Osteoporose. Ursachen & Symptome

Wie kommt es zur Osteoporose?

Unterschiedliche Ursachen können das normalerweise bestehende Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und Knochenabbau, welches für eine ständige Erneuerung von Knochengewebe sorgt, stören und zu einer Osteoporose führen.

Ursachen, die zu einer Osteoporose führen können

  • Alter:
    Mit zunehmendem Alter kommt es regelhaft zu einem Verlust von Knochenmasse, woraus eine so genannte Senile Osteoporose resultieren kann.
  • Geschlechtshormonmangel (Hypogonadismus):
    Eine ungenügende Funktion von Eierstöcken bei den Frauen bzw. Hoden bei den Männern führt zu einem Mangel an Geschlechtshormonen: dem Oestrogen bei Frauen und dem Testosteron bei Männern. Wenn gleich dies mit zunehmendem Alter regelhaft und langsam geschieht, gibt es auch bei jüngeren Menschen aufgrund von Hormonerkrankungen einen Mangel an Geschlechtshormonen. Aufgrund der besonderen Rolle der Geschlechtshormone für den Knochenstoffwechsel, kann es dann zu einem deutlichen Knochenmassenverlust kommen, auch bei Männern.
  • Speziell der Oestrogenmangel in der Menopause:
    Oestrogen ist ein Hormon, welches eine wichtige Rolle in der Regulation des Knochenstoffwechsels spielt. Mit Beginn der Wechseljahre kommt es zu einem beschleunigten Knochenabbau, insbesondere des trabeculären (Schwamm-) Knochens. Dieser beschleunigte Knochenmasseverlust um die Menopause herum hält für etwa 10 Jahre an.
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse:
    Die Nebenschilddrüsen produzieren das Parathormon, welches die Calciumkonzentration im Körper regelt. Gesteigerte Ausschüttung dieses Hormons beschleunigt das Auswaschen des Calciums aus dem Knochen und führt damit zu einer Knochenmasseabnahme.
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Asthma, Rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa u. a.)
    Hier erfolgt der Knochenmasseverlust durch Ausschüttung von knochenmassenerniedrigten Botenstoffen (Mediatoren).
  • Medikamente:
    Langfristige Therapie mit verschiedenen Medikamenten kann zu einem deutlichen Knochenmassenverlust führen. Am häufigsten ist dabei die durch Gluccocorticoide ("Cortison") verursachte Knochenmassenabnahme. Auch bestimmte Medikamente zur Behandlung der Epilepsie können zu einer besonderen, knochenerweichenden Form der Osteoporose führen.
  • Nährstoffmangel:
    Bestimmte Erkrankungen führen zu einer sogenannten Malabsorption (zu geringe Nährstoffaufnahme), wie beispielsweise verschiedene Formen von Darmentzündungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Lactasemangel, Sprue = glutenempfindliche Enteropathie).

Welche Beschwerden treten bei einer Osteoporose auf?

  • Akute Wirbelkörperbrüche: Plötzlich einsetzende Rückenschmerzen mit umgebender Verspannung, häufig verläuft eine Wirbelkörperfraktur aber auch ohne klinische Symptome.
  • Oberschenkelhalsfraktur: In der Regel nach einem Sturz auftretend, akute Schmerzen im Hüftbereich, Bewegungseinschränkung des Beines, welches am liegenden Patienten verkürzt erscheint.
  • Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur): In der Regel auftretend bei Abstützungsreaktion der Patienten im Rahmen eines Sturzes.

Ab 40 nimmt die Knochendichte ab.

Die Knochen von Neugeborenen sind noch leichter verformbar, um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Erst im Laufe des Lebens steigt der Kalksalzgehalt und die Knochenfestigkeit nimmt zu. Zwischen 30 und 40 Jahren erreicht der Mineralgehalt seinen Höhepunkt. Von da an nimmt die Knochenfestigkeit mit den Jahren kontinuierlich ab. Bei Frauen beschleunigt sich diese Abnahme in den Wechseljahren durch den Entzug des Geschlechtshormons Östrogen. Männer erreichen aufgrund der Testosteronwirkung (männliches Geschlechtshormon) eine höhere Knochendichte als Frauen und durch das Fehlen von Wechseljahren kommt es nicht zu einer Beschleunigung des Knochenabbaus. Insofern sind besonders Frauen von Osteoporose betroffen. Sie kommt aber auch bei Männern, speziell in höherem Lebensalter, vor.

Osteoporose verläuft anfangs unerkannt.

Man schätzt, dass in Deutschland rund 8 Millionen Menschen eine Osteoporose haben. Die wenigsten wissen davon, denn der Knochenschwund verläuft zunächst im Stillen ohne fassbare Symptome, insbesondere auch ohne Schmerzen. Erst durch Knochenbrüche oder Verformungen von Wirbelkörpern treten Schmerzen auf, die einen ersten Hinweis auf die zugrundeliegende Osteoporose geben können. Auch die Abnahme der Körpergröße um mehr als 4 cm im Laufe des Lebens weist darauf hin. Sie geht häufig mit dem sog. Tannenbaumphänomen einher, bei dem die Haut rechts und links der Wirbelsäule charakteristische Falten bildet.

Oberschenkelhalsbruch ist typisch bei Osteoporose.

Ein sehr typischer Knochenbruch älterer Menschen ist der Oberschenkelhalsbruch. Im Mittel sind Patienten mit solch einem Bruch 82 Jahre alt. Trotz vieler Fortschritte, die die Medizin diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, weist der Oberschenkelhalsbruch eine Sterblichkeit auf, wie sie für Tumorerkrankungen typisch ist. Etwa 10% der Patienten büßen ihre Fähigkeit zur Selbstversorgung ein und müssen in ein Altenheim umziehen.

Fachliche Betreuung

Bätge

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Boris Bätge