Osteoporose. Therapie

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Osteoporose?

Basismaßnahmen (auch zur Prophylaxe von Osteoporose)

Medikamentöse Therapie bei Osteoporose

Die Entscheidung zur Einleitung einer speziellen medikamentösen Therapie erfolgt in Zusammenschau der erhobenen Knochendichte in Kombination mit der Familienvorgeschichte, dem Nikotinkonsum, der Sturzhäufigkeit und einer möglicherweise bestehenden/ bestandenen Immobilität. Hat man sich in Abhängigkeit von der klinischen Gesamtsituation zur Einleitung einer spezifischen medikamentösen Therapie entschlossen, kommen mehrere Medikamente zur Behandlugn einer Osteoporose in Betracht:

  • Bisphosphonate
    Heute Mittel der 1. Wahl, es gibt inzwischen verschiedene Präparate auf dem Markt, von einmal täglicher Tablettengabe bis hin zu einmal jährlich eine Infusion. Sie sind in der Lage, dass Frakturrisiko etwa um die Hälfte zu senken.
  • Strontiumranelat
    Auch hier kann eine Halbierung des Frakturrisikos erreicht werden.
  • Synthetische Hormone (sogenannte SERM’s) wie das Raloxifen:
    Eine weitere therapeutische Alternative mit ebenfalls etwa 50%ige Fraktursenkung.
  • Parathormon
    Diese Therapie ist nur in Spritzenform möglich und bei Ausscheiden anderer Therapiemöglichkeiten eine effektive Alternative.

Grundsätzlich sollte natürlich immer eine möglicherweise zugrunde liegende Erkrankung, die einer speziellen Therapie bedarf, abgeklärt werden, häufig ist dann auch die Osteoporose zu bessern.

Operative Behandlung eines Bruchs infolge einer Osteoporose

Bei einer frisch aufgetretenen, stark schmerzhaften und bewegungseinschränkenden Wirbelkörperfraktur aufgrund einer Osteoporose besteht die Möglichkeit der Einspritzung von Zement, dadurch wird der Wirbelkörper wieder aufgerichtet und Wirbelsäulenkrümmung (Kyphose) kann reduziert werden. Es stehen 2 unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

  • Kyphoplastie und
  • Vertebroplastie mit bzw. ohne vorherige Ballonaufdehnung

Oberarmkopfbrüche: schneller wieder beweglich durch Implantate.

Oberarmkopfbrüche betreffen häufig ältere Menschen mit Osteoporose, die auf den ausgestreckten Arm, den Ellenbogen oder die Schulter gestürzt sind. Ihre Behandlung wird dadurch erschwert, dass die kleinen Schultermuskeln an den Bruchstücken des Oberarmkopfes ansetzen und so die Bruchstellen durch Muskelzug offenhalten. Je nach Frakturtyp setzen die Chirurgen heute modernste winkelstabile Platten, spezielle Nägel oder Frakturprothesen ein. So kann der Patient sofort nach der Fixierung mit physiotherapeutischen Übungen beginnen und seine Mobilität und Selbstständigkeit wieder zurückerlangen.

Bei Implantaten ist das Material ist entscheidend.

Nur Material von höchster Qualität sollte bei einer OP eingesetzt werden.

Nur Material von höchster Qualität sollte bei einer OP eingesetzt werden.

Schrauben, Nägel und Implantate sollten von höchster Qualität sein, damit die Patienten wieder schnell auf die Beine kommen und den Belastungen des Alltags gewachsen sind. Prof. Florian Krug, Chefarzt der Schön Klinik Hamburg Eilbek, ist dabei Vorreiter, denn ein Kernbestandteil seiner Arbeit ist die Weiterentwicklung medizinischer Instrumente und Implantate. Sie sollen so konzipiert sein, dass sie für den Heilungserfolg wie auch für die Handhabung im Klinikalltag ideal einsetzbar sind. Die entscheidenden Impulse für die Weiterentwicklung liefern die Operateure, denn schließlich sind es die Mediziner selbst, die mit dem Material arbeiten. Von diesen Innovationen profitieren auch die Patienten, denn Sie können im Idealfall schon nach ein paar Tagen wieder voll zugreifen bzw. auftreten.  

Spezielle Therapien bei Osteoporose

Welche Maßnahmen helfen, dem Knochenabbau entgegenzuwirken?

Ziel bei Osteoporose-Patienten ist die Rückkehr nach Hause

In der Reha werden die Patienten langsam zu mehr Selbstständigkeit herangeführt.

In der Reha werden die Patienten langsam zu mehr Selbstständigkeit herangeführt.

Die Altersmedizin (Geriatrie) als Fachdisziplin kümmert sich um die Diagnostik der Sturzursachen, um die Behandlung der meist vorhandenen Osteoporose und vor allem um die Rehabilitation der meist hochaltrigen (über 80 Jahre) und mehrfach kranken Patienten. Ziel der Behandlung in der Geriatrie ist es, die Gehfähigkeit wieder soweit herzustellen, dass eine Rückkehr in die häusliche Umgebung wieder möglich ist. Dazu ist die Behandlung durch ein Team notwendig, dass von Ärzten mit speziellen Kenntnissen der Altersmedizin (Geriater) geleitet wird. Zu dem Team gehören speziell weitergebildete Pflegekräfte, die aktivierend-therapeutisch arbeiten und neben der notwendigen Pflege vor allem Anleitung zu mehr Selbständigkeit bei den Aktivitäten des tgl. Lebens geben. Das Team wird ergänzt durch Krankengymnasten, Ergotherapeuten und Masseure. Fallweise wird auch der Einsatz von Psychologen notwendig sein.

Viele Osteoporose-Patienten können erfolgreich behandelt werden

Eine geriatrische Rehabilitation dauert meist 3 Wochen. Mitarbeiter des Sozialdienstes kümmern sich dabei um die Organisation der Weiterversorgung nach der Entlassung aus der geriatrischen Rehabilitation. In Einzelfällen kann die Behandlung abhängig von medizinischen Gegebenheiten auch länger notwendig sein. Durch die intensive und auf den individuellen Patienten abgestimmte Behandlung gelingt es, dass im Durchschnitt rund 80% der Patienten wieder in die häusliche Umgebung zurückkehren können. Oft ist allerdings Hilfe durch Familienangehörige oder professionelle ambulante Pflegedienste notwendig.

Fachliche Betreuung

Bätge

Der Beitrag wird betreut durch

Prof. Dr. med. Boris Bätge