Oberschenkelhalsfraktur. Fragen zum Thema
Muss ein Hüftnagel wieder entfernt werden?
In der Regel nicht, es sei denn, er stört. Das kann vorkommen, wenn der Knochen im Bereich des Bruches wegen einer ausgeprägten Trümmerzone während der Heilung stark zusammenrutscht und die Schenkelhalsschraube weit nach außen aus dem Oberschenkelknochen herausragt. Dann kann sie Schmerzen unterhalb der Hüfte hervorrufen und sollte ausgetauscht oder entfernt werden.
Wie lange hält eine Bipolarptohese am Hüftgelenk?
Da ist von zwei Faktoren abhängig:
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1. Die Qualität der Zementierung. Eine moderne Zementiertechnik beinhaltet die Implantation von Markraumstoppern, um ein Ausweichen des Zements nach unten in den Markraum zu verhindern, Reinigen des Markraums mit einer Hochdruckdusche, um Fett und Blutgerinnsel zu entfernen, Vacuumanmischung des Zements um Lufteinschlüsse zu vermeiden und ein Auffüllen des Markraums von unten durch ein langes Rohr, um eine vollständige Füllung des Markraumabschnitts zu erreichen. Jeder dieser Aspekte soll die Standzeit des Prothesenstiels um ca. 20% erhöhen. Werden diese Kriterien berücksichtigt, kann die Standzeit der Prothese 15 Jahre überdauern.
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2. Der Abrieb in der Hüftpfanne. Wie bereits oben beschrieben, wird bei den Schenkelhalsbrüchen nur der Schenkelhals und der Hüftkopf ersetzt, nicht die Pfanne. Der künstliche Hüftkopf hat eine Metalloberfläche und bewegt sich im Knorpel der Hüftpfanne. Damit der Pfannenknorpel durch den Metallkopf nicht zu stark abgerieben wird, wurden die Bipolarköpfe entwickelt, bei denen nur ca. 50% der Bewegung des Hüftgelenks zwischen Prothesenkopf und Pfanne ablaufen. Die übrigen Bewegungen finden ausschließlich in dem aus mehreren Schalen bestehenden Prothesenkopf statt. Es liegen inzwischen viele Untersuchungen vor, die zeigen, dass bei lediglich 1-2% der Patienten mit einer Bipolarprothese innerhalb der ersten 10 Jahre nach Implantation ein Wechsel auf eine künstliche Pfanne notwendig wird. Liegt aber bereits ein starker Verschleiß des Hüftgelenks vor, sollte auch eine künstliche Pfanne implantiert werden, da die Patienten sonst nicht beschwerdefrei werden.
Werde ich trotz des Oberschenkelbruches wieder selbstständig zuhause leben können?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Aber alle Beteiligte können ihr Bestes geben, um das zu ermöglichen. Der Unfallchirurg muss die Hüfte schnell, belastbar und komplikationsfrei stabilisieren. Der Geriater die Grund- und Nebenerkrankungen konsequent behandeln und die Reha möglichst früh einsetzen und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Hier sind auch der Patient und seine Angehörigen aufgerufen, trotz des vielleicht fortgeschrittenen Alters des Verletzten auf eine umfassende Reha-Behandlung zu bestehen und sich nicht entmutigen zu lassen.
Fachliche Betreuung
Der Beitrag wird betreut durch
Prof. Dr. med. Florian Krug