mit spezialisierten Abteilungen im Hause. Begleitend werden mit Hilfe einer großen physikalischen Abteilung im Hause multimodale physikalische Therapien Funktionsdefizite abgebaut, Hilfsmittel für den Patienten erprobt und verordnet.
Entscheidend ist eine frühe Therapie.
Entscheidend für die Prognose des Patienten ist die rechtzeitige Diagnosestellung und der frühzeitige Beginn der Therapie.
Die Patienten benötigen neben einer gezielten medikamentösen Therapie regelmäßige physikalische Therapie, gegebenenfalls rheumaorthopädische Eingriffe, psychologische Unterstützung und Hilfe zur Ausübung des Berufes und zur Bewältigung der Alltagsaktivitäten.