Eine vollständige Heilung des Morbus Perthes ist möglich.
Trotz des Absterbens von Knochenanteilen ist eine vollständige Heilung dieser Erkrankung möglich. Ziel der Behandlung ist es, das Zusammenspiel von Hüftkopf und Hüftpfanne optimal zu halten und eine gute Beweglichkeit zu erhalten um ein verfrühtes Auftreten einer Arthrose des Hüftgelenkes und dadurch langfristige schädigende Folgen zu verhindern. Das Risiko später an einer Hüftarthrose zu erkranken, kann bei bis zu 80 Prozent liegen. Beginnt die Hüftkopfnekrose vor 6 Jahren, so ist die Prognose gut. Ist das Kind bei Krankheitsbeginn bereits älter als 6 Jahre, ist ein schlechteres Ergebnis zu erwarten. Im Normalfall zieht sich der Heilungsprozess über vier Jahre hin. Verläuft die Therapie optimal, wird der Hüftkopf mit nur minimaler Deformierung wieder aufgebaut und die Kinder können sich normal bewegen, ohne dass Gelenkveränderungen zurückbleiben.
Konservative Therapie des Morbus Perthes.
Mit der Hüft-Traktions-Orthese kann die Beweglichkeit der Hüfte verbessert werden.
Einheitliche Meinungen über die ideale Therapie gibt es unter Experten bisher nicht. Eine wichtige Maßnahme ist eine begleitende physiotherapeutische Behandlung. Schwerpunkt ist dabei der Erhalt oder die Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit, die für den Erhalt des Gelenkzusammenspiels von größter Bedeutung ist und arthrotische Veränderungen vorbeugen kann. Zunächst erfolgt eine Mobilisation des Hüftgelenkes durch schonendes Bewegen in alle Richtungen unter Traktion z.B. mit Hilfe der HTO (Hüft-Traktions-Orthese). Eine Entlastung kann auch durch Stockstützen oder in verschiedenen entlastenden Orthesen, also Schienen, erreicht werden. Mit diesem konservativen Therapieansatz soll die Beweglichkeit der Hüfte verbessert werden.
Operative Therapie des Morbus Perthes.
Ist der nekrotische Befall besonders ausgeprägt, ist ein operativer Eingriff meist die letzte Möglichkeit, um eine bessere Zentrierung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne zu erreichen. Mit diesen Operationen soll eine Verbesserung der Gelenkkongruenz erreicht werden. Ein Vorteil besteht darin, dass die Entlastungszeit möglicherweise erheblich verkürzt wird. Der Eingriff wird entweder an den hüftnahen Anteilen des Oberschenkelknochens und/oder im Bereich der Hüftpfanne durchgeführt. Nach der Operation darf das Hüftgelenk jedoch weiterhin nicht belastet werden, da die Erkrankung durch die Operation nicht sofort geheilt wird sondern das Endergebnis verbessert werden soll. Langfristig wird ein kongruenter Wiederaufbau des Hüftgelenkes angestrebt. Besteht zudem eine Verkürzung der Anspreizmuskulatur, also der Adduktoren, muss diese teilweise durchtrennt werden.
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