Oberschenkelhalsbruch (Oberschenkelhalsfraktur).

Ein Oberschenkelhalsbruch ist oft Folge eines Sturzes im Alter.

Oberschenkelhalsbrüche sind typische Sturzverletzungen älterer Menschen.

Oberschenkelhalsbrüche sind typische Sturzverletzungen älterer Menschen.

Der Oberschenkelhalsbruch ist eine typische Verletzungen älterer Menschen. Sie führen zur sofortigen Immobilität und müssen fast immer operativ versorgt werden. Mit ca. 25% aller Knochenbrüche zählen Oberschenkelbrüche in der Nähe des Hüftgelenks zu den häufigsten Knochenbrüchen überhaupt.

Im Jahr 2007 wurden in der Bundesrepublik etwa 100.000 hüftgelenknahe Oberschenkelbrüche operiert. Die demographische Entwicklung, Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel führen zu einer jährlichen Zunahme dieser Verletzung von 3-5%. Bis zum Jahr 2050 wird eine Verdoppelung der Fälle auf 200.000 pro Jahr prognostiziert. Frauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer (74,2% im Vergleich zu 25.8%). Dies wird mit der ausgeprägteren Osteoporose und höheren Lebenserwartung von Frauen begründet.

 

Oberschenkelhalsbruch. Eine typische Altersfraktur

Der Altersgipfel hüftgelenknaher Oberschenkelbrüche liegt bei über 70 Jahren. Es handelt sich somit um eine typische Altersfraktur. Meist weisen die Patienten eine Reihe schwerer Nebenerkrankungen auf, die auch Ursache für den Sturz und somit für den Knochenbruch sein können. Daher ist das Therapierisiko bei dieser Patientengruppe hoch: Die perioperative Letalität liegt bei knapp unter 5%. Allerdings beträgt das Sterblichkeitsrisiko der betroffenen Patienten in den ersten sechs Monaten nach dem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch auch 20-25%. Hieraus wird deutlich, dass die Sterblichkeit weniger durch die Risiken des operativen Eingriffes als durch die allgemeine Hinfälligkeit des Patienten zum Zeitpunkt des Unfalls bedingt ist.

 

Oft liegt ein umfassendes Gesundheitsproblem vor.

Konsequenterweise sollte ein hüftgelenknaher Oberschenkelbruch deshalb nicht als isoliertes unfallchirurgisches Ereignis, sondern als Indikator für ein umfassendes Gesundheitsproblem eines ältern Menschen angesehen und als solches behandelt werden. Alterstraumatologische Zentren mit interdisziplinärer unfallchirurgischer, geriatrischer und rehabilitativer Behandlung, wie dies auch in der Schön Klinik Hamburg Eilbek etabliert wurde, werden dieser Herausforderung am besten gerecht.

 

Oberschenkelhalsbruch. Informationen, Symptome & Ursachen

Definition. Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?

Oberschenkelhalsbruch & Oberschenkelbruch.

Links: Pertrochantärer Oberschenkelbruch. Rechts: Schenkelhalsbruch.

Links: Pertrochantärer Oberschenkelbruch. Rechts: Schenkelhalsbruch.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Schenkelhalsbrüchen (B) und den weiter außen gelegenen, so genannten „pertrochantären“ Oberschenkelbrüchen (A). Beide Frakturformen treten etwas gleich häufig auf.

 

Verschiedene Typen des Oberschenkelhalsbruchs.

Einteilung der hüftnahen Oberschenkelbrüche in verschiedene Typen.

Einteilung der hüftnahen Oberschenkelbrüche in verschiedene Typen.

Ursache eines Schenkelhalsbruches ist in der Regel ein Sturz auf die Hüfte. Dabei bricht der Oberschenkelkopf vom Schenkelhals ab. Ist der Bruch stark verschoben, zerreißen die kleinen Blutgefäße am Schenkelhals. Dadurch ist die Durchblutung des Oberschenkelkopfes oft nicht mehr ausreichend und es droht das Absterben des Hüftkopfes. Deshalb ist es nur in wenigen Fällen sinnvoll, den Oberschenkelkopf wieder mit Schrauben zu fixieren.

Insbesondere bei sehr alten Menschen heilen verschraubte Schenkelhalsbrüche nur sehr schlecht und müssen zumeist in einem zweiten Eingriff mit einer Prothese versorgt werden: Bei über achtzigjährigen Patienten liegt die Versagensrate bei dem Versuch, den Hüftkopf zu erhalten bei über 80%. Da diese Patienten bis zur definitiven Versorgung mit einer Prothese zumeist nur mit starken Schmerzen gehen können, erscheint dieses Risiko unvertretbar hoch. Daher muss die Auswahl der Patienten, bei denen eine Verschraubung gewagt werden kann, sehr sorgfältig getroffen werden. Dabei helfen Klassifikationen der Knochenbrüche: Für die Einschätzung von Schenkelhalsbrüchen werden meistens zwei Klassifikationen kombiniert: Die Einteilung nach Pauwels orientiert sich an der biomechanischen Stabilität des Frakturverlaufes: Je steiler, desto instabiler.

Die Klassifikation nach Garden berücksichtigt mehr die biologische Aspekte: Je stärker ein Schenkelhalsbruch verschoben ist, desto größer ist die Trümmerzone und desto geringer die Heilungschancen. Ein mit Pauwels1/Garden1 eingestufter Schenkelhalsbruch heilt also mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit als ein Pauwels3/Garden4 Bruch.

 

Pertrochänterer Oberschenkelbruch.

Bei so genannten "A3 Brüchen" ist zusätzlich der "Trochanter major" abgebrochen.

Bei so genannten "A3 Brüchen" ist zusätzlich der "Trochanter major" abgebrochen.

Den pertrochantären Oberschenkelbrüchen liegt zwar ein ähnlicher Unfallmechanismus wie den Schenkelhalsbrüchen zugrunde, da sie aber bei etwas höherer Sturzenergie auftreten, sind die betroffenen Patienten im Durchschnitt etwas jünger. Sie unterscheiden sich sowohl aus biomechanischer als auch biologischer Sicht grundsätzlich von den Schenkelhalsbrüchen.

Eine oder mehrere Frakturlinien ziehen direkt durch den Winkel im Oberschenkelknochen. Der Bruch ist meist grob verschoben. Obwohl dieser Bruch wegen der dort ansetzenden, längeren Hebelarme aus biomechanischer Sicht grundsätzlich problematischer ist als ein Schenkelhalsbruch, ist die Prognose für den Erhalt des Hüftgelenks deutlich besser. Ursächlich dafür ist die erhaltene Durchblutung des Hüftkopfes im Schenkelhalsbereich. Da bei den pertrochantären Oberschenkelbrüchen meistens wichtige Muskeln noch an den Schenkelhalsfragmenten ansetzen, wäre es sehr ungünstig die zu entfernen und durch Prothesen zu ersetzen. Deshalb wird die überwiegende Mehrzahl der pertrochantären Oberschenkelbrüche „osteosynthetisch“ behandelt, d.h. mit Platten, Schrauben oder Nägeln stabilisiert.

Bei der Wahl der geeigneten Implantate hilft wieder eine Einteilung: In diesem Fall hat sich die Klassifikation der Arbeitgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) durchgesetzt. Darin werden die pertrochantären Oberschenkelbrüche nach Lage und Anzahl der Frakturlinien und der daraus resultierenden Stabilität des wieder eingerichteten Bruches unterschieden. Bei den A1 Brüchen zieht eine Frakturlinie vom „großen Rollhügel“ oder „Trochanter major“ oben außen zum „kleinen Rollhügel“ bzw. „Trochanter minor“ nach innen unten. Das heißt, bei einem gut eingerichteten Bruch steht innen Knochen auf Knochen, so dass eine gute Abstützung des Schenkelhalsfragments besteht. Dieser Bruch gilt als relativ stabil und lässt sich mit allen gängigen Platten/Schrauben- oder Nagel/Schraubenkombinationen sicher stabilisieren. Bei den A2 Brüchen ist zusätzlich der „Trochanter minor“ innen ausgesprengt. Dadurch fehlt die innere Abstützung des Schenkelhalsfragments und der Bruch gilt als instabil. Für die Versorgung dieser Brüche werden heute von den meisten Operateuren nur noch die biomechanisch günstigeren Nagel/Schraubenkombinationen eingesetzt. Diese so genannten Hüftnägel sind kurz und lassen sich schnell und durch kleine Schnitte in den Weichgeweben einsetzen. Bei den A3 Brüchen ist zusätzlich der „Trochanter major“ abgebrochen. Dadurch wird das Schenkelhalsfragment auch nach außen nicht abgestützt. Um dieser hoch instabilen Situation Rechnung zu tragen wird der Bruch mit langen Hüftnägeln versorgt, die eine bessere Führung im Markraum aufweisen und bei Belastung nicht pendeln.

 

Symptome. Anzeichen eines Oberschenkelhalsbruchs

Wie erkennt man eine Oberschenkelhalsfraktur?

Bei einem Oberschenkelhalsbruch kommt es zur Immobilität - und oft auch zu starken Schmerzen.

Bei einem Oberschenkelhalsbruch kommt es zur Immobilität - und oft auch zu starken Schmerzen.

Hüftgelenksnahe Oberschenkelbrüchen sind leicht zu erkennen. Sie führen in der Regel zu sofortiger Immobilität. Das betroffene Bein erscheint oft verkürzt und nach außen verdreht. Bei inkompletten Brüchen (Fissuren) oder schleichender Entstehung ohne Unfall ist die Symptomatik weniger eindeutig. Meistens klagen die Patienten über Hüft- oder Leistenschmerzen bei Belastung. Manchmal projiziert sich der Schmerz auch auf das Kniegelenk. Kommt es zusätzlich zu einer zunehmenden Verkürzung des Beines, ist ein Ermüdungsbruch des Schenkelhalses wahrscheinlich.

 

Ursachen. Wie entsteht ein Oberschenkelhalsbruch?

Auslöser sind meist Stürze oder Verkehrsunfälle.

Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für Oberschenkelhalsfrakturen.

Stürze sind eine der häufigsten Ursachen für Oberschenkelhalsfrakturen.

Typischer Unfallmechanismus für einen hüftgelenknahen Oberschenkelbruch beim älteren Menschen ist das so genannte „Niederrasanztraumen“, also ein einfacher Sturz auf das Hüftgelenk. Die Entstehung eines Knochenbruches wird dabei durch die Osteoporose unterstützt. Im Vergleich zu normalen Knochen junger Menschen brechen leicht osteoporotische Knochen etwa 15mal-, und schwer osteoporotische Knochen über 20mal häufiger bei gleicher Belastung. Dabei wird insbesondere bei den älteren Patienten die Wahrscheinlichkeit von Sturzereignissen durch Symptome wie Gangunsicherheit, Schwindel, Fehlsichtigkeit, Herzrhythmusstörungen oder Schwäche deutlich erhöht: Hüftgelenknahe Oberschenkelbrüche kommen bei über achtzigjährigen 20mal häufiger auf als bei unter 65-jährigen.

Hüftgelenknahe Oberschenkelbrüche bei jüngeren Patienten sind in der Regel Folge von „Hochrasanztraumen“. Damit sind schwere Verkehrsunfälle, oft mit komplizierten Mehrfachverletzungen gemeint. Selten können hüftgelenksnahen Oberschenkelbrüchen ohne Unfall „schleichend“ auftreten. Ursache dafür können ausgeprägt Osteoporose oder Knochenmetastasen sein. Spontanfrakturen bei jüngeren Patienten resultieren aus Überlastung durch Sport oder Fehlernährung bei Magersucht.

 

Diagnostik & Therapie

Um die Stabilität in der Hüfte wieder zu erreichen, ist nach einem Oberschenkelhalsbruch eine OP mit oder ohne Gelenkersatz notwendig.

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Vorsorge & Ratgeber

Mit einfachen Maßnahmen und Verhaltensregeln lässt sich das Oberschenkelhalsbruch-Risiko im Alltag deutlich senken.

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Ärzte & Therapeuten

Finden Sie hier Ihren Spezialisten für die Behandlung von Oberschenkelhalsfrakturen und Brüchen der Hüfte.

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Spezialisierte Kliniken

Diese Kliniken und Krankenhäuser sind auf die Behandlung von Oberschenkelhalsbrüchen und Frakturen an der Hüfte spezialisiert.

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