Osteoporose (Knochenschwund).

Osteoporose ist eine Volkskrankheit.

Vor allem Frauen leiden häufig an Osteoporose: Ca. 80% aller Betroffenen sind weiblich.

Vor allem Frauen leiden häufig an Osteoporose: Ca. 80% aller Betroffenen sind weiblich.

Die Osteoporose ist eine echte Volkskrankheit und gehört zu den häufigsten Erkrankungen des höheren Lebensalters. Besonders gefürchtet sind Knochenbrüche (Frakturen) an den Wirbelkörpern, dem Oberschenkelhals und den Handgelenken.

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an der oftmals auch als "Knochenschwund" bezeichneten Abnahme der Knochendichte zu erkranken. Neben der Dichte verändert sich dabei aber auch die Struktur Knochens: Die Stabilität des Skeletts nimmt ab, die Anfälligkeit für Knochenbrüche steigt durch die Erkrankung stark an.

Die Wahrscheinlichkeit,  als Frau einen oder mehrere Wirbelkörperbrüche zu erleiden, beträgt rund 30%, für einen Schenkelhalsbruch liegt das Risiko bei 15%. Zudem gibt es genetische Unterschiede: Weiße Frauen haben ein höheres Frakturrisiko im Vergleich zu farbigen Frauen.

 

Osteoporose. Krankheit, Ursachen & Symptome im Überblick

Definition. Was ist Osteoporose?

Wenn die Knochen im Körper brüchig werden.

Bei der Osteoporose kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Knochenmassen.

Bei der Osteoporose kommt es zu einem fortschreitenden Verlust der Knochenmassen.

Die Osteoporose ist charakterisiert durch einen fortschreitenden Verlust von Knochenmasse und Knochenstruktur. Die Stabilität der Knochen nimmt ab, es kommt zu einem gesteigerten Risiko für Knochenbrüche. Zugrunde liegt ein Ungleichgewicht zwischen Knochenauf- und Knochenabbau, wofür es verschiedene Ursachen gibt.

 

Kalzium ist das wichtigste Knochenmineral.

Als Osteoporose bezeichnet man eine Verminderung der Knochenfestigkeit, die zu einer erhöhten Anfälligkeit für Knochenbrüche führt. Die Festigkeit der Knochen setzt sich aus Mikroarchitektur (Feinaufbau) und Mineralsalzgehalt zusammen. Das wichtigste Knochenmineral ist Kalzium. 99% des Körperkalziums befindet sich in den Knochen, die unter anderem auch als Kalziumspeicher dienen. Sprich, der Körper bedient sich aus dem im Knochen gespeicherten Kalziumdepot, wenn nicht genügend Kalzium von außen zugeführt wird.

 

Ursachen. So entsteht eine Osteoporose

Wie kommt es zum Knochenschwund?

Bei einer Osteoporose kommt es zum Stabilitätsverlust der Knochen, die Gefahr von Brüchen steigt.

Bei einer Osteoporose kommt es zum Stabilitätsverlust der Knochen, die Gefahr von Brüchen steigt.

Unterschiedliche Ursachen können das normalerweise bestehende Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und Knochenabbau, welches für eine ständige Erneuerung von Knochengewebe sorgt, stören und zu einer Osteoporose führen.

 

Ursachen, die zu einer Osteoporose führen können:

  • Alter:
    Mit zunehmendem Alter kommt es regelhaft zu einem Verlust von Knochenmasse, woraus eine so genannte Senile Osteoporose resultieren kann.
  • Geschlechtshormonmangel (Hypogonadismus):
    Eine ungenügende Funktion von Eierstöcken bei den Frauen bzw. Hoden bei den Männern führt zu einem Mangel an Geschlechtshormonen: dem Oestrogen bei Frauen und dem Testosteron bei Männern. Wenn gleich dies mit zunehmendem Alter regelhaft und langsam geschieht, gibt es auch bei jüngeren Menschen aufgrund von Hormonerkrankungen einen Mangel an Geschlechtshormonen. Aufgrund der besonderen Rolle der Geschlechtshormone für den Knochenstoffwechsel, kann es dann zu einem deutlichen Knochenmassenverlust kommen, auch bei Männern.
  • Speziell der Oestrogenmangel in der Menopause:
    Oestrogen ist ein Hormon, welches eine wichtige Rolle in der Regulation des Knochenstoffwechsels spielt. Mit Beginn der Wechseljahre kommt es zu einem beschleunigten Knochenabbau, insbesondere des trabeculären (Schwamm-) Knochens. Dieser beschleunigte Knochenmasseverlust um die Menopause herum hält für etwa 10 Jahre an.
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse:
    Die Nebenschilddrüsen produzieren das Parathormon, welches die Calciumkonzentration im Körper regelt. Gesteigerte Ausschüttung dieses Hormons beschleunigt das Auswaschen des Calciums aus dem Knochen und führt damit zu einer Knochenmasseabnahme.
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Asthma, Rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa u. a.)
    Hier erfolgt der Knochenmasseverlust durch Ausschüttung von knochenmassenerniedrigten Botenstoffen (Mediatoren).
  • Medikamente:
    Langfristige Therapie mit verschiedenen Medikamenten kann zu einem deutlichen Knochenmassenverlust führen. Am häufigsten ist dabei die durch Gluccocorticoide ("Cortison") verursachte Knochenmassenabnahme. Auch bestimmte Medikamente zur Behandlung der Epilepsie können zu einer besonderen, knochenerweichenden Form der Osteoporose führen.
  • Nährstoffmangel:
    Bestimmte Erkrankungen führen zu einer sogenannten Malabsorption (zu geringe Nährstoffaufnahme), wie beispielsweise verschiedene Formen von Darmentzündungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Lactasemangel, Sprue = glutenempfindliche Enteropathie).
 

Symptome. Beschwerden & Anzeichen bei Osteoporose

Welche Beschwerden treten bei einer Osteoporose auf?

  • Akute Wirbelkörperbrüche: Plötzlich einsetzende Rückenschmerzen mit umgebender Verspannung, häufig verläuft eine Wirbelkörperfraktur aber auch ohne klinische Symptome.
  • Oberschenkelhalsfraktur: In der Regel nach einem Sturz auftretend, akute Schmerzen im Hüftbereich, Bewegungseinschränkung des Beines, welches am liegenden Patienten verkürzt erscheint.
  • Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur): In der Regel auftretend bei Abstützungsreaktion der Patienten im Rahmen eines Sturzes.
 

Ab 40 nimmt die Knochendichte ab.

Die Knochen von Neugeborenen sind noch leichter verformbar, um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Erst im Laufe des Lebens steigt der Kalksalzgehalt und die Knochenfestigkeit nimmt zu. Zwischen 30 und 40 Jahren erreicht der Mineralgehalt seinen Höhepunkt. Von da an nimmt die Knochenfestigkeit mit den Jahren kontinuierlich ab. Bei Frauen beschleunigt sich diese Abnahme in den Wechseljahren durch den Entzug des Geschlechtshormons Östrogen. Männer erreichen aufgrund der Testosteronwirkung (männliches Geschlechtshormon) eine höhere Knochendichte als Frauen und durch das Fehlen von Wechseljahren kommt es nicht zu einer Beschleunigung des Knochenabbaus. Insofern sind besonders Frauen von Osteoporose betroffen. Sie kommt aber auch bei Männern, speziell in höherem Lebensalter, vor.

 

Osteoporose verläuft anfangs meist unerkannt.

Man schätzt, dass in Deutschland rund 8 Millionen Menschen eine Osteoporose haben. Die wenigsten wissen davon, denn der Knochenschwund verläuft zunächst im Stillen ohne fassbare Symptome, insbesondere auch ohne Schmerzen. Erst durch Knochenbrüche oder Verformungen von Wirbelkörpern treten Schmerzen auf, die einen ersten Hinweis auf die zugrundeliegende Osteoporose geben können. Auch die Abnahme der Körpergröße um mehr als 4 cm im Laufe des Lebens weist darauf hin. Sie geht häufig mit dem sog. Tannenbaumphänomen einher, bei dem die Haut rechts und links der Wirbelsäule charakteristische Falten bildet.

 

Ein Oberschenkelhalsbruch ist typisch bei Osteoporose.

Ein Oberschenkelhalsbruch kann heute durch die Implantation eines künstlichen Gelenks gut versorgt werden.

Ein Oberschenkelhalsbruch kann heute durch die Implantation eines künstlichen Gelenks gut versorgt werden.

Ein sehr typischer Knochenbruch älterer Menschen ist der Oberschenkelhalsbruch. Im Mittel sind Patienten mit solch einem Bruch 82 Jahre alt. Trotz vieler Fortschritte, die die Medizin diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, weist der Oberschenkelhalsbruch eine Sterblichkeit auf, wie sie für Tumorerkrankungen typisch ist. Etwa 10% der Patienten büßen ihre Fähigkeit zur Selbstversorgung ein und müssen in ein Altenheim umziehen.

 

Diagnostik & Therapie

Von der konservativen Behandlung bis zur operativen Versorgung bei Brüchen. Diagnostik & Behandlung bei Osteoporose im Überblick.

Diagnostik & Therapie

Vorsorge & Ratgeber

Wie kann ich einer Osteoporose vorbeugen? Unsere Tipps geben Hilfestellung im Alltag bei der Vermeidung von Knochenschwund.

Vorsorge & Ratgeber

 

Ärzte & Therapeuten

Von konservativer Therapie bis operative Versorgung bei Brüchen. Finden Sie Ihren Spezialisten für die Behandlung von Osteoporose.

Ärzte & Therapeuten

Spezialisierte Kliniken

Hoch spezialisiert: Unsere Fachkliniken für die Behandlung von Osteoporose und Knochenschwund in ganz Deutschland.

Spezialisierte Kliniken